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Angekommen

…sind wir zumindest im Herbst. Bis wir hier ankommen, also so richtig, ja, jaaaa. Das wird dauern. In der Wohnung hier oben geht es ganz gut. Aber es ist nicht „unsere“ Wohnung. Nur vorübergehend. Ansonsten ist es eher ein Wettlauf mit der Zeit. Ich war noch nicht fertig, ja, immer noch nicht, mit „Löcher auf der Wiese stopfen“, da haben die Bäume bereits angefangen, ihre Blätter abzuwerfen. Und bevor ich dann auf der Wiese weitermachen konnte, um Löcher zu stopfen um darauf Saat zu sehen (ja, Mitte Oktober), musste erste säckeweise Laub entfernt werden. Ich glaube, das nennt man Kreislauf. Die Wiese ist nun „geflickt“. Zumindest auf der Hauptfläche. Unter den Bäumen ist es ziemlich moosig. Mein Plan war, dort Schattenrasen zu sähen, nachdem der Vertikutierer das Moos und anderes Zeug raus gerissen hat, aber ich habe den Plan für nächstes Frühjahr vertagt. Der normale Rasen mag bei dem Wetter schon kaum keimen, alles andere spare ich mir. 004A6711

Wühlmaustechnisch denke ich, dass ich ein ein wenig erfolgreicher bin. Es hat noch 2 Stellen gegeben, wo mein toller Mutterboden inklusive Saat immer wieder aufgeplatzt waren. Jeden Morgen. Immer an der selben einen Stelle. Definitiv unterirdische Aktivität. Definitiv keine Würmer. Bei der anderen Stelle gab es richtige Hügel. Ich glaube aber nicht, dass es Maulwürfe sind. Ich weiß es aber auch nicht genau. Von sämtlichen Methoden, die einem so über den Weg laufen, wenn man sich erst einmal informiert, sehe ich irgendwie ab. Ja, sie nerven mich, ja, sie machen meine Wiese kaputt und ja, ich habe Angst, dass meine Hunde sich beim Sport verletzen. Aber muss ich dafür andere Lebewesen vergiften? Sie können von mir aus gerne weiter hinten bei meinen eines- Tages- Ziegen wohnen. Deshalb versuche ich „natürliche“ Mittel. Die Löcher an Stelle A habe ich nun mit Hundekot befüllt. Ja, ziemlich eklig, ich weiß, aber da stirbt keiner bei. Den Hügel an Stelle B habe ich so lange mit abgestandenem Wasser von Blumentöpfen, die ich gestern endlich entsorgt habe, begossen, bis der Erdhaufen komplett weg war und sich ein ganz langer, offensichtlicher Kanal geöffnet hat. Der ist nun leider geflutet. Ein schlechtes Gewissen lebt nun mit mir oben in der Wohnung, neben meinen 3 Hunden und Daniel. Wie gesagt. Ich möchte sie vertreiben, weil es sonst einfach eine niemals endende, nervige Geschichte wird, aber nicht unbedingt töten. Sie können ja auch gerne zu den Nachbarsgrundstücken. Da macht keiner Agility auf der Wiese. 004A6706Ansonsten stehen ein Dutzend Pflanzen vor der Tür im Garten und warten darauf verpflanzt zu werden. Heidekraut, Silberdraht, Chrysanthemen und ein paar Töpfe „Fette Henne“, die ich nach einem sehr tollen Frühstück mit Linda bei Heesse gesehen habe. Fest steht, ich darf nie wieder in einem Gartencenter frühstücken. Ich komme niemals alleine wieder nach Hause. IMG_20171011_145840

Aktuell sind sämtliche Pflanzen reduziert, vermutlich, weil niemand mehr pflanzen möchte und sie bald sowieso ihre Schönheit verlieren. Aber da ich noch ganz viel lernen muss, wer mit wem und wohin, und wie lange und wie viel Wasser und Licht und Schatten und wann was kürzen und wie weit, nehme ich jetzt erstmal mit, was ich mitnehmen kann und sehe dann, was bei mir überlebt oder nicht. Eigentlich auch traurig, weil die Pflanzen vielleicht etwas Versuchskaninchen sind. Aber dafür haben sie temporär ein hoffentlich schönes, erfülltes Leben in einem immer schöneren, riesigen Garten. Mittlerweile bin ich mir auch sicher, dass wir einige Dinge doppelt und dreifach machen werden (müssen), weil sich der Sinn in der Reihenfolge in vielen Dingen wenn man keine Ahnung hat einfach nicht erschließt. Das Unkraut und alles, was wir zwischen den Fugen nicht haben wollte, und ich eine ganze Woche lang (!!!) auf Knien bei gefühlten 40° rausgekratzt habe, wurde in der Woche, von der ich gerade spreche mit heftigem Sonnenbrand auf dem Rücken belohnt und heute damit, dass es einfach wieder da ist. Bitte, gerne. Hat Spaß gemacht. Ebenso die Brennesseln, die ich mühsam mit der Hand tagelang rausgerupft habe, damit die Container stehen können sind alle wieder da. Und nicht nur das, sie haben auch ihre Freunde und ganz viel Familie mitgebracht, haben sich in der Zwischenzeit auch noch vermehrt und sind grüner und voller denn je.  004A6707

Trotzdem bin ich happy mit meinem Garten. Ich liebe ihn und ich möchte ihn nicht mehr eintauschen! Wenn ich andere Leute bei der Gartenarbeit früher gesehen habe, vor allem ältere Menschen, hatte ich immer etwas Mitleid, weil ich dachte, ja, gut, was sollen die auch machen? Vielleicht haben die niemanden mehr und kümmern sich jetzt um ihre Pflanzen. Oder sie wissen mit ihrer Zeit nichts anderes mehr anzufangen. Heute schäme ich mich fast für diese Gedanken. Gartenkram ist sooooo toll. Es bereitet so viel Freude, zu sehen, wie alles wächst und gedeiht (naja, manchmal zumindest) und blüht. Ich freue mich schon wieder auf den Frühling! Gestern Abend habe ich meine Chrysanthemen aus dieser Plastikvorrichtung genommen, damit sie nicht so aneinander gequetscht sind, habe sie aus den Tüten geholt und erstmal einfach mit Abstand zueinander auf den Boden gestellt, damit ich sie gießen kann, bevor ich mir Gedanken gemacht habe, wohin ich sie pflanze. Und dann hat es heute Nacht so gewindet und gestürmt, dass ich aufstehen wollte, um nach ihnen zu sehen und sie reinzuholen. Aber das wurde mir untersagt und ehrlich gesagt ist es nicht gerade einladend, mitten in der Nacht durchs Treppenhaus zu tigern in Schlafsachen, die Lichtschalter zu suchen und bei mega Wind 20 Pflanzen zu retten. Heute morgen um 7.00 konnte ich es mir aber nicht nehmen lassen, und, welch Erleichterung, es ist nur eine einzige umgekippt und es ist ihr nichts passiert:)Außerdem war Loch A das allererste Mal unangetastet, keine gebrochene Oberfläche, und neben Loch B, bzw. meinem Hügel gab es keine neuen!!!! Vielleicht sind sie wirklich nach hinten gezogen. Da ist so viel Platz wo sie graben und buddeln können. Oder an den Seiten, zwischen den Bäumen, da ist es auch egal. Und: Ich glaube es passiert endlich was! (aber ich weiß es nicht genau?) 004A6708

Waschbärmäßig ist aktuell auch Ruhe. Daniel hat ein paar Löcher vom „Stall“ zugemacht und im Heuboden Klosteine ausgehangen, weil ich auch keine Waschbären vergiften werde. Die Nächte sind also insgesamt wieder angenehmer und es trommelt keiner über deinem Kopf auf dem Dach rum. Die letzten Tage waren einfach immer irgendwie voll. Immer ist abends irgendwas wenn Daniel da ist und wir eigentlich Zeit hätten, unten weiter zu machen. Manchmal sind wir auch einfach nur müde und erschöpft, und das stresst dann schon. Aktuell geht es unten nicht wirklich weiter. Vielleicht nächste Woche. Oder Sonntag. Da ist auch nichts. Tja, und dann merkt man erst ganz langsam, wie viel man sich zugemutet hat. Aber wenn ich unten die Tür aufmache, oder oben vom Balkon schaue, weiß ich, dass es eines Tages ganz, ganz wunderbar wird. 004A6705

Bentja - Hallo Daria,

ich wollte dir mal liebe Grüße da lassen. :)

Das Haus scheint wirklich ein Traum zu sein… dieser Garten <3 Wahnsinn. Es freut mich zu lesen, dass du angekommen bist.

Ich wünsche dir und deiner kleinen Familie noch eine lange und wundervolle Zeit in eurem "Häuschen".

Alles Gute!

Viele Grüße,
Bentja13. Oktober 2017 – 11:22

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