Gruselige Grüße!

Eine Woche später

Eine Woche später könnte ich den Beitrag von letzter Woche fast wiederholen. Zumindest den Anfang. Immerhin war die Woche weniger stressig. Dieses Mal hatten wir Besuch von Lisa und ihren Jungs Tommy und Jamie, sehr zur Freude meiner Mädels, die, wie ich schätze, bestimmt alle bald läufig werden. hp5Auf dem Plan stand HSZ, wovon ich soooo tolle Videoaufnahmen habe, die aber noch nicht bearbeitet sind, am Freitag stand auf dem Plan zuallererst die Schlüsselübergabe des Hexenhäuschens, in dem ich bis vor wenigen Monaten noch gewohnt habe und von welchem ich dachte, dass ich darin alt werde, sollte das mit Daniel und mir doch nicht so klappen. Ach, und ich weiß schon, wieso ich dort ausgezogen bin. Dieses letzte Mal, wo ich nun da war, hat mich all das, was mich seit über einem Jahr aufgeregt hat, zum aller ersten Mal nicht aufgeregt. Kippen vor „meiner“ Haustür, vor meinem immer noch gebrochenem Wohnzimmerfenster alles aufgegraben, vor Kopf am Fenster 2 nicht ernstzunehmende, wütende Hunde, die penetrant versuchen, durch die Fensterscheibe zu brechen, vorne an der Straße hat der Kiosk wieder aufgemacht, die passende Kundschaft bieten meine ehemaligen Nachbarn, die natürlich auch direkt dort einkaufen waren (kein Scherz) und die neue Inhaberin des Kiosk kam, als mein Vermieter dann auch endlich da war, triefend und völlig panisch angerannt und meinte, niemand sollte irgendetwas mit Wasser betätigen, denn ihr Klo würde gerade überlaufen. Sie hätte schon mit dem ganzen Arm hineingefasst, aber es wäre nichts zu finden. Ja, danke für die ausführliche Schilderung 😀 Tja, und so rundet sich das Bild, das getäuscht wird von einer fast idyllischen Lage und einer eigentlich schönen Wiese im Hinterhof, ab. Und das beste: Nicht mehr meine Baustelle. Als mein Vermieter sich bei mir für das Vertrauen in den letzten Jahren bedankt hat, habe ich ihm lediglich starke Nerven gewünscht, wobei das ja auch etwas selbstgemachtes Elend ist, und bin mit Lisa gegangen. 30 kg Ballast sind von meinen Schultern gefallen! Mindestens. Danach sind wir nach Münster zum Hiltruper See gefahren, weil ich unbedingt Fotos von meinen Hunden und mir machen lassen wollte. Aber der Plan ging nur ganz bisschen auf, denn ich war relativ schnell mit dem Outfit, dass wir zu zweit ausgesucht haben, nicht mehr zufrieden, dann hat es zwischendurch geregnet, dann war es mega windig (meine Haare!!!!!!!), dann war meine Hose schon bevor das erste Foto geschossen wurde super siffig, und obendrauf hat mir die Wahl meiner Location einfach gar nicht gefallen. Irgendwie hatte ich Münster toller in Erinnerung zum Fotografieren. Zum Spazieren gehen ist es immer noch mega schön und naja, vielleicht sind ein paar Fotos zumindest ok! 004A7573

Auf dem Bild stört mich, dass Lane so abseits steht. Ich hätte ihren Hintern lieber etwas rum gehabt, aber naja, es ist meckern auf hohem Niveau. Eigentlich ist es nicht schön, dass wenn man ein schönes Foto hat, einem trotzdem sogenannte Unstimmigkeiten auffallen. Wo ich sonst gut und gerne drüber hinweg schauen kann, bin ich bei meinen Fotos sooooo anspruchsvoll. Aber ich denke, dass man mit dem Foto leben kann. Trotzdem wollte ich das Shooting gerne wiederholen. Am liebsten im Schlosspark in Nordkirchen. Entweder am Samstag, nach dem Turnier in Wickede Asseln, wo ich vor einem Monat mit der Zwergnase erst die BH/VT gemacht habe, oder am Sonntag. Lisa wollte auch noch ein Shooting mit ihren Hunden und sich. Ich weiß nicht mehr genau, das wievielte es ist in einem Zeitraum von keine Ahnung? 15 Monaten? Das Turnier am Samstag hat richtig, richtig Spaß gemacht! Wir waren in guter Gesellschaft bei Nora und ihren Beardies, ich weiß nicht warum, aber Alanis und Polly fahren VOLL auf diese riesigen Fellmonster ab, und ich hatte Glück, dass Nora gute Schuhe hatten, die mir auch gepasst haben, weil ich meine natürlich im Flur habe stehen lassen und bei Matsche auf sehr (!!!) unebenem Rasen in Gummistiefeln zu laufen ist echt bescheiden, die Atmosphäre fand ich insgesamt super angenehm, das Essen war gut und meine Läufe waren auch ok. Lane ist als erstes an den Start gegangen und hatte einen super guten A-Lauf. Kontrollierter Start, alle Zonen, gut zugehört, schön selbstständig gearbeitet, gut gelöst, gut gebunden, alle Wechsel perfekt angenommen. ABER ABER 😀 Einmal Ausleger gestreift und zack, Hürde umgehauen. V5, Platz 4 mit der mit Abstand besten Zeit. Aber so ist es, mit meiner Laney- Paney. Gnadenlos guter, beinahe unschlagbar schneller Hund, bis auf immer eine Kleinigkeit. Eine Kleinigkeit pro Lauf, wohlgemerkt. Bei Polly habe ich den Start geprüft. Weniger als zwei Wochen zur deutschen Meisterschaft. Polly saß wie festgewachsen, musste aber wohl etwas zu lange warten. Erste Stange. Runnings am Steg waren perfekt, aber nach dem Steg kam eine Hürde von außen, wo sie ziemlich reingezogen hat, weswegen ich ziemlich weit mit gelaufen bin um zu helfen, und dann ziemlich weit hinter ihr war, weswegen sie die Wand genommen hat, die noch gar nicht dran war. Polly ist da wie Lane: wer bremst, verliert. Trotzdem geht das Desaster auf meine Kappe. Ich war zu lahm, und naja, dass die Polly verbal nicht 100% differenziert, ist mir bekannt. Also muss ich dies noch häufiger nacharbeiten. Punkt.
Im Jumping war Lane etwas bräsig. Zweite Stange und dann ziemlich viel Gekläffe am Anfang und wenig Fokus nach vorne. Eine Verweigerung. Und Polly, ach, meine kleine, brave, beste, garstigste, lauteste Polly…

Am vorletzten Tor im Slalom noch voll auf der Schiene ausgerutscht, lässt sie sich einfach nichts anmerken und zieht ihr Ding durch. Die Läufe mit Polly fühlen sich immer mehr perfekt an. Immer einfacher. Ich traue mich immer mehr, irgendwo irgendwelche Wechsel zu machen und sie zu schicken. Sie macht es einfach. Bei ihr gibt es kein Top oder Flop. Sie ist eigentlich immer Top. Das einzige, was manchmal scheiße ist, bin ich selber 😀 Mit einem guten Vorsprung hat die Polly nun also diesmal den Jumping gewonnen. Nächste Woche wäre eine Kombi schön.
Außerdem war Kirsten Brox so nett, und hat Alanis eingemessen. Das war etwas lustig. Erst hat sie sie auf 35,5 cm gemessen und sagte dann, dass sie aber sicher Medium sein, oder? Also, Alanis ist schon deutlich kleiner als Lane aber im Leben keine 35,5 cm, tja, aber wer so hampelt… Dann haben wir sie nochmal und nochmal und nochmal versucht einzumessen und eingetragen ist sie nun mit 39cm (auf Zehenspitzen). Also ein mittelgroßer Medium. Erstes Zuchtziel erreicht!
Mit 130 Startern war das Turnier eher spät zu Ende, und so gab es am Samstag kein Fotoshooting mehr. Am Sonntag waren dann logischerweise erst Lisas Hunde dran. Da es noch windiger war als am Freitag, entschied ich mich, uns den Ausflug nach Nordkirchen zu ersparen, und so haben wir im Studio die Idee, die ich für Lisa hatte, mit meinen Hunden auch gemacht. Ich muss sagen, diese Bilder gefallen mir echt gut. Auch wenn sie nicht das sind, was ich im Kopf hatte, denke ich, dass es eine schöne Alternative ist. 004A8005

Grandios

Dortmund Wickede Asseln sollte der Ort sein, an dem Alanis ihre Begleithundprüfung besteht. In diesem Verein hatte ich bislang immer nur Glück auf Veranstaltungen. Mit meinem geliehenen Cairn Terrier Nino bin ich damals die A0 noch gelaufen, ein Jahr später die A3, Lane ist Vize- Landesmeisterin in 2014 geworden, Polly hat dort letztes Jahr ihr erstes V0 geholt auf ihrem aller ersten Turnier, tja und so dachte ich mir, kann es nur gut werden. Die Gastfreundlichkeit des Vereins ist wirklich positiv zu erwähnen. Nachdem ich bei Facebook nach Terminen gefragt habe, hat Martin Schlockermann mich privat angeschrieben und mich herzlich eingeladen. Alanis und ich waren vorher 3 mal auf dem Platz üben, er hat ihren Ausbildungsstand als gut genug befunden und so hat er mir versprochen, dass es am 30.09. auf jeden Fall gutes Wetter geben soll. Am Freitagmorgen habe ich mit Alanis noch ein paar mini Übungen gemacht, und dann sollte sie den ganzen Tag „frei“ haben, und einfach nur tun, wonach ihr ist. „Nachts“ bin ich dann wach geworden, wir schlafen ja aktuell unter der Dachschräge, weil es auf das Fenster im Schlafzimmer geregnet hat. Ich fand es dann absolut notwendig, Daniel zu wecken um ihm mitzuteilen, dass? Dass es regnet. Er versicherte mir dann, dass es in einer Stunde wieder trocken wäre (???). Ich dachte dann, ok, vielleicht ist es ja auch erst 00.00 Uhr, oder maximal 1.00. Ein Blick auf die Uhr verriet mir dann: Nö, es ist 4.50. Na toll, damit wusste ich schon, dass es nicht mehr trocken wird. Ich habe auch kurz überlegt, ob ich die Prüfung doch abmelde, mir das Geld, den Aufwand und die Zeit spare und meinen Vormittag anders gestalte, aber ich wollte niemanden hängen lassen, die Teams und Reihenfolgen standen einfach fest und ich finde, sowas macht man nicht auf den letzten Drücker. Also sind wir hin, und kaum waren wir da, fing es auch schon an zu regnen. Ich persönlich habe gar nichts gegen Regen, aber dass mein Manchester Terrier sich vermutlich nicht hinsetzt, geschweige denn hinlegt oder gar 5+ Minuten liegen bleibt an einem Fleck kann ich total nachvollziehen. Ich bin also davon ausgegangen, dass ich das erste Mal mit einem meiner eigenen Hunde durchfalle, in Begleithundeprüfung Nummer 9. IMG_20170930_121100Als drittes Team sind wir dann auf den Platz nach einem wirklich tollen Frühstück, wo jeder zumindest ein wenig auf flauen Magen gegessen hat. Daniel durfte auch mitessen und das bestätigte mal wieder die enorme Gastfreundlichkeit von diesem Verein, in dem man sich wirklich immer wohl und gut aufgehoben und betreut fühlt. Alanis durfte zuerst laufen, nachdem wir ein Los gezogen haben, weil meine Teampartnerin auch lieber zuerst gelaufen wäre. Während meine Partnerin ihren Hund in die Platzablage führte, saß Alanis zitternd immerhin schon mal in der Grundstellung und wartete artig. Gut, damit hat die Richterin zumindest gesehen, dass THEORETISCH eine Grundstellung möglich ist mit diesem Hund. Dann marschierten wir los und Alanis war einfach da. Zwar nicht so euphorisch wie sie es auf trockenem Rasen ist, wenn ich Kekse in der Hand habe, aber sie war da. Laufschritt, Schleichschritt und sogar das Sitzen beim Anhalten alles ok. In der Gruppe hat sie sich auch noch gesetzt, aus der Gruppe heraus in die Grundstellung zum Ableinen hat auch noch geklappt. Ich habe auch ganz brav bei jeder Grundstellung die Richterin angeschaut und auf ihr Weitermachen- Zeichen gewartet. Ich dachte mir, wenn der Hund gleich nicht mehr läuft, dann machst du wenigstens einen soliden Eindruck 😀 Abgeleint, Kommando, los gegangen, und Alanis kam noch hinterher. Dann meinte sie in der Gruppe ohne Leine jemanden anzuspringen und an der Hand zu schnuppern. Eine Frau, die ihre Hände geschlossen und zu Fäusten geballt hielt. Ja, es könnte sein, dass Alanis am Vortag etwas weniger zu essen bekommen hat, als gewöhnlich… Egal, Hund angesprochen und weiter gegangen. Ich hatte mega Bammel vor dem ganzen, langen, mühsamen Kram nochmal von vorne. Alleine die 50 Schritte geradeaus ziehen sich manchmal wie ein Kaugummi. Ich habe irgendwann auch aufgehört zu zählen und für mich entschieden, das ist jetzt weit genug, Kehrtwende und zurück. Meine kleine, zitternde und total nasse, tapfere Alanis, immer noch am kämpfen. Sie ist mir dann 3-4 mal etwas abgedriftet und hinten „verloren gegangen“. Ich habe sie also freundlich mit der linken Hand gelockt und ihr versichert, es würde nicht mehr lange dauern. Sie hat immer und immer wieder so lieb aufgeschlossen. Und das ist genau ihr Charakter. Sie ist kein wildes etwas, so wie ihre Mutter oder Polly. Sie ist artig, lieb, macht in der Regel keinen Quatsch (mehr) und hat ein sonniges Gemüt. Außerdem ist sie gehorsam dabei. Fast sanft. Scheiß auf Führerhilfe. Mein kleiner Hund hat sich den Bauch abgefroren. In der Sitzübung saß sie dann auch noch, und wartete einfach auf mich. Sie ist in der gesamten Ausbildung und Vorbereitungszeit nicht ein einziges Mal aufgestanden. Sie hat immer ganz selbstverständlich gesessen. So auch gestern, bei Regen auf dieser nassen Wiese. Für das Platz brauchte sie dann 2 Kommandos und lag halbherzig. Ich habe ihr kein drittes gegeben und auch nicht mit einer Führerhilfe nachgeholfen, weil ich nicht dachte, dass sie sich überhaupt hinlegt. Ich habe für mich beschlossen, dass es okay ist so. Entweder die Richterin hat Verständnis dafür, dass der Hund einfach kaum Fell hat, oder wir fallen eben durch, was mich traurig macht, aber nicht sauer. Herankommen war ok, Grundstellung aus Vorsitzen auch. Dann ging es in die Platzablage und da ich wusste, dass das nichts wird, habe ich mich gefragt, ob die Leinenführigkeit und Freifolge ausreichend sein wird. In der Platzablage direkt ein lautes Kommando mit totaler Führerhilfe fast bist auf den Boden, und dieser liebe Hund legt sich ernsthaft hin… Irgendwie tat mir das Leid :/ Nach 20 Metern sagte die Richterin dann, dass es ihr reichen würde von der Distanz und so blieb ich stehen. In einem Moment, in dem sie dem anderen Hund aufmerksam zuschaute, drehte ich mich um, um nach Alanis zu schauen. Und? Sie stand. Oh nein 🙁 🙁 🙁 Insgesamt haben 6 von 8 Hunden keine Ablage gemacht. Alles Aussies / Shelties, ein Tervuren, ein Pudel. Und ein Schnauzer, der bereits durchgefallen war. Und meine Alanis stand dann auch. Hin und wieder dann habe ich mich mal nach ihr umgedreht um zu schauen, ob sie noch da ist. Und, irgendwie hatte ich das Gefühl, sie hätte sich nur „erhoben“, wäre aber ansonsten irgendwie festgewachsen… Daniel nickte mir dann nur von den Zuschauern aus zu, Daumen hoch, und ich wusste, okay, vermutlich bewegt sie sich wenigstens nicht. Sie stand dort, zitternd und gekrümmt, mein Herz hat geweint, aber sie stand dort. Der artigste Terrier dieses Planeten. Als ich dann zu ihr zurück kam, um sie anzuleinen, hat sie sich immer noch nicht bewegt. Erst auf Kommando erwachte die bedröppelte Statue dann wieder… Also, auf zur Richterin, beten dass es reicht und Unterordnung abmelden. „Unterordnung beendet“. Und dann sagt die Richterin: „Hey, dein Hund war ja grandios.“ Und lachte. Ich wusste kurz nicht, ob sie über meinen Hund lacht, oder ob sie Alanis auch so klasse fand wie ich. Ich würde sagen: Den Umständen entsprechend war Alanis mega! Aber naja, es gibt eine Prüfungsordnung, das Schema ist festgelegt, es gibt einen Punkteschlüssel für die einzelnen Übungen und wer bis 60 zählen kann, kann mir dann sagen, ob es reicht oder nicht. Ich hatte es aber offensichtlich mit einer Frau zu tun, die zwar sehr gesunde Augen im Kopf hat, und der nicht entgangen ist, was Alanis alles NICHT gemacht hat, die aber auch genug Verstand hatte, um zu sagen, dass sie sich in ihrer Situation auch auf keinen Fall hingelegt hätte 🙂 🙂 🙂 Oooooh, mein Herz ging auf. Ich war sooo happy. Sie sagte sofort, dass wir uns alle 3, bzw. 5 wieder im Verkehrsteil sehen! <3 Bei ihrer Beurteilung war sie dann natürlich streng, wie Richter so sind, Fußarbeit generell geschlossener, Kehrwendungen geschlossener, dies zögerlich, das Doppelkommando, jenes Führerhilfe, bla bla Platzablage aufgestanden, aber: „ist pinscherart. Bei dem Wetter legt man sich nicht hin. Das hat sie in der Platzablage dann auch gezeigt. Sie hat sich keinen Millimeter bewegt, aber liegen macht man nicht!“ Im Verkehrsteil gab es dann nichts spezielles. Bei der letzten Übung zurück auf dem Parkplatz wo der Rasen hoch war, sollten wir unsere Hunde nochmal alle ablegen und die Leinen einfach fallen lassen. Ich schaute sie an, sie schaute mich an. „Oder hinsetzen!“ 37 Sitz- Kommandos Richtung Alanis… Keine sitzende Alanis. Alanis stand. Ich schaue die Richterin wieder an, sie schaut weg. Habe das also als „Ok“ gewertet, und so langen 6 von 7 Hunden, einer stand. Und alle 7 haben bestanden! alanisbh

Mit 17 Monaten ist mein erster, selbstgezüchteter Hund damit ein geprüfter Begleithund und Deutscher Jugendchampion im Klub für Terrier. Hätte echt schlechter laufen können 🙂 Wenn wir jetzt auf der Couch kuscheln, kuschel ich nicht mit den 3 besten Hunden dieser Welt, sondern mit den 3 besten BEGLEITHUNDEN dieser Welt <3IMG_20170930_163526

So weit, so gut

Ergo: Man kann auch Powerbänke an Navigationsgeräte schließen. Das funktioniert wunderbar. Smartphones sind völlig überbewertet. Aber ich mag mein neues, altes Handy trotzdem.
Ja, die Videos sind dunkel. Ja, sie haben eine schlechte Qualität. Nein, ich kann sie aktuell nicht in HD rendern, weil mein PC nach 2,5 Minuten circa immer abstürzt. Ja, natürlich, nur beim Rendern von Videos. Ansonsten kann man PS, BR, LR, Thunderbird und Chrome gleichzeitig öffnen, Musik über Youtube hören und dabei noch Solitär spielen… I love Technik.

Landleben

Tja, ich denke, es hat alles seine Vor- und Nachteile. Es ist definitiv nicht so, dass wenn man aufs Land zieht, man sich über nichts und niemanden mehr ärgert, alles ruhig ist und man nur Blumen gießen und Rasen mähen muss. Ich denke, ich darf auch mal über die doofen Sachen berichten. Zum Beispiel über Tiere, die mich nerven.

Wühlmäuse. Oh man, oh man. Wenn man Schuhe bei uns im Garten anhat, ist alles halb so wild. Barfuß merkt man dann aber doch schon die eine oder andere Unebenheit, wobei, ja ja, ich auf sehr hohem Niveau mecker. Nachdem ich jetzt etwas empfindlich bin, was dieses Thema angeht und hier und da mal auf diversen Hundeplätzen darauf achte, wie eben der Boden eigentlich ist, ist der in unserem Garten im Schnitt tendenziell sogar noch besser 😀 Dennoch, ich möchte die Löcher füllen. Habe aber keine Ahnung. Und dann geht es los. Man setzt sich auf einmal mit Themen auseinander, von denen man noch nie was gehört hat. Ich kannte ehrlich gesagt bis dahin keine Wühlmäuse und nachdem Polly ein offensichtliches Loch im Boden aufbuddeln wollte, habe ich ihr das einfach mal erlaubt, weil ich dachte, naja, vermutlich gibt es nichts natürlicheres als einen Terrier, der einen Nager… vertreibt. Was die Mittel der Bekämpfung von Wühlmäusen angeht, gibt es von „bringt gar nichts“ über „muss das sein“ bis hin zu „das ist echt ekelhaft“ einfach alles. Ich dachte mir, die Polly soll das mal machen. pollymausMeine fleißige, brave und unermüdliche, tolle Polly. So toll hat sie ganz alleine einen ganzen Gang systematisch aufgebuddelt. Irgendwie erinnerte mich das an die Geburt von Lanes Welpen. Man erlebt seinen Hund auf einmal von so einer anderen Seite. So mühsam, wie man ihnen versucht, manche Dinge begreiflich zu machen, so selbstverständlich und instinktiv perfekt tun sie dann von ganz alleine andere. Wir haben keine Maus gefunden, die Polly hatte aber immerhin sehr viel Spaß und hat gut geschlafen. Den ganzen Garten darf sie jetzt aber nicht umbuddeln. Ich bin mir an einigen Stellen auch nicht mehr sicher, ob es sich nicht um längst verlassene Gänge handelt. Keine Eingänge zu finden, keine frischen Erdhügel. Einfach nur unterirdische Kanäle. Wir probieren es jetzt erstmal mit diesen Ultraschall- Solar- Dingern, und mit kleinen Gaskugeln, die ich in die Gänge graben werden. Nein, sie vergiften die Mäuse nicht, sie sollen sie nur zum Umziehen animieren. Bis dahin stopfe ich meine Löcher dann mit Mutterboden, den ich dank Florian, dem Helden des Dienstags, nun in meinem Garten liegen habe. Da sein Hänger keine eigene Bremse hat, darf er nur 700kg ziehen. Also haben wir etwas über 600kg Mutterboden gekauft. Als der Bagger den auf seiner Schüppe da hatte, dachte ich, das reicht nie im Leben. Als die Erde im Hänger war, dachte ich, viel zu viel. Als wir sie in den Garten geschleppt haben, fand ich, sieht aus wie ein Ameisenhügelchen 😀 Ich war dennoch sicher, dass 9 Schubkarren reichen. Aktuell bin ich überzeugt davon, dass ich noch 10 – 15 weitere Hänger brauchen werde. Und wenn dann wieder Mäuse kommen, die alles aufbuddeln… Tja, dann weiß ich nicht, zu welchen Mitteln ich greife. Das ist echt so eine langaufhaltende, blöde Arbeit diese Kack- Löcher zu stopfen… Man ey. Aber ich will einfach nicht, dass irgendwer von meinen Hunden sich verletzt, also mache ich mir die Arbeit. löcherMücken. Soooo nervig. Sie sind überall. Sie summen dir am Ohr entlang, auch wenn du nur auf der Couch sitzt bei Licht, und isst, und dich noch bewegst. Also bevor du schläfst und es dunkel ist. So dreist!!! Die machen nicht mal vor einem wachen Menschen Halt! Sie stechen sogar durch Leggings! Ja, selbst Schuld, ich weiß. Da schenkt Daniel mir zum Geburtstag eine richtig gute Arbeitshose und Sicherheitsschuhe, und ich stehe da mit dem Hammer in der Hand in meiner Leggings und kloppe die Wand mit ihm raus. Immerhin hatte ich Gummistiefel an, wegen dem Staub und so. Naja, anderes Thema. Diese Viecher, die stechen wirklich immer nur mich. Im Schnitt habe ich 5 – 8 Stiche und Daniel 0 – 1. Das ist so gemein. Ein Ultraschall- Dings darf ich nicht nehmen, weil Daniel meint, das wäre ihm zu laut. Ich kann es kaum erwarten, bis mein Lavendel endlich mehr ist. Den soll man pflücken und kleine Büschel aufhängen. Soll die Viecher auch fern halten. Ich werde doch noch eines Tages ein Pflanzen und Gartenexperte!

Hornisse. Die eine, die auf dem Balkon in der Wohnung lebt, in der wir natürlich wohnen. Daniel macht die Tür auf, und ich sehe nur ein riesiges Ding hinein fliegen. Ernsthaft, ich hasse Insekten. Ich mag keine Schnecken, keine Käfer, nichts was krabbelt, fliegt oder schleimig ist 🙁 🙁 🙁 Ich musste meinem inneren Zwang, alles zu evakuieren, echt so doll unterdrücken. Von der Couch aus sah das Ding aus, als wären es 3 Bienen hintereinander, so als würden sie eine Party feiern und Bolognese fliegen. Sie ist von alleine wieder raus. Und saß dann da. Den ganzen Abend, die ganze Nacht, den ganzen Morgen und den ganzen weiteren Tag und hat uns beobachtet. So ein Monster!!!! Ja, ich habe ein Foto, aber auf dem Foto wirkt sie harmlos. Das wäre deshalb etwas konträr nun zu posten, weil es meine Erzählungen entschärfen würde, und das möchte ich nicht! Es war eine absolut ernstzunehmende Bedrohung!

Waschbären. Nein, ich habe sie nicht gesehen, aber der Nachbar (booooooooah es kribbelt in meinen Fingern, mich über diverse Menschen auszulassen, aber nein, es ist noch zu früh -.- ) meinte, er hätte sie gesehen. Auf dem Dachboden in dem Zimmer neben dem, in dem wir schlafen, also in der ersten Wohnung im zweiten Treppenhaus, da liegt etwas Kot und es „riecht“. In einem nagelneuen Dachboden 🙁 HILFE!!! Ich habe Daniel ich weiß nicht wie oft gebeten, das Loch im Dach zuzumachen. Nachdem er es nie „morgen“ gemacht hat, hat uns der Waschbär oder wer auch immer gestern Nacht wach gemacht. Nein, das war vorgestern. Daniel ist dann zwei mal rüber und hat mit einer Metallstange da den Boden und die Wände abgeklopft um ihn zu verjagen. Gestern war das Loch dann endlich zu (wieso muss immer erst was sein!?) und heute Nacht habe ich das erste Mal NORMAL geschlafen. Ja, die Hornisse ist mit dem Regen erstmal gegangen.

2-3 Haushalte gleichzeitig. Das Sauberhalten habe ich aufgegeben. Daniel besitzt einen antiken Staubsauger, der auf Grund seiner Technik im Jahre 1845 vor Christus voll im Trend war und deswegen auch nur 87 kg wiegt und von mir nicht angerührt wird. Das Kabel zieht sich nicht mal automatisch ein uns muss auf eine dafür bestimmte Vorrichtung aufgewickelt werden. Tja, und der gute, kleine, der ja nur aus einer Saturn- Filiale ist und noch keinen Kultstatus hat (aber einfach mal das tut, was er soll: saugen, und dabei flexibel sein!), steht in Welver. Mein Bügeleisen steht in Welver, weil ich permanent Decken waschen und Bügeln muss für meine Baby- Shootings. Bei Daniel liegen 3 Waschmaschinen Wäsche, die gebügelt werden müssen. Also, nur meine Klamotten. Er ist mit zerknitternden Sachen ok. Die Hundewaschmaschine steht in Welver, ist aber noch nicht angeschlossen. Als wir neulich hier geschlafen haben, hat Polly auf ihre Decke gekotzt. Die liegt jetzt aber im Flur in der Lessingstraße, weil ich die nicht in der Menschenwaschmaschine waschen darf und die andere wie gesagt in Welver steht. Obwohl wir immer noch Würstchen von meinem Geburtstag über haben, finde ich, dass man nicht jeden Tag grillen kann und sich auch abwechslungsreich ernähren muss. Ich koche also doch noch hin und wieder, obwohl es mich nervt. Die Teller von Daniel sind nun auch in Welver, weil wir mehr gebraucht haben für meinen Geburtstag, es waren glaube ich so 16 Leute da, und ich werde einen Teufel tun, und sie für ein paar Wochen wieder hier her fahren, nur weil jemand seine Sachen noch nicht gepackt hat. Also muss ich immer schauen, mit welchen Mitteln ich hier überhaupt kochen kann. Der Pfeffer ist gestern, nachdem ich uns eine hervorragende Hokkaido- Suppe gekocht habe, ausgegangen und wo steht die zweite Pfeffermühle? In Welver 🙂 🙂 🙂 Ja, da kommt unheimlich Freude auf, vor allem, wenn man dann noch einen Anruf erhält, ach wir könnten doch heute gerne wieder in Welver schlafen. Hast du dir Gedanken übers Essen gemacht? Äh ja, gerade fertig geworden. Steht noch heiß auf dem Herd. Gut, ich mache mich dann mit meiner Kürbissuppe direkt auf den Weg. Ne, kein Problem, dass der Topf bis oben hin voll ist, weil ich direkt für zwei Tage gekocht habe um Zeit und Aufwand zu sparen. Transportiert du Schlangen? Molche? Drachenbabies? Nein man, eine Kürbissuppe. suppe

Dass Alanis und Polly in der Zeit, in der ich mal wieder den ganzen Kram, den ich von A nach B kutschiere, seit Wochen übrigens und immer aus diesem verfluchten, zweiten Stockwerk in mein Auto schleppe, den Mülleimer geplündert haben, den Sahnebecher blitzeblank geschelckt und alle Kürbiskerne inhaliert haben, trägt zu meiner positiven Begeisterung über den ganze Heckmeck bei. Bevor ich mit meiner Drachenbabysuppe dann aber in Welver war, haben wir erst noch einen kleinen Ausflug gemeinsam nach Dortmund gemacht, damit Alanis den Platz kennen lernt, wo sie hoffentlich diesen Monat noch ihre Belgeithundeprüfung ablegt.
Meine. Nerven.

Ruhe. Ja, es ist ruhig. Aber ist ruhig gleich positiv? Ich denke, in einer gemischten, normalen Geräuschkulisse die man in der Stadt hat, fällt halt nicht jedes Knacken auf. Wenn Daniel dann morgens zur Arbeit geht, liege ich manchmal noch einen Moment im Bett, und horche. Ob ich will oder nicht. Und dann danke ich, ok, welcher Fluchtweg wäre der sinnvollste von hier oben? Ich könnte die Wohnung noch weiter oben anpeilen, die Eingangstür ist nur weniger Stufen weiter rechts oben neben der Eingangstür zu der aktuellen Wohnung. Von dort aus könnte ich aus dem Fenster in den Grüncontainer springen, der schon so gut wie voll ist, weil wir noch keine Ziegen haben, die das alles auffressen. Dann würde ich einigermaßen weich landen, müsste vorher nur alle drei Hunde noch kurz aus dem Fenster werfen und von dort könnte ich dann in mein Auto, wenn ich an meinen Schlüssel denke, was sicherlich nicht der Fall sein wird, und flüchten. Das Problem ist nur, dass meine Kamera aktuell in der zweiten Wohnung im ersten Treppenhaus liegt, in den zwei Räumen die noch zu der ersten Wohnung im ersten Treppenhaus gehören, zu unserer. Und ohne meine Kamera… Tja, dann bin ich arbeitslos.

Ansonsten ist es aber toll 🙂 Ich denke, es wird lediglich 2 – 16 Jahre dauern, bis ich mich an dieses neue Leben gewöhnt habe, aber es ist toll. Wirklich.