Tja, ich denke, es hat alles seine Vor- und Nachteile. Es ist definitiv nicht so, dass wenn man aufs Land zieht, man sich über nichts und niemanden mehr ärgert, alles ruhig ist und man nur Blumen gießen und Rasen mähen muss. Ich denke, ich darf auch mal über die doofen Sachen berichten. Zum Beispiel über Tiere, die mich nerven.

Wühlmäuse. Oh man, oh man. Wenn man Schuhe bei uns im Garten anhat, ist alles halb so wild. Barfuß merkt man dann aber doch schon die eine oder andere Unebenheit, wobei, ja ja, ich auf sehr hohem Niveau mecker. Nachdem ich jetzt etwas empfindlich bin, was dieses Thema angeht und hier und da mal auf diversen Hundeplätzen darauf achte, wie eben der Boden eigentlich ist, ist der in unserem Garten im Schnitt tendenziell sogar noch besser 😀 Dennoch, ich möchte die Löcher füllen. Habe aber keine Ahnung. Und dann geht es los. Man setzt sich auf einmal mit Themen auseinander, von denen man noch nie was gehört hat. Ich kannte ehrlich gesagt bis dahin keine Wühlmäuse und nachdem Polly ein offensichtliches Loch im Boden aufbuddeln wollte, habe ich ihr das einfach mal erlaubt, weil ich dachte, naja, vermutlich gibt es nichts natürlicheres als einen Terrier, der einen Nager… vertreibt. Was die Mittel der Bekämpfung von Wühlmäusen angeht, gibt es von „bringt gar nichts“ über „muss das sein“ bis hin zu „das ist echt ekelhaft“ einfach alles. Ich dachte mir, die Polly soll das mal machen. pollymausMeine fleißige, brave und unermüdliche, tolle Polly. So toll hat sie ganz alleine einen ganzen Gang systematisch aufgebuddelt. Irgendwie erinnerte mich das an die Geburt von Lanes Welpen. Man erlebt seinen Hund auf einmal von so einer anderen Seite. So mühsam, wie man ihnen versucht, manche Dinge begreiflich zu machen, so selbstverständlich und instinktiv perfekt tun sie dann von ganz alleine andere. Wir haben keine Maus gefunden, die Polly hatte aber immerhin sehr viel Spaß und hat gut geschlafen. Den ganzen Garten darf sie jetzt aber nicht umbuddeln. Ich bin mir an einigen Stellen auch nicht mehr sicher, ob es sich nicht um längst verlassene Gänge handelt. Keine Eingänge zu finden, keine frischen Erdhügel. Einfach nur unterirdische Kanäle. Wir probieren es jetzt erstmal mit diesen Ultraschall- Solar- Dingern, und mit kleinen Gaskugeln, die ich in die Gänge graben werden. Nein, sie vergiften die Mäuse nicht, sie sollen sie nur zum Umziehen animieren. Bis dahin stopfe ich meine Löcher dann mit Mutterboden, den ich dank Florian, dem Helden des Dienstags, nun in meinem Garten liegen habe. Da sein Hänger keine eigene Bremse hat, darf er nur 700kg ziehen. Also haben wir etwas über 600kg Mutterboden gekauft. Als der Bagger den auf seiner Schüppe da hatte, dachte ich, das reicht nie im Leben. Als die Erde im Hänger war, dachte ich, viel zu viel. Als wir sie in den Garten geschleppt haben, fand ich, sieht aus wie ein Ameisenhügelchen 😀 Ich war dennoch sicher, dass 9 Schubkarren reichen. Aktuell bin ich überzeugt davon, dass ich noch 10 – 15 weitere Hänger brauchen werde. Und wenn dann wieder Mäuse kommen, die alles aufbuddeln… Tja, dann weiß ich nicht, zu welchen Mitteln ich greife. Das ist echt so eine langaufhaltende, blöde Arbeit diese Kack- Löcher zu stopfen… Man ey. Aber ich will einfach nicht, dass irgendwer von meinen Hunden sich verletzt, also mache ich mir die Arbeit. löcherMücken. Soooo nervig. Sie sind überall. Sie summen dir am Ohr entlang, auch wenn du nur auf der Couch sitzt bei Licht, und isst, und dich noch bewegst. Also bevor du schläfst und es dunkel ist. So dreist!!! Die machen nicht mal vor einem wachen Menschen Halt! Sie stechen sogar durch Leggings! Ja, selbst Schuld, ich weiß. Da schenkt Daniel mir zum Geburtstag eine richtig gute Arbeitshose und Sicherheitsschuhe, und ich stehe da mit dem Hammer in der Hand in meiner Leggings und kloppe die Wand mit ihm raus. Immerhin hatte ich Gummistiefel an, wegen dem Staub und so. Naja, anderes Thema. Diese Viecher, die stechen wirklich immer nur mich. Im Schnitt habe ich 5 – 8 Stiche und Daniel 0 – 1. Das ist so gemein. Ein Ultraschall- Dings darf ich nicht nehmen, weil Daniel meint, das wäre ihm zu laut. Ich kann es kaum erwarten, bis mein Lavendel endlich mehr ist. Den soll man pflücken und kleine Büschel aufhängen. Soll die Viecher auch fern halten. Ich werde doch noch eines Tages ein Pflanzen und Gartenexperte!

Hornisse. Die eine, die auf dem Balkon in der Wohnung lebt, in der wir natürlich wohnen. Daniel macht die Tür auf, und ich sehe nur ein riesiges Ding hinein fliegen. Ernsthaft, ich hasse Insekten. Ich mag keine Schnecken, keine Käfer, nichts was krabbelt, fliegt oder schleimig ist 🙁 🙁 🙁 Ich musste meinem inneren Zwang, alles zu evakuieren, echt so doll unterdrücken. Von der Couch aus sah das Ding aus, als wären es 3 Bienen hintereinander, so als würden sie eine Party feiern und Bolognese fliegen. Sie ist von alleine wieder raus. Und saß dann da. Den ganzen Abend, die ganze Nacht, den ganzen Morgen und den ganzen weiteren Tag und hat uns beobachtet. So ein Monster!!!! Ja, ich habe ein Foto, aber auf dem Foto wirkt sie harmlos. Das wäre deshalb etwas konträr nun zu posten, weil es meine Erzählungen entschärfen würde, und das möchte ich nicht! Es war eine absolut ernstzunehmende Bedrohung!

Waschbären. Nein, ich habe sie nicht gesehen, aber der Nachbar (booooooooah es kribbelt in meinen Fingern, mich über diverse Menschen auszulassen, aber nein, es ist noch zu früh -.- ) meinte, er hätte sie gesehen. Auf dem Dachboden in dem Zimmer neben dem, in dem wir schlafen, also in der ersten Wohnung im zweiten Treppenhaus, da liegt etwas Kot und es „riecht“. In einem nagelneuen Dachboden 🙁 HILFE!!! Ich habe Daniel ich weiß nicht wie oft gebeten, das Loch im Dach zuzumachen. Nachdem er es nie „morgen“ gemacht hat, hat uns der Waschbär oder wer auch immer gestern Nacht wach gemacht. Nein, das war vorgestern. Daniel ist dann zwei mal rüber und hat mit einer Metallstange da den Boden und die Wände abgeklopft um ihn zu verjagen. Gestern war das Loch dann endlich zu (wieso muss immer erst was sein!?) und heute Nacht habe ich das erste Mal NORMAL geschlafen. Ja, die Hornisse ist mit dem Regen erstmal gegangen.

2-3 Haushalte gleichzeitig. Das Sauberhalten habe ich aufgegeben. Daniel besitzt einen antiken Staubsauger, der auf Grund seiner Technik im Jahre 1845 vor Christus voll im Trend war und deswegen auch nur 87 kg wiegt und von mir nicht angerührt wird. Das Kabel zieht sich nicht mal automatisch ein uns muss auf eine dafür bestimmte Vorrichtung aufgewickelt werden. Tja, und der gute, kleine, der ja nur aus einer Saturn- Filiale ist und noch keinen Kultstatus hat (aber einfach mal das tut, was er soll: saugen, und dabei flexibel sein!), steht in Welver. Mein Bügeleisen steht in Welver, weil ich permanent Decken waschen und Bügeln muss für meine Baby- Shootings. Bei Daniel liegen 3 Waschmaschinen Wäsche, die gebügelt werden müssen. Also, nur meine Klamotten. Er ist mit zerknitternden Sachen ok. Die Hundewaschmaschine steht in Welver, ist aber noch nicht angeschlossen. Als wir neulich hier geschlafen haben, hat Polly auf ihre Decke gekotzt. Die liegt jetzt aber im Flur in der Lessingstraße, weil ich die nicht in der Menschenwaschmaschine waschen darf und die andere wie gesagt in Welver steht. Obwohl wir immer noch Würstchen von meinem Geburtstag über haben, finde ich, dass man nicht jeden Tag grillen kann und sich auch abwechslungsreich ernähren muss. Ich koche also doch noch hin und wieder, obwohl es mich nervt. Die Teller von Daniel sind nun auch in Welver, weil wir mehr gebraucht haben für meinen Geburtstag, es waren glaube ich so 16 Leute da, und ich werde einen Teufel tun, und sie für ein paar Wochen wieder hier her fahren, nur weil jemand seine Sachen noch nicht gepackt hat. Also muss ich immer schauen, mit welchen Mitteln ich hier überhaupt kochen kann. Der Pfeffer ist gestern, nachdem ich uns eine hervorragende Hokkaido- Suppe gekocht habe, ausgegangen und wo steht die zweite Pfeffermühle? In Welver 🙂 🙂 🙂 Ja, da kommt unheimlich Freude auf, vor allem, wenn man dann noch einen Anruf erhält, ach wir könnten doch heute gerne wieder in Welver schlafen. Hast du dir Gedanken übers Essen gemacht? Äh ja, gerade fertig geworden. Steht noch heiß auf dem Herd. Gut, ich mache mich dann mit meiner Kürbissuppe direkt auf den Weg. Ne, kein Problem, dass der Topf bis oben hin voll ist, weil ich direkt für zwei Tage gekocht habe um Zeit und Aufwand zu sparen. Transportiert du Schlangen? Molche? Drachenbabies? Nein man, eine Kürbissuppe. suppe

Dass Alanis und Polly in der Zeit, in der ich mal wieder den ganzen Kram, den ich von A nach B kutschiere, seit Wochen übrigens und immer aus diesem verfluchten, zweiten Stockwerk in mein Auto schleppe, den Mülleimer geplündert haben, den Sahnebecher blitzeblank geschelckt und alle Kürbiskerne inhaliert haben, trägt zu meiner positiven Begeisterung über den ganze Heckmeck bei. Bevor ich mit meiner Drachenbabysuppe dann aber in Welver war, haben wir erst noch einen kleinen Ausflug gemeinsam nach Dortmund gemacht, damit Alanis den Platz kennen lernt, wo sie hoffentlich diesen Monat noch ihre Belgeithundeprüfung ablegt.
Meine. Nerven.

Ruhe. Ja, es ist ruhig. Aber ist ruhig gleich positiv? Ich denke, in einer gemischten, normalen Geräuschkulisse die man in der Stadt hat, fällt halt nicht jedes Knacken auf. Wenn Daniel dann morgens zur Arbeit geht, liege ich manchmal noch einen Moment im Bett, und horche. Ob ich will oder nicht. Und dann danke ich, ok, welcher Fluchtweg wäre der sinnvollste von hier oben? Ich könnte die Wohnung noch weiter oben anpeilen, die Eingangstür ist nur weniger Stufen weiter rechts oben neben der Eingangstür zu der aktuellen Wohnung. Von dort aus könnte ich aus dem Fenster in den Grüncontainer springen, der schon so gut wie voll ist, weil wir noch keine Ziegen haben, die das alles auffressen. Dann würde ich einigermaßen weich landen, müsste vorher nur alle drei Hunde noch kurz aus dem Fenster werfen und von dort könnte ich dann in mein Auto, wenn ich an meinen Schlüssel denke, was sicherlich nicht der Fall sein wird, und flüchten. Das Problem ist nur, dass meine Kamera aktuell in der zweiten Wohnung im ersten Treppenhaus liegt, in den zwei Räumen die noch zu der ersten Wohnung im ersten Treppenhaus gehören, zu unserer. Und ohne meine Kamera… Tja, dann bin ich arbeitslos.

Ansonsten ist es aber toll 🙂 Ich denke, es wird lediglich 2 – 16 Jahre dauern, bis ich mich an dieses neue Leben gewöhnt habe, aber es ist toll. Wirklich.