Resümee und Planung

Resümee und Planung

Ich denke, es ist mehr als angebracht, ein paar Worte zu unserem ersten Wurf und allem drumherum zu verfassen. Es war eine extrem aufregende, ereignisreiche Zeit, voller Erfahrung, Freude aber auch Enttäuschung und Missgunst.004A3156

Den Wurf mit Lane, meinem absoluten Traumhunde, habe ich schon länger geplant. Es scheiterte zuerst an den Räumlichkeiten und Bedingungen, dann habe ich eine Immobilie gefunden, die ich finanzieren konnte und die all meinen Kriterien entsprochen hat, unser kleines Hexenhaus, und als ich auch endlich einen Rüden gefunden habe, der ebenfalls meine wichtigsten Kriterien, nämlich Charakter und Größe, vereint hat, wurde Polly im September letzten Jahres läufig und Lane zog nach. Mein Zwinger wurde im Oktober genehmigt, Lanes Hitze war um November geplant, und so hat sich der Wurf ein wiederholtes Mal um mindestens ein halbes Jahr verschoben. Auch wenn Sommer- Welpen sicherlich die angenehmeren sind, hatte ich natürlich etwas Bedenken wegen Lanes Alter im Bezug auf den ersten Wurf, denn mit zunehmender Zeit wird dies natürlich auch nicht weniger, obwohl Lane super, super fit ist. Nichts desto trotz musste es dann so sein und ich setzte mich ein wiederholtes Mal mit der Rüdensuche auseinander, war mir der erste Rüde doch etwas zu eng gezogen und hatte mir zu viele doppelte Hunde in der Ahnentafel.  Und so bin ich auf den jetzigen Vater meiner Welpen gestoßen. Finlej Aluzja. Da wir noch Zeit hatten bis zur nächsten Hitze, machte ich mir die Mühe und habe mir den Rüden vor Ort in Tychy (PL) angeschaut, um mich selbst von ihm zu überzeugen. Daniel und ich waren beide angetan von ihm, und er von Lane sowieso 🙂 Nur Lane fand sein Spielzeug besser 😉 In Deutschland angekommen habe ich beschlossen, die Suche aufzugeben und es bei Finlej zu belassen. Ja, es sollte Finlej werden. Ein Rüde, der klein ist, sehr viel Temperament hat, Fremden gegenüber rassetypisch reserviert, aber nicht scheu, Deckerfahrung, kräftige Farben und Daumenabdrücke hat und ein tolles Gebäude. Was noch als i- Tüpfelchen hinzu kam, dass seine Mutter bei den Besitzern ebenfalls vor Ort lebte, und wir „Furia“ auch kennen lernen durften. Ich habe den Wurf von Anfang an nicht an die große Glocke gehangen, weil es offenbar einige Menschen gibt, die mir weder Lane, noch eine eigene Zucht gönnen (Lane ist weder untypisch, noch hat sie irgendwelche Krankheiten 😀 ). Den wenigen, denen ich mich anvertraut habe, war der Rüde ebenfalls sehr sympathisch, sie kannten ihn von den zahlreichen Shows, die Finlej besucht hat (nein, er wird NICHT im Agility geführt) und alle fanden ihn toll und hübsch und hatten auch schon mal überlegt und und und. 004A0140Dann wurde Lane läufig. Ab dem 8. Tag haben wir mit den Progesteron- Test begonnen und ich habe ein kleines Vermögen in der Klinik gelassen, um auf Nummer sicher zu gehen, wenn ich schon nach Polen fahre. Insgesamt waren es 4 Tests an der Zahl, und Lane sollte an Tag 16., am Dienstag und an Tag 18., am Donnerstag belegt werden. Am Dienstag also bei Finlej gewesen, der sehr interessiert war, ebenfalls wie Lane an ihm. Sie stand super, aber hampelte als es „ernster“ wurde doch noch recht viel rum. Dennoch hat der Deckakt geklappt und die Hunde hingen eine gute halbe Stunde. Finlejs Frauchen meinte, wir sollten am Mittwoch wieder kommen und direkt nachdecken. Da sich Spermien aber länger halten, war ich mir sicher, dass Donnerstag reicht um einen „langen“ Zeitraum abzudecken. Kaum nach dem Decken bei meiner Familie angekommen, habe ich an Lanes Verhalten irgendwie gemerkt, das wird am Donnerstag nichts mehr. Ich weiß nicht mal genau warum, da ich noch nie einen Hund habe belegen lassen, aber ich habe Agnieszka abends noch geschrieben, dass wir es am Donnerstag probieren können, ich aber denke, dass Lane kein Interesse mehr haben wird. Tja, und genauso war es auch. Ich bin zwar kein erfahrener Züchter, aber ich kenne meinen Hund sehr gut. Das Nachdecken hat nicht mehr geklappt und da es super kalt war (jap, in Polen hat es mega geschneit Ende Februar) und meine Mama mit Polly im Auto saß, habe ich entschieden, dass wir es dabei belassen. Ich glaube daran, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen sollen. Es gibt Menschen, die sicherlich viele auch negativen Ereignisse damit auslegen „alles hat einen Grund“ und manchmal scheint es banal, nahezu lächerlich, aber ich glaube es dennoch. Ich habe es geschafft, aus bisher jedem noch so schlimmen Ereignis meines Lebens eine positive Bilanz zu ziehen und so bin ich nach Hause gefahren. Ich war mir nicht sicher, ob Lane nun trächtig ist oder nicht, aber ich habe es einfach dabei belassen.004A2830

Bis zur 3. Woche habe ich gewartet, und bei Lane keinen großen Unterschied gemerkt. Ich habe sie direkt aus dem Sport genommen, weil ich Angst wegen der Einnistung hatte und habe sie lediglich für trockene Übungen in den Garten genommen, wo sie nicht springen musste. Und dann war da dieser eine Tag, wo Lane vollkommen durch den Wind war, einfach nur rumkasperte, überhaupt nicht zuhörte und ich so gar nichts abrufen konnte, von dem, was sie so sicher kann. Ich habe gehofft, dass es an einer Trächtigkeit lag, sonst hätte ich mir ernsthafte Gedanken um ihren „Zustand“ machen müssen. Beim Ultraschall war dann klar: Lane ist trächtig. Die junge Ärztin hat auf 3 Welpen getippt, wobei ich bei dem 3. schon Unsicherheit ihrerseits gespürt habe. Die ersten 2 hat sie auf Anhieb gefunden und dann nach ewigem Suchen sagte sie: „Ich tippe auf 3“. Tja, und da war die erste Enttäuschung, weil wir uns so sehr eine Hündin von Lane gewünscht haben. Momentan kommen überall so viele Rüden zur Welt, dass die Wahrscheinlichkeit bei 3 Welpen auf eine Hündin schon stark reduziert war. Obwohl ich mit der Klinik bis dahin sehr zufrieden war und sehr viele Züchter dort hingehen und nur gute Erfahrung gemacht haben (bis auf die etwas überteuerten Preise vielleicht),  habe ich dennoch gehofft, sie hat sich einfach vertan. Nun, das hat sie auch, aber nicht nach unten, sondern nach oben. Lane hat kaum an Umfang zugenommen und deswegen sind wir am 58. Tag noch einmal zum Röntgen gefahren, um uns auf eine eventuelle Einlingsgeburt einzustellen. Das Röntgen zeigte klipp und klar 2 Babies, die ziemlich startklar aussahen. Sie waren super entwickelt, der erste lag schon mit dem Kopf in die richtige Richtung und es sah wirklich so aus, als könnte es losgehen! Unbenannt-1

Und wie der Mensch eben so ist, nie zufrieden mit dem, was er hat, war ich noch enttäuschter und sauer, dass ich mich über 3 Welpen beim Ultraschall geärgert habe, wo es nun nur noch 2 waren. Meine Freundin, die mit mir zum Röntgen war, wollte dann noch witzig sein, und meinte: „Hey, sieh’s positiv, dann brauchste nicht so nen großen Auslauf.“ Wir haben den Auslauf natürlich genauso groß gelassen, wie er war und ach, irgendwie hat dieser Spruch es echt nicht besser gemacht. Den Tag darauf musste ich ins Krankenhaus zur Nachsorgeuntersuchung und verließ die Klinik mit der Information, dass der Gebärmutterhalskrebs sicherlich mit Krebs Nummer 1, dem Lymphdrüsenkrebs, zusammenhängt und dieser einfach generell viele neuen Krebse mit sich bringt. Aber, und da war er schon wieder, dieser überhaupt nicht aufheiternde Satz: „Wenn man sich regelmäßig komplexen Kontrollen unterzieht, kann alles gut behandelt werden, wenn es früh erkannt wird.“ Also, zu meinen normalen Untersuchungen alle 6 Monate für den Hodgkin darf ich bereits alle 3 Monate zum Gyn, nun auch alle 6 zum Hautarzt für ein Screening und noch irgendwo hin soll ich, was ich schon wieder vergessen habe. Hatte ich eh nicht vor. Und dann fährt man nach Hause, denkt sich, okay, du hast 4 Progesteron- Tests gemacht und jetzt bringt deine 5 Jahre alte Hündin 2 Rüden auf die Welt. Ich war schon echt ziemlich schlecht drauf zu dem Zeitpunkt. Und dann habe ich darauf gewartet, dass Lane nun noch überträgt und wir einen Kaiserschnitt machen lassen müssen. Wir hatten den ausgerechneten Geburtstermin für Dienstag, den 26.04. Am Sonntag war das erste Cup- Turnier und ich habe zwar etwas gezögert, ob ich wirklich hinfahre, bin es aber noch. Lane war einfach wie immer. Nichts auffälliges. Daniel hatte Dienst und hat sie total bewacht. Ich habe jede Stunde angerufen und gefragt, ob es was Neues gibt. Nichts. Lane pennt und frisst und die Temperatur ist unverändert. Aus Coesfeld wäre ich schnell da gewesen. Abends war immer noch alles unauffällig. Und wie wir so oben im Bett lagen, meinte ich zu Daniel, dass ich heute lieber unten schlafe. Er fand es etwas komisch, weil ja nichts war, aber ich habe mich besser gefühlt und unten bei den Hunden auf der Couch gepennt. Oh man, und dann gings los. Was für eine Eingebung. Um 4.30 Uhr fing sie an, den Auslauf auf den Kopf zu stellen und erstaunlicherweise überkam mich gar keine Panik. Ich habe mir von Anfang an vorgenommen, diese Geburt mit Lane zu meistern und ab da fing eigentlich dieses ätzende Dilemma mit den gut gemeinten Ratschlägen der ‚hilfsbereiten Leute‘ an. Es sei falscher Ehrgeiz von mir, es gibt so viele Risiken, und wenn der Welpe dies, wenn der Welpe das. Also habe ich mich kurz vor der Geburt umentschieden und eine benachbarte Züchterin angefragt, ob sie mir zur Seite stehen würde, wenn es losgeht. Es geht schließlich um das Leben kleiner Hunde, und auch wenn ich bei welcher Komplikation auch immer sicherlich eh wie ne Geisteskranke zum Arzt gerast wäre, lieber kein Risiko eingehen. Die Züchterin, die ich angefragt hatte, hat jedoch durch die Blume abgelehnt mit den Worten: „Die Natur des Hundes ist schon wunderbar.“ Und da ich mich habe total verrückt machen lassen von dem Gelaber der Leute, dachte ich nur: ja, du hast ja leicht reden. Wenn bei mir schon etliche Male alles gut gegangen wäre, würde ich auch so schlaue Sprüche klopfen. Nun, aber wen willst du um 4.30 Uhr erreichen? Eben. Also mussten wir da zu zweit durch, nur Lane und ich. Ich war erstaunt, wie schnell die Presswehen eingesetzt haben und es dauerte auch gar nicht so lange, bis ich ein kleines Köpfchen gesehen habe. Zumindest dachte ich das. Und je mehr sie gepresst hat, desto rosaner wurde das, was man sah und ich verspürte auf einmal doch einen kleinen Anflug von Panik. Mittlerweile 6 oder so, habe ich eine Freundin aus der Schweiz angeschrieben, Border Terrier Züchterin und Mutter von 3 Kindern, die sicherlich schon wach sind. So war es auch. Sie leistete mir dann Beistand über die Distanz und wusste auch nichts mit dem Foto, dass ich ihr geschickt habe, anzufangen. Ich dachte dass der Welpe irgendwo offen sei, oder etwas nicht zugewachsen ist oder oder oder. Um kurz nach 7 war Lane dann schon recht weit und als Daniel aufgestanden ist, habe ich ihn nur noch fix zu sich nach Hause geschickt um die Küchenwaage zu holen, weil wir an diese noch gar nicht gedacht haben – wer hätte auch geahnt, dass Lane einen Tag vor dem errechneten Termin überpünktlich ihre 2 Babies auf die Welt bringt? Mit den Worten: „Beeil dich, sonst ist der Welpe da, bevor du da bist“ rannte Daniel etwas panisch aus der Tür. Oh man, Männer und Geburten. Ohne Daniels Anwesenheit kam dann der erste Welpe auf die Welt und Lane machte sich SOFORT ans Werk. Während ich nochmal alle Methoden des Abnabelns, die mir aufgequatscht wurden, durchgegangen bin, hat Lane das Ding schon erledigt. „Die Natur des Hundes ist schon wunderbar.“, klingelte es in meinen Ohren, und sollte in den nächsten Wochen der beste Tipp werden, den ich je gehört habe im Bezug auf die Hundezucht. Ich habe mich nicht getraut, den Welpen umzudrehen und nach dem Geschlecht zu sehen, was total dämlich war 😀 Ich war einfach nur froh, dass alles gut gegangen war bisher und der Welpe auf den ersten Blick gesund schien. Und dann habe ich es getan, und eine riesige Erleichterung gespürt. Alanis. Alanis die mit offenem Mund mit ihrer Zunge gegen die Blase gedrückt hat.004A0571

Alanis war noch nicht trocken, zog aber schon kräftig an der Zitze, als es bei Lane weiter ging. Als Daniel ankam, sagte ich nur: „Es ist eine Hündin.“ Gott, wir waren so überwältigt. Exakt 30 Minuten später um 8.37 Uhr kam Lou förmlich heraus geschossen, und hatte es offenbar wesentlich einfacher als ihre große Schwester. Auch hier hat Lane einfach alles alleine gemacht und weil sie vehement darauf bestanden hat, die Babies auf der Couch zur Welt zu bringen (wir haben lange diskutiert, sie hat aufgehört zu pressen, sobald ich ihr versucht habe zu vermitteln, dass die Wurf Box der bessere Ort für eine Geburt ist), sind wir anschließend erstmal in die Wurfkiste umgezogen. Diese verließ Lane dann auch nur gegen ihren Willen, damit ich sie auf die Wiese zerren konnte, wo sie in Rekordzeit Pippi gemacht hat und um ihr Essen herunter zu schlingen.  2 gesunde Hündinnen also, wie viel Glück kann man haben. Ich hatte einige Leute auf meiner „Liste“, aber vieles hat sich mit der Zeit zerschlagen, oder war nicht mehr so intensiv, manche haben sich schon anderweitig umgesehen, manche wollten einfach nicht warten oder sonst was. Nur Lous neue Familie hat seit über 1 Jahr auf ihre Hündin gewartet. Und bei ihren neuen Besitzern weiß ich, dass sie nicht primär für den Sport angeschafft wird und auch sicherlich nicht abgegeben/ersetzt, wenn sie aus welchen Gründen auch immer kein Agility (mehr) machen kann. Das ist mir einfach wichtiger, als dass der Hund garantiert Meisterschaften laufen wird. Am 25.04.2015 hat Thorsten mich auf einem Turnier in Bochum auf den Manchester angesprochen und nachdem ich ihm erzählt habe, dass wir auch noch einen wollen, nach Möglichkeit einen Welpen von Lane, schrieb er mir kurz darauf eine Email, dass er sich auch einen Hund von Lane wünscht. Exakt ein Jahr später, am 25.04.2016 wurden die Mädels geboren. Es sollte einfach so sein. Es war auch übrigens Daniels und mein Jahrestag,  also fast romantisch, aber naja. Daniel halt 😉 So, und dann lagen sie da. Meine 2 Hündinnen mit ihrer Super- Mama Lane.004A9966

Ich habe mich noch gar nicht richtig zu Ende gefreut (geht das überhaupt? ), und die absolut komplikations- und reibungslose Geburt verarbeitet, die Enttäuschung über „nur 2 Welpen“ (was habe ich mich satt gehört an diesen Wörtern. „Echt? Nur 2? Ist das normal?), da ging es weiter. Wusstest du nicht, dass Finlej dies, dass Finlej das? Hast du nicht gehört, dass da und da ein total gestörter Welpe nach Finlej ist? Oh, ne, also den Rüden hätte ich nicht genommen. Du willst Sport machen? Wow. Ich hoffe deine Babies haben Temperament, ich hoffe die Welpen sind gesund. Bla bla bla. Puh, ok, und ich saß da, vor dieser Wurfbox, mit den Nerven am Ende und habe meine Welpen angesehen und mich gefragt, was mit den beiden nicht stimmt? Ziel erreicht, würde ich sagen. Ich war so weit, dass ich eines Abends im Bett lag und so geheult habe und zu Daniel meinte, ich verkaufe alle beide und lasse es gut sein. Er wurde richtig sauer, und meinte zu mir, dass er nicht jeden Tag vor dieser Wurfbox sitzt und sich den Hintern aufreißt, damit ich beide Hunde verkaufe… Meine Zuchtwartin war an Tag 3 da. Sie war absolut zufrieden, fand alles gut, alles normal. Alles drum, alles dran. Sie meinte auch, wir sollten unbedingt einen weiteren Wurf mit einer so souveränen, liebevollen und instinktsicheren Hündin machen.  Als ich mich auf diese Aussage berufen habe, wurde ich darauf hingewiesen, aaaaach, meine Zuchtwartin. Ja ja 😉 Die züchtet ja auch nur Airedale Terrier. Da hat man keine Ahnung von Manchestern (!!!). Nach 14 Tagen hat mein Tierarzt die Babies begutachtet. Er war absolut zufrieden, fand alles gut, alles normal. Alles drum, alles dran. Es lag also an mir, mich von den Menschen, die einem offenbar einfach gar nichts gönnen, nicht einmal 2 Welpen, zu distanzieren und mich mental davon zu verabschieden.004A0600

Im Laufe der Zeit ist mir dies auch immer besser gelungen. Bei der Frage nach der Zufütterung, habe ich schon lange auf keinen der zahlreichen, nennen wir sie mal „Tipps“ gehört. Es schien, dass wenn man 3 Leute fragt, man am Ende 5 Meinungen hat. Also, ICH fütter NUR und AUSSCHLIEßLICH / Du MUSST UNBEDINGT bla bla bla/ Auf jeden Fall geht es NUR, wenn du mit Welpenmilch anfängst etc.pp. Ich wollte die ganze Zeit Platinum füttern und alle haben gesagt, dass man Platinum nicht einweichen kann und es deswegen für so kleine Welpen ungeeignet sei. So, und dann haben wir uns in die Küche gestellt, es zerhackt, sind mit nem Nudelholz drüber und haben es sehr wohl eingeweicht! Spätestens als die Welpen ihre ersten wackeligen Versuche auf den Beinchen starteten, wusste ich: Ich habe 2 super Welpen!!! Lou öffnete zuerst die Augen, sie traute sich zuerst aus der Wurfbox. Alanis hingegen konnte als erste „laufen“, hatte sie auch wesentlich weniger Gewicht mit sich zu schleppen. Obwohl sie 8 Gramm schwerer war bei der Geburt, hat ihre kleine Schwester sie deutlich überholt. Vom Temperament haben sich beide anfänglich nicht viel getan. Jede hatte ihre Phase, wo sie aktiver war, und wo sie eher ruhigere Tage hatte. Obwohl mein Herz von Anfang an eher bei der „roten“ war, wie wir sie nach den Halsbändern nannten, habe ich mich lange schwer getan, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Als die Welpen fast 5 Wochen alt waren, haben uns Lous Menschen das erste Mal besucht. Damals habe ich gesagt, dass ich mich bis zur 6. Woche entschieden haben möchte und wir zu der roten Hündin tendieren, uns aber noch nicht sicher sind, obwohl ich die ganze Zeit wusste, Daniel ist total in Alanis verliebt. Beim nächsten Besuch habe ich Daniel vorher gefragt: Was sage ich denen jetzt? Und er antwortete eindeutig: „Ich will die rote.“ Wenn ich an unser erstes Gespräch zurück denke, wo ich Daniel von meinen Zuchtplänen erzählt habe, und er mir seine klassische „Hm-Antworten“ gab, und auf meinen Hinweis, dass ich gerne ein Mädchen behalten möchte meinte: „Ich finde, 2 Hunde sind genug“, war ich etwas irritiert, als ich kurz durchgezählt habe, und ohne einen weiteren bereits auf 3 kam. Tja, und dann will er Alanis. Kerle sind echt anstrengend. Also gut, dann bleiben wir bei der roten. Den Menschen von Lou war es gleich. Lous Frauchen meinte von Anfang an, sie könne mit Fräulein rosa auch gut leben, Lous Herrchen hielt sich etwas bedeckt (Ich sage ja, Kerle) und im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass wir absolut die richtige Entscheidung getroffen haben. Hätte ich nicht bereits ein Kaliber wie Polly hier sitzen und würde einen aktiven Hund suchen, der mich wieder etwas auf Trab hält, mit dem ich vielleicht ein bisschen Sport machen kann, aber nicht unbedingt züchten, hätte ich mich glaube ich für Lou entschieden. Lou ist der Haudrauf von beiden. Beide Hunde haben viel Temperament, aber Lou ist etwas gröber in ihrer Vorgehensweise, etwas krasser und heftiger. Alanis spielt auch mal gerne so für sich selbst, läuft mit Plüschis durch die Gegend und ist einfach happy. Sie ist zarter, zierlicher und sanfter. Was deutlich besser zu meinen anderen Hunden passt. Sie stellt ihr Glück nicht so schnell auf die Probe und ich denke, dass es sonst auch eher mal mit Polly Stress geben könnte, weil Polly eher so ist wie Lou. Sehr klar und deutlich, in dem was sie möchte, und auch sehr hartnäckig, um an ihr Ziel zu kommen. Und zwei davon? Nein, danke! Alanis ist okay mit vielen Dingen, die man nicht möchte. Sie schläft auch mehr als Lou und ja, frisst leider nicht für ihr Leben gern. Im Moment ist sie etwas mäkelig, aber die Phase hatte ich mit Polly auch, von daher ist es auch gut, wenn der kleine Mähdrescher bei Terrier- unerfahrenen Menschen ist. 004A4251

Lane hat die Welpen fast bis zur 9. Woche gesäugt, auch wenn sie sich die meiste Zeit nicht mehr bei den Babies aufgehalten hat, hatte sie stets ein Auge auf sie und hat sie immer noch regelmäßig geleckt und geputzt. Polly durfte recht früh mal gucken, aber nicht zu nah an die Welpen. Ab der 4 – 5 Woche, sollte sie sich aber als der beste Babysitter, den man für zwei halbstarke Manchester Terrier Welpen haben kann, entpuppen. Ich bin so froh, sie bei uns zu haben! 004A3556

Mein Tierarzt hat beim ersten Besuch sofort zu mir gesagt: Glauben Sie nicht alles, was Züchter Ihnen erzählen. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und in Kombination mit dem Spruch, dass die Natur des Hundes schon sehr gut eingerichtet ist, waren diese 2 Tipps die besten, die ich in der Zeit erhalten habe. Wir haben letztendlich vieles nach Gefühl entschieden, und ich bin etwas enttäuscht von mir selbst, dass ich nicht von Anfang an wesentlich mehr auf mich selbst und meine Super- Lane gehört habe. Man möchte natürlich so wenig wie möglich falsch machen, und ich glaube, dass es ganz normal ist, wenn man seine ersten Welpen groß zieht, aber diese Welt hat wirklich viele gemeine und hässliche Menschen. Ich bin so überzeugt von meinen Welpen und so glücklich mit der Verpaarung und Entwicklung, dass ich wesentlich gestärkter aus diesem Wurf heraus gehe und es mir nie, NIE wieder in meinem Leben passiert, dass ich mir selbst so wenig vertraue. Und das möchte ich gerne auch allen anderen ans Herz legen. Einfach mal die Leute reden lassen und aufs eigene Bauchgefühl hören. Keiner kennt deinen Hund so gut, wie du selbst. Und jeder weiß, wie das ist, mit dem Mitleid, das man geschenkt bekommt, und dem Neid, den … 😉 In unserem Wurfabnahmeprotokoll steht:

„Super geprägte, sehr temperamentvolle, zutrauliche Welpen, die sich frei in der Wohnung bewegen. Bester Futter- und Pflegezustand. Vorzügliches Haar und Pigmentierung.“ 

und weiter:

„Hunde und Welpen leben zusammen in der Wohnung. Welpen zuerst in einem abgetrennten Areal, Auslauf draußen auf großer Rasenfläche. Mutter in Top Kondition.“

Ich bin mir sicher, dass wir nicht alles auf Anhieb richtig gemacht haben. Aber ich bin mir mindestens genauso sicher, dass wir sehr vieles gut und richtig gemacht haben. Jedenfalls kann ich garantieren, dass ich meine Babies mit aller Liebe, Zeit und Mühe, die ich aufbringen konnte, großgezogen haben.

Zur Wurfplanung kann und möchte ich nichts konkretes sagen, da es mir momentan sehr schwer fällt, vorherzusehen, was in den nächsten Jahren ist. Lane werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach NICHT noch einmal belegen, obwohl es uns nahegelegt wurde, meine Zuchtwartin voll von ihr überzeugt ist und sie einen super Job gemacht hat. Aber alles, was ich mir von ihr gewünscht habe, war eine super Tochter, davon habe ich gleich 2 bekommen, und das ist mehr, als ich mir erträumt haben. Nächstes Jahr wird es also voraussichtlich keine Welpen geben, und 2018 schauen wir mal, was die Polly bis dahin macht, oder wie Alanis sich entwickelt hat 🙂

Wer nach diesem Roman noch 17 Minuten Zeit hat, darf sich ein kleinen Einblick in 9 Wochen Alanis & Lou gönnen! Viel Spaß!