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Sylvaen Cyclone

So, bevor ich zum Wesentlichen komme möchte ich kurz ein paar Worte zu meinen ersten Classics mit Polly verlieren.
Die Classics diese Jahr in Hemsbach waren definitiv eine Veranstaltung, die meiner Meinung nach absolut richtig und perfekt ausgerichtet und organisiert waren. Ich war zuerst etwas genervt, dass wir nur auf dem Parkplatz standen ohne Strom und Wasser, aber dort standen einfach fast alle. Zuerst dachte ich, dass wieder nur ganz bestimmte Menschen ihren Sonderplatz gekriegt hätten… Der Parkplatz war groß, war ruhig, auf dem Spielplatz gegenüber gab es sogar WCs, direkt nebenan gab es ein Edeka, wir waren also optimal mit Glühwein versorgt, haben einfach 2 Träger Wasser gekauft und in den Tank gefüllt, schon waren wir auch mit Wasser versorgt und Strom haben wir vom Aggregat des Nachbarns gezapft! Aus dem Wohnwagen heraus gekommen war direkt Wiese. Perfekt, wenn man zum Beispiel einen kleinen Welpen hat:)  Die Halle selbst war nicht weit weg, den Weg konnte man gut und gerne laufen. Sie war groß genug, sie war beheizt. Sie hatte ein Bistro, sie hatte WCs und genug Sitzgelegenheiten. Hunde durften mit rein genommen werden- was nicht selbstverständlich ist. Auf meinen ersten Classics, die ja meistens im November stattfinden, durften Hunde ernsthaft nicht mit in die Halle. Nur untenherum durch einen speziellen Eingang für den Start und zurück. Das fand ich beschämend. Ich hatte damals noch keinen Wohnwagen, hatte ein Zimmer 20 Minuten weg über Airbnb und so saß meine Lane eigentlich das ganze Wochenende im Auto. Dieses Wochenende nicht. Einige sind sogar in T-Shirt und kurzer Hose gestartet!
Die Parcoure fand ich einer „deutschen Meisterschaft“ in diesem Rahmen entsprechend. Large fand ich anspruchsvoller als Small / Medium, aber auch diese hatten ihre Ecken. Nicht so für Polly. Polly ist die Parcoure herunter gerannt wie ein kleiner Profi. Wir hatte je Lauf eine Verweigerung aber weiß Gott nicht an Stellen, wo ich dachte, ja, das war jetzt aber auch schwer. Im Jumping ist sie die zweite Hürde, die einfach von vorne zu springen war, nicht gesprungen. Dafür habe ich keine Erklärung. Der Rest war perfekt, ich bin einfach gerannt. Man muss sie nicht kontrollieren, man muss nicht schauen. Einfach rennen, überall Franzosen reinknallen und Gas geben. Auf sie ist wirklich zu 95% Verlass. Das ist der Wahnsinn. Zeitlich wäre sie wieder unter den besten 5 gewesen. Im A-Lauf dann war ich an der 4 glaube ich einfach zu weit hinten. Und da Polly nur in den allerseltesten Fällen wahllos irgendwelche Geräte nimmt, ist sie an der Hürde, die dran war, vorbei, weil ich zu weit hinten war. Eigentlich brav. Zonen alle super. Das einzige, wo ich mal schauen muss, ist der Start. Der wird aktuell immer nerviger mit ihr. Sie schreit, sobald wir in den Ring gehen. Dann hört und nimmt sie mich auch nicht mehr wahr. Ich muss sie teilweise echt runter drücken, was auch nicht immer klappt. Dann kann ich mich kaum entfernen, weil sie einfach nicht bleiben will. Gut, dass seit einem Jahr Literatur über Impulskontrolle (eigentlich für Lane angeschafft) herum liegt. Nächste Woche habe ich mehr Luft, dann setze ich mich damit mal für Polly auseinander. Alles in allem war es eine schöne Veranstaltung und ich freue mich für meine Freundin Elena und ihren Parson Tekna über den 2. Platz im Small.
So, und jetzt kommen wir zum eigentlichen Abenteuer und ich hoffe, dass dies kein Roman wird. Eigentlich fängt die Geschichte vor 15 Jahren an, als der Wunsch nach einem eigenen Hund so intensiv wurde, dass er nicht mehr auszuhalten war. Mein Traumhund damals war ein Dalmatiner. Meine Mutter fand Schäferhunde toll. Mein Vater liebt Dobermänner. Im 3. Stockwerk, wie wir damals gewohnt haben, waren all diese Rassen NICHT zu realisieren. Als es dann endlich soweit war dass ich einen Hund haben durfte, entschied ich mich für einen glatthaarigen Foxterrier, weil von den über 10 Hunden, die ich regelmäßig aus unserer Nachbarschaft spazieren geführt habe, „Jacky“ mein Lieblingshund war. Ich wollte nach Möglichkeit einen Hund, der genauso ist wie sie. Ich hätte aber auch einen blinden Yorkshire genommen, oder einen einbeinigen Dackel. Jeden einzelnen Hund aus dem Tierheim, in dem ich damals ehrenamtlich gearbeitet habe hätte ich genommen. All die großen Hunde, die da waren kamen nun mal nicht in Frage. Mit Kira war ich anfangs nicht besonders glücklich. Sie hat nicht gefolgt, sie war mit 5 Wochen noch kleiner als alle anderen Welpen. In Der Welpenschule im Schäferhundverein hatten alle wieder nur große Hunde. Kira war immer die kleinste etc. Durch Agility hat sich dieses „Problem“ für mich relativiert. Auf einmal fand ich diese kleinen Scheißer, die durch den Parcours geflitzt sind, toll. Der zweite Hund wurde ein Sheltie, der dritte ein Manchester, der vierte ein Parson Russell, der fünfte wieder ein Manchester. Der sechste sollte ein wieder ein Parson Russell werden, Pollys Baby. Durch das nicht berauschende Ergebnis des AEP Tests steht für mich fest, dass es NIEMALS Polly – Babies geben wird. Auch wenn es taube Welpen aus beidseitig höhrenden Verpaarungen gibt und das einfach beim PRT so ist (Weißanteil), kommt es für mich nie und nimmer in Frage. 3 Manchester möchte ich nicht. Ich liebe sie, aber ich habe gerne Individuuen hier und ganz ehrlich, auch wenn das total doof klingt, ich habe aktuell keine Lust mehr, einem Hund wieder ewig und 3 Tage die Ohren zu kleben und in Position zu halten. Das war für mich eine so nervige Erfahrung, und ich habe so Mühe damit gehabt meinem perfekten, kleinen Hund einfach immer wieder dieses bescheuerte Hansaplast in die Ohren zu klatschen, Brücken zu bauen etc. Alanis war nach wenigen Tagen so lieb dass sie einfach stillgehalten hat. Stillgehalten, damit ich ihr Pflaster in die Ohren kleben kann, damit sie optisch einem von einem Menschen ausgedachten Rassestandard entspricht. Krank. Einfach nur krank. Diese Rasse scheint generell sehr auf die Ohren reduziert zu werden wie ich es empfinde. Klar, die Ohren machen auch sehr viel aus, was den Ausdruck angeht. Liegen sie nicht schön, sehen diese Hunde manchmal etwas dümmlich aus und eben nicht besonders edel, was sie eigentlich sind. Aber… ne. Ich habe davon aktuell genug und war heilfroh, dass ich für Lou (die wesentlich bessere Ohren hatte) Menschen gefunden habe, denen es VÖLLIG egal war. Und obwohl Lou mit ganz wenig Hilfe, quasi mit nur einem Streifen zur Stabilisierung und ohne Brücke wirklich PERFEKTE Ohren hätte haben können, haben ihre Menschen nicht geklebt! Und so finde ich es einfach klasse. Aber egal. Ich wollte keinen Grundsatz zum Thema Ohren schreiben.
Der 4. Platz in meinem Rudel war also frei. Daniel hat gesagt, wenn wir unser Haus gefunden haben, darf es auch gerne ein großer werden. Tja, und dann gingen die Ideen los. Mir gefallen viele große Hunde. Terrier fallen aktuell weg, weil Polly 3 Jahre geworden ist und Alanis erst 1,5 ist. Das wäre einfach zu wuselig. Daher auch kein Malinois. Kein HD geschädigter Schäferhund. Nichts dergleichen. Ich habe einen Hund gesucht, der weniger anspruchsvoll ist als meine 3 Terrier, einen Hund, der lieb ist, der den Wahnsinn hier mitmacht und weg steckt und der nach Möglichkeit noch fotogen ist. Die Lust, meine eigenen Hunde zu fotografieren, hat in den letzten Jahren auch massiv abgenommen. Actionbilder sind schwer mit den 3 die ich habe, Polly und Lane möchten sich am liebsten zerfleischen wegen der Beute und Alanis dreht völlig durch und weiß nicht, ob sie Lane oder Polly in den Nacken beißen soll. Ansonsten muss ich auch einen guten Tag erwischen wegen Ohren, denn Manchester Terrier dürfen ja auch keine komischen Ohren haben und ach, so lasse ich es dann einfach manchmal. Durch die Fotografie habe ich den Tamaskan kennengelernt. Und meine Erfahrung mit Dexter, der damals bei mir war, war einfach toll. Ein riesiger Wolf, der einfach nur freundlich und offen war. Unglaublich. Also habe ich mich mit dem Tamaskan befasst und schnell festgestellt, es wird nicht einfach und vermutlich eine never- ending- story, bis ich einen bekomme, wenn ich überhaupt einen bekomme und vermutlich werde ich einen nehmen, um einen zu haben aber nicht, weil es DER Hund wird, den ich will. In Deutschland gibt es 2000 Exemplare. Davon sind natürlich nicht alle in der Zucht. Es gibt zwei Verbände in Deutschland. Den Tamaskan Germany e.V. und den Pro Tamaskan e.V. Und wie ich meine Suche so begonnen habe, habe ich ständig nur von irgendwelchen Spannungen zwischen den beiden Vereinen gelesen. Jeder will sein eigenes Register, eigenen Regeln und ach, was weiß ich. Das fand ich furchtbar! Für eine Rasse, die noch nicht von der FCI anerkannt ist, wo Outcross- Verpaarungen mit Huskies, Malamutes und Schäferhunden erlaubt sind um den Genpool zu erweitern, ist es meiner Meinung nach mega wichtig, EIN Ziel zu verfolgen und so habe ich mich davon distanziert. Ich habe 3 Züchter in Deutschland angeschrieben. Zuvor. Jeder hat seinen ersten Wurf. Es war nicht möglich, „Züchter“ mit Erfahrung zu finden. Auf den offiziellen Seiten, wo Wurfpläne bekannt gegeben wurden, habe ich schnell festgestellt, dass alles einfach unaktuell ist. Der eine Wurf war schon 8 Monate alt, kein weitere geplant, der nächste wurde geheim gehalten bezüglich ob die Hündin überhaupt schon belegt wurde oder aufgenommen hat oder oder (welch Schande, wenn eine Hündin leer bleibt *kotz!*) und beim 3. Züchter hat sich nicht mal jemand die Mühe gemacht, zu antworten. Einfach alles richtig, richtig schlecht. Also habe ich in den Niederlanden gesucht. Dort habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Keine Webistes mit Infos, nur geschlossene Facebook Gruppen (wie professinell!) etc. Nach einigen mühsamen Facebook Nachrichten, dachte ich, ich hätte jemanden gefunden. Die Hündin gefiel mir nicht sooooooooo gut, aber ich dachte mir naja, der Rüde trägt seinen Teil auch noch dazu bei und vielleicht sind die Welpen süß (klasse Voraussetzungen!). Schnell habe ich aber gemerkt, dass gewisse Person aber eher Aufmerksamkeit wollte, als mir ernsthaft einen Hund zu verkaufen. Und da ich ziemlich direkt bin und solche Dinge anspreche, hat sie mich an 2 weitere „Züchter“ geschickt. Einmal eine Outcross- Verpaarung mit einem Malamute (bitte nicht!) und einmal eine Outcross Verpaarung mit einem weißen Schäferhund (bitte noch mehr nicht!). Letztere hatte wenigstens eine Webiste. Ich hätte niemals einen ganz weißen Hund genommen, aber der Rüde gefiel mir richtig gut. Sylvaen Ninjato. Ich habe nach ihm gegooglet und bin auf die Website von Debby und Dino Ignjatov gestoßen. Alleine die Tatsache, dass es eine Website gab, dazu noch eine mit einer Geschichte, mit tonnenweise Infos, mit Struktur etc war eine richtige Erleichterung. Als hätte ich endlich das gefunden, was ich gesucht habe. Sie haben schon mehrere Würfe groß gezogen, züchten im Tamaskan Register, alle Hunde sind von den Ohren bis zur Schwanzspitze gesundheitlich untersucht, sie sind gengetestet, sodass Debby genau weiß, welcher Hund welche Veranlagung trägt und: sie nehmen sich nicht so übertrieben wichtig! Nachdem ich Debby bei Facebook angeschrieben habe und sie gefragt habe, welche Nummer auf der Warteliste ich wäre, wenn ich das gefühlt tausendste Bewerbungsformular ausfülle (wobei nein, viele wollte GAR NICHTS über mich und meine Umstände wissen!) und sie mir vergewisserte, dass sie im nächsten Jahr bestimmt einen Hund für mich hätte, wenn alles passt, habe ich weitere 2 Stunden investiert und ein intensives Formular ausgefüllt. Da wurde ich nach allem gefragt. Beruf, weitere Hunde, Kastration, Futter, Lebensumstände, wie viel Grünfläche, Stadt oder Land, einfach alles. Nächstes Jahr sollte ein Wurf fallen mit Ninja vom Wolfstor. 
Dieser Rüde sollte der Vater meiner Hündin werden. Ich wollte am liebsten eine Kopie von ihm. Er wird beschrieben als ein Hund in wölfischem Pelz mit einem freundlichen, offenem Wesen. Und das ist der Grund, weswegen ich als Züchter im VDH einen Hund wähle, der nicht FCI anerkannt ist. Ich hätte immerhin auch einen Saarlos oder einen Tschechoslowaken nehmen können. Diese Hunde werden aber oft als „ursprünglich“ beschrieben. Schwierig in der Bindung, in der Erziehung, in der Kooperation. Mit 3 Terriern? Nein, danke. Das Zuchtziel des Tamaskans ist es, einen Familienhund in Wolfsoptik zu züchten. Und damit stand ich auf der Liste für eine wolfsgraue Hündin von Ninja für nächstes Jahr. Tja, und dann… Dann wurden die Hündinnen bei Debby alle eher läufig und sie konnte es nicht einrichten, die Hündin mit Ninja zu verpaaren, weil sie nun mal in Kroatien wohnt, Ninja in Deutschland und es gerade nicht einzurichten war. Also anderer Rüde, andere Verpaarung und somit war ich raus. Am 28.10. schrieb sie mir dann als ich mit Lisa auf dem Turnier in Dortmund war. Ich war mega geknickt und mir war klar, dass es niemals den Tamaskan für mich geben wird. Sie sagte dann aber, dass sie eventuell noch eine Hündin aus dem aktuellen Wurf frei hätte. Sie würde heute schon aussehen wie Ninja, ihr Opa, als Welpe. tala1Sie würde innerhalb der nächsten 24 Stunden wissen, ob sie frei wäre oder nicht. Ursprünglich sollte sie nach Polen und dort als Therapiehund ausgebildet werden, aber sie entwickelte sich zu aktiv und neugierig. Eine Familie aus Slovenien war aber noch „vor mir“. Sie haben sich positiv rückgemeldet und wollten die Hündin am Sonntag anschauen. Debby hat die Hündin als „cuddly and open“ beschrieben (wo ich noch dachte, na klar, was will ein Mensch, der sich in einen Welpen verlieben soll, auch hören!?)  und ich wusste dann, es bringt nichts, Daniel jetzt schon zu nerven, denn wenn die Hündin wirklich so entzückend ist, wie sie sagt, dann ist sie morgen weg. Und dann haben die Leute sich ernsthaft für einen Rüden entschieden! Somit war sie also tatsächlich frei!!! Ich habe Daniel von der wahnsinnigen Idee erzählt und genau die Reaktion bekommen, die ich erwartet hatte :/ Ein paar Tage war hier ziemlich dicke Luft und ich konnte Debby keine klare Antwort geben. Wir haben viele Gespräche geführt und auf einmal wollte Daniel den Hund kaufen und mich überraschen ? Debby hat aber nein gesagt, sie wollte mich kennenlernen, was auch vernünftig ist. Und nachdem wir dann noch weitere kleine Differenzen aus der Welt geschafft haben, durfte ich den Hund zusagen. tala4Die nächsten 2 Wochen waren dann der Horror für mich. Ich hatte keine Ahnung, wann ich den Hund kriegen sollte. Der Plan war, dass wir uns in Deutschland treffen weil ein Bruder von meiner Hündin auch nach Deutschland gebracht werden sollte und so wollten Debby und Dino uns entgegenfahren. Ich habe also eine nicht geringe Summe überwiesen und einfach gewartet. Gewartet darauf, dass sich fremde Menschen aus einem fremden Land melden und mir sagen, wann ich den Hund, den ich noch nie getroffen habe, abholen darf. Das alles war schon sehr verrückt und bereitete mir einige Bauchschmerzen. Letzte Woche Mittwoch stand dann der Plan. Toller Plan dachte ich noch, lässt mir ja nicht gerade viel Spielraum. Sie fahren am Donnerstag nach Ingolstadt und bringen ihren Bruder weg, am Freitag gegen 7.30 soll ich sie dann abholen, weil sie die gemietete Wohnung verlassen müssen. Äh ja. Wir mussten am Freitag auch in Hemsbach sein, aber Daniel konnte so früh morgens mit mir nicht los, weil er noch arbeiten musste. Wir hätten ja auch schon um 1 oder 2 Uhr morgens losfahren müssen. Also entschied ich mich, ebenfalls am Donnerstag zu fahren. Nur noch das Problem mit Übernachtung für mich und 3 Hunde. Und was macht man da, wenn man was schnelles, seriöses sucht? Genau, man startet einen Aufruf bei Facebook, wer denn wohl in der Nähe von Ingolstadt wohnt. Neben ein paar Menschen, die ich nicht ernst nehmen konnte, hat sich unter anderem auch die liebe Caro aus München gemeldet. Gesagt, getan. Am Donnerstagabend war ich gegen 21.00 in München und wir verbrachten noch einen schönen, wenn auch gefühlt kurzen Abend gemeinsam. Auch hier nochmal lieben Dank für Abendbrot und ein Dach über dem Kopf! Morgens um 6.00 dann los Richtung Ingolstadt. Wurde alles etwas später, weil ich 30 Minuten lang mein Auto in München gesucht habe… Oh man. Dann war ich hochkonzentriert auf dem Weg nach Ingolstadt, ich fand München so kompliziert von all den Straßen und Wegen und mir ging es richtig schlecht. Was ist, wenn der Hund doof ist? Wenn er die Malamute- Ringelrute hat (bitte nicht!)? Wenn die Ohren Schäferhundartig riesig sind (bitte auch nicht!)? Wenn der Hund mich nicht mag? Wenn ich den Hund nicht mag? Wenn ich Debby und Dino nicht mag? Wenn alles zu viel wird? Wenn ich jetzt gleich einfach nur einen Haufen Geld verliere? Mir war kotzübel. Aber jetzt musste ich es durchziehen. Also bin ich zu der Bäckerei gefahren, die ich selbst ausgesucht habe. 500m von der Wohnung, die die zwei gemietet hatten. Und dann gehe ich rein, sehe mich um, und sehe Dino mit dem Baby auf dem Arm. Ich begrüße Debby und ihn, und er gibt mir das Baby auf den Arm. Sylvaen Cyclone. Die Hündin mit dem gelben Halsband. Sie liegt ganz ruhig auf meinem Arm und studiert mich. Völlig in sich ruhend. Sie ist wunderschön, denke ich nur. Wir quatschen, unterhalten uns echt gut und sind uns sehr sympathisch. Ich merke sofort, ja, du hast menschlich die richtige Wahl getroffen. Debby erzählt mir noch viel über den Tamaskan, die Zucht, all die gesundheitlichen Untersuchungen. Ich unterschreibe den Vertrag (in dem übrigens steht, dass man seinem Hund die Liebe geben soll, die er verdient, sooo süß!), wir frühstücken noch, machen in paar Fotos und dann trennen sich unserer Wege. Ich hatte 5 Stunden vor mir, die beiden 7. Ich packe den Zwerg ein, Lane darf vorne mitfahren und Tala hinten in der Box. Wir müssen nicht einmal anhalten, sie ist einfach lieb. tala2Das ganze Wochenende gestaltete sich extrem einfach mit ihr. Sie hatte keine Probleme mit der Autofahrt, dem Wohnwagen, anderen Hunden, sie läuft super gut an der Leine, sie pinkelt draußen, wenn man regelmäßig aufpasst, sie ist verfressen und reagiert extrem gut auf Körpersprache und Stimme. Sie hat sich an Daniel und mich bereits etwas gewöhnt, wedelt, wenn sie uns sieht und gibt uns Küsschen. Sie spielt mit den Terriern und schläft nachts in einem kleinen Auslauf auf Linoleum- Boden. Sie hat klitzekleine Wolfsöhrchen und eine schöne, elegante, ganz leicht geschwungene Rute, ein korrektes Scherengebiss und sie riecht gut. Sie ist extrem süß und wenn ich sie mit 2 Worten beschreiben müsste, würde ich „cuddly and open“ sagen. Es ist erstaunlich, mal wieder, wie die Dinge ihren Lauf genommen haben. Ich kann mir vorstellen, dass Debby genug andere Leute auf der Liste hat. Sie ist aber der Meinung, dass derjenige den Hund zuerst bekommt, wo es jetzt gerade aktuell mit allen Umständen am besten passt. Und, was soll ich sagen? Tala ist perfekt. Sie ist einfach perfekt für mich. Sie hat 100% die Optik, die ich wollte. Sie hat ein bezauberndes Wesen, wobei ich hier offen war. Um die meistgestellte, etwas hirnrissige Frage zu beantworten: Nein, Tala wird kein „Agihund“. Nur weil ich Agility mache, heißt es nicht, dass ich nur „Agihunde“ habe. Ich finde den Begriff „Agihund“ schon so dämlich. Meine Hunde sind keine „Agihunde“. Meine Hunde sind Hunde. Einfach Hunde. Ich reduziere sie nicht auf die Tätigkeiten, die sie ausüben, auf irgendwelche Erfolge oder sonst was. Ich habe Lane damals übernommen mit der Befürchtung, sie würde Large sein. Dann hätte ich keinen Turniersport gemacht. Ich habe Polly gekauft ohne die Linien und Veranlagungen zu kennen, weil ich Polly gekauft habe, keinen „Agihund“. Ich habe Alanis behalten, obwohl sie die wesentlich triebschwächere war, weil mein Herz so entschieden hat (und Daniels!) und ich der Meinung war, die ruhigere passt besser in mein Rudel. Und ich habe Tala gekauft, weil ich Tala mag. Weil mit Tala ein Traum in Erfüllung geht. Und nicht, weil ich Agi machen will. Ich liebe Agility, aber in erster Linie liebe ich Hunde. Und das beantwortet wohl auch die zweithirnrissigste Frage, warum ich mir so einen Hund gekauft habe und keinen Border Collie. Einige Reaktionen haben mich etwas sprachlos gemacht, aber auch gleichzeitig bestätigt, dass ich die beste Wahl der Welt getroffen habe. Danke Debby, danke Dino, danke für das perfekte Tamaskanmädchen, das wunderbar auf seine Welt vorbereitet wurde. Es ist unglaublich, dass ich sie bekommen habe. Es ist unglaublich, dass sie hier ist. SIE ist einfach unglaublich. tala3

Caro - Die ist ja Zucker, herzlichen Glückwunsch! Ich kannte die Rasse gar nicht, bin sehr gespannt, wie sie sich entwickelt.26. November 2017 – 14:13

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