Ruhig

… ist es im Moment ganz und gar nicht. Eigentlich eher das Gegenteil. Das Badezimmer in unserer zukünftigen Wohnung nimmt richtige Formen an. Die Wände sind drin, der Strom ist gelegt, es sind wunderschöne Balken hinein und herausgearbeitet, die Badewanne ist da, die Dusche ist da, die ersten Heizungen hängen im Bald- Wohnzimmer, 2 weitere Container sind voll (oder 2 x 2???), das Stroh im Bald- Fotostudio ist weg, die Gittertüren von den Pferdeboxen sind abgeholt, alle Umzugskartons verschenkt usw. Im Moment fehlt es mir glaube ich etwas an Elan, was viele Gründe hat.
Erstens ist es viel Arbeit. Auch wenn ich gerade unten auf der Baustelle nicht sooo aktiv bin (es ist aktuell wirklich viel Männerarbeit 🙁 ), ist Daniel umso aktiver. Das bedeutet, dass ich ihm oben und drumherum so viele Dinge wie möglich abzunehmen versuche. Haushalt ist alleine meine Aufgabe und ich weiß, es klingt immer total nach Quengeln auf hohem Niveau, es ist aber wirklich nichts, was man mal eben macht. Es sind so viele Sachen dreckig, alles muss regelmäßig sauber gemacht werden und gewaschen, jeden Tag tonnenweise Staub der nach oben getragen wird, Hunger hat man dann auch noch, Daniels Chef ist auch hier, es muss gekocht werden, die Hunde müssen bespaßt werden, der Kühlschrank füllt sich auch nicht von alleine, der Müll bringt sich nicht von alleine runter, an alles muss gedacht werden, unendlich viele Behördengänge usw.
Zweitens habe ich auch noch einen Job. Diesbezüglich droht mein Kopf aktuell förmlich zu PLATZEN!!! Ich habe so unglaublich viele Ideen, so viele Visionen, so viele Bilder und mal wieder viel zu viele Sachen 😀 , die ich umsetzen und einbauen möchte. Die Tage sind irgendwie zu kurz. In den nächsten Wochen habe ich super super viele tolle Shootings, auf die ich mich richtig freue. Meine Panik vor Kindern, die alles auseinander nehmen, ausrasten und mich hassen, weil ich keine Gummibärchen mehr habe, ist fast verschwunden. Ich male mir jeden Tag aufs Neue aus, wie man das Studio einrichten könnte, mache mir Gedanken, welche Bilder ich für meine Galerie drucken lassen möchte, welche Farben mir gefallen, wie man was wo gestaltet. Die neue Website ist in die Wege geleitet und und und. Das alles nimmt gedanklich so viel Raum ein, dass ich wirklich müde davon werde. Aber es lohnt sich. Es lohnt sich so sehr. Ein kleiner Einblick von gestern. Dieses Bild ist entstanden. Es ist eine Momentaufnahme und nicht gestellt. Das mag man glauben, oder nicht. Ich weiß es, Mama weiß es und ich liebe es. Ich liebe den Moment und die Verbindung zwischen den beiden. Es hat mich emotional so berührt, ich hoffe, dass ich mein Leben lang solche Shootings haben werde.
Drittens ist Krebs wieder ein Thema. Nicht bei mir selbst, aber in meiner direkten Familie und das nervt mich gewaltig. Ich habe noch nie nach fair oder unfair gefragt, oder nach Gründen. Ich denke, der einzige Weg ist der, für sich einen zu finden, wie man damit umgehen kann. Ansonsten kann man natürlich gesund leben, nicht rauchen und auf sich achten und so, aber selbst das ist kein Garant. Also glaube ich, dass ich einfach sagen darf, es nervt.
Viertens fehlen mir etwas die Worte. Ich weiß, dass es viele dumme Menschen auf dieser Welt gibt. Und ich bin sicherlich einigen davon begegnet. Das selbe gilt für Neider. Ich möchte das Wort Neid einmal definieren, bzw die Definition aus dem Duden zitieren:

Ne̱i̱d
  1. Substantiv [der]
    das schlechte Gefühl, das man hat, wenn andere etwas haben, das man selbst gerne hätte, aber nicht hat.

Und wenn man es nicht hat, aber so gerne hätte (was auch immer das ist – ein großes Haus, eine große Wiese, schöne Fotos, einen Parcours, eine Beziehung, Hunde, die in der Lage sind, vorgegebene Zeiten zu laufen oder einen Tamaskan zum Beispiel) dann sieht man sich offensichtlich genötigt, andere an den Pranger zu stellen, durch den Dreck zu ziehen oder sonst irgendwie in ein Licht zu stellen, das dazu beiträgt, dass man sich selbst besser fühlt. Bei so hässlichem Verhalten kann ich leider nur mein Mitleid aussprechen. Jedes Verhalten hat seinen Ursprung. Egal ob beim Hund oder Menschen. Sei es Prägung, seien es Erlebnisse, Erfahrungen was auch immer. Sich nicht für andere freuen können, oder Freude teilen zu können, nicht in der Lage sein, jemanden bei einer Frage einfach zu fragen sondern öffentlich mit dem Link zu einem privaten Blog einen Müll von sich zu geben… Macht mich sprachlos. Aber auch dies ist etwas, dem wir im Leben immer und immer wieder begegnen werden. Ich bin mit Sicherheit meilenweit davon entfernt, viel über das Leben zu wissen, dennoch bin ich überzeugt davon, dass wir auch hier nur für uns alleine einen Weg des Umgangs finden können. Einen Weg, der uns hilft mit dem umzugehen, was unangenehm ist. Seien es Neider, oder der eigene Neid, den wir empfinden.

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