Schon vorbei
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Schon vorbei

… ist die Tatsache, dass mir diese Website sooo gut gefällt. Gut, soooo gut hat sie mir ja überhaupt nicht gefallen, aber ich fand sie ok. Das hat sich nun schon wieder erledigt. Da ich aber eine Layout- unabhängige Lösung für meine Galerien gefunden habe, sollte ich nun flexibler sein, ein gutes Kostüm für meinen Blog zu finden, das mir gefällt. Wann das sein wird, kann ich nicht sagen. Auf meinem „Schreibtisch“ liegen an die 15 Shootings, die darauf warten, ganz viele Menschen glücklich zu machen. Und meine neue Website hat auch noch keinen nennenswerten Fortschritt gemacht. Da ich nun generell zu der wahnsinnig hellen Erkenntnis gekommen bin, dass vermutlich 90% nur noch mit ihrem Smartphone online sind, ist es wahrscheinlich auch an der Zeit, dogs-in-sight ein responsives Layout zu verpassen. Tja, das schreit dann doch nach einem Upgrade für ProPhoto, zumindest für meine Foto- Webseiten. Auch wenn ich um 6.00 morgens schon am Rechner sitze, reicht meine Zeit im Moment nicht. Demnach fange ich erst gar nicht an, mir Daten und Zeiträume zu setzen. Alles wird fertig, wenn es eben soweit ist.
Am Wochenende war ich am Samstag arbeitstechnisch ebenfalls den ganzen Tag unterwegs. Eingeladen von der lieben Susann hat es mich nach Wermelskirchen verschlagen. 20 Hunde hatte ich in meinem Aufbau, 2 Kinder und diverse Erwachsene. Die Atmosphäre war fast familiär, da es so viele liebe Menschen waren, die ich schon einige Male vorher fotografiert habe, oder aus dem Internet kenne oder oder oder. Natürlich habe ich mich auch über die Neuzugänge gefreut. Es sind wirklich Bilder entstanden, die direkt ins Herz gehen. Durch die vielen Pullover und Jackenschichten, die jeder von uns aktuell an sich trägt.
Am Sonntag war dann für mich ein ganz, ganz, GANZ großer Tag. Mein Lane- Baby, der erstgeborene Hund aus meiner eigenen Zucht, meine kleine Alanis durfte das allererste Mal offiziell an den Start. Da wir letztes Jahr keinen Eintrag in die Leistungskarte bekommen haben, weil ich nicht offiziell gestartet bin, ging es dieses Jahr mit der neuen PO in der A0 los. Irgendwie fand ich das schön, weil mein allererstes Agility Turnier mit meinem allerersten Hund Kira vor etlichen Jahren damals auch in der A0 war.

Ein Jumping 0 in einer Reithalle, mit V0, mit Platz 1.
12 Jahre später 4 Hunde später. Das gleiche Spiel. Mit dem ersten Hund aus meiner eigenen Zucht.

Ein bisschen Wehmut, aber noch mehr Stolz und Liebe habe ich an diesem Tag empfunden. Nicht nur diesen Lauf hat sie gewonnen, alle beide sogar. Damit natürlich das direkte Ticket zum Durchmarsch in die A1 gelöst, bin ich wirklich überglücklich mit ihr. Ich wusste von Anfang an, dass sie nicht so bescheuert ist wie Lane. Ich habe mich dennoch für sie entschieden und die verrücktere von beiden abgegeben. Phasenweise hat es mich dann doch gestört, und ich fand es sehr gewöhnungsbedürftig, dass sie überhaupt keinen Ton von sich gibt beim Arbeiten. Aber wenn man mit ihr läuft, hat man nicht das Gefühl, man versucht einen völlig abgedrehten Raptorex auf Speed zu steuern oder zu lenken. Anders als Polly und Lane ist sie vorsichtiger, sanfter und vor allem leiser, aber sie vertraut mir. Sie vertraut darauf, dass nichts schlimmes kommen kann, und gibt sich immer so viel Mühe. Nachdem das letzte Turnier in Sendenhorst so übertrieben schlecht und chaotisch und hysterisch war, mit Frühstarter von Lanes Seite und einem Parson Russell Terrier, den man am Start einfach NICHT mehr absetzen konnte, weil die Bombe bereits geplatzt ist auf dem Weg zur ersten Hürde, genieße ich es sooooooo sehr!!! Ich brauche keine 3 Hunde für Meisterschaften. Ich habe mir das zwar immer gewünscht, aber einfach nur, weil es in der Theorie, in meinem Kopf so schön ist. Ich habe mittlerweile festgestellt, dass mit jedem neuen Hund, der dazu kommt und erstmal meine Aufmerksamkeit braucht, die vorherigen „schlechter“ werden. Sei es in der Leistung, sei es im Gehorsam, sei es in der Gruppe. Ich denke, ich werde mich auf Polly in erster Linie fokussieren, die übrigens den A-Lauf gewonnen hat, mit 7 Sekunden Vorsprung um im Jumping nach einem exakten Lauf auf Linie??? die letzte Hürde zu verweigern :D, ich hoffe, dass Lane mir noch einen Wurf schenkt und Alanis hat jeglichen Freiraum dieser Welt sich zu entfalten, wie ihr Wesen es möchte. Das selbe gilt natürlich für meinen Wolf. Überflüssig, das eigentlich zu erwähnen.

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Montagsupdate

Das typische Montagsupdate wird dieses Mal ein Dienstagsupdate. Aktuell ist nur noch ein einziges Turnier gemeldet und die hoffentlich finale Hundeausstellung lediglich in Planung. Im Moment ist mir einfach nicht viel danach 🙂 Die Tage sind aktuell so voll mit Arbeit und anderem Kram, der organisiert werden muss, dass ich am Wochenende gerne einfach mal mit Daniel frühstücke und danach mit den Hunden Fahrrad fahren gehe, anstatt von einem Turnier zum anderen zu hetzen, wo Polly wieder alle A-Läufe gewinnt, und Lane pro Lauf je eine Stange hat, am Steg abrutscht oder sonst was. Die Zonen von Alanis müssen auch noch fertig gemacht werden, und das geht nun mal besser, wenn man nicht das ganze Wochenende auf einem Turnier ist. Und wenn man seinen Futterautomaten nicht in Wülfrath stehen lässt übrigens auch 😀 Zu berichten habe ich nach diesem Wochenende also aktuell nichts, dennoch möchte ich einen kurzen Beitrag verfassen, weil heute ein besonderer Tag ist. Kira wird 14.
Heute ist mir nicht nach sentimentalem Herzschmerz. Heute kann ich mit Sicherheit sagen, dass es mit den 3 bestehenden Hunden, so wie sie sind, zumindest auf Spaziergängen sehr viel einfacher ist, da sie alle das selbe Tempo laufen, alle fit sind, alle jung sind, und niemand mit dem Kinderwagen durch die Gegend geschoben werden muss. Heute kann ich aber auch sagen, dass mir der olle Kinderwagen fehlt. Der Kinderwagen, mit meinem persönlichen Ruhepol darin. Es gibt Tage, da frage ich mich, wie ich das alles hier aushalten soll. Polly und Alanis würden, wenn wir sie ließen, ungelogen den GANZEN TAG nur kämpfen und zocken. Sie finden immer etwas, worüber sie spielerisch streiten können. Socken, Tücher, Kartons, Schlappen, im besten Fall irgendwo einen alten Ball, teilweise müssen wir sie wirklich voneinander getrennt ablegen, wie zwei kleine streitende Kinder. Ecke A und Ecke B. Lane ist froh, wenn sie ihre Ruhe hat. Kira war die Ruhe. In Kiras Anwesenheit gab es dieses Gehampel nicht. Sie hat eine solche Autorität ausgestrahlt, die mir so viel abgenommen hat. Auch wenn sie den ganzen Tag nur geschlafen hat.
Jeder, der schon mal einen geliebten Menschen oder ein Haustier verloren hat, weiß, dass Erinnerungen mit der Zeit verblassen. Was uns oft bleibt, sind Fotos oder Videos. Und auch da ist es oft so, dass die Gefühle, die man mit den Momenten verbindet, schwächer werden. Es gibt aber auch Momente, die so prägend sind, dass sie uns für immer und ewig begleiten. Verschiedene Situationen, Gerüche, Bilder im Kopf. Davon habe ich mit Kira so, so viele. Wir haben Kira im zarten Alter von 5 Wochen bereits aufs Auge gedrückt bekommen. Etwas absolut unverantwortliches, wie ich heute finde. Meine eigene Welpen habe ich vor der neunten Woche ganz sicher nicht abgegeben. Meinen eigenen Welpen. Es war ja nur die Lou. Die ersten Lebenswochen sind so wichtig und entscheidend, dass es mir rückblickend wie ein Wunder vorkommt, dass Kira ein so umgänglicher, gelassener und verträglicher Hund war, der einfach vor nichts und niemandem Angst hatte. Und hier ist das erste Video, dass ich von Kira habe. Ich hoffe so sehr, dass es ihr gut geht, da wo sie jetzt ist. Happy Birthday, kleiner Terrier.


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Jahresrückblick

Zu sagen, dieses Jahr war kein gutes Jahr, wäre unzutreffend und undankbar. Der Tendenz Richtung „schlimmer“ sind wie jeder weiß selten Grenzen gesetzt. Sagen wir mal, dass ich dieses Jahr als seeeeehr anstrengend empfunden habe. Es war auf jeden Fall ein Jahr voller Ereignisse.
Begonnen hat das Jahr für mich mit einem bereits sehr einschneidenden Ereignis. Die Hochzeit meiner Schwester stand an. Ja, richtig gehört. War sie vorletztes Jahr noch empört, wie ich ihren damaligen neuen Freund nicht an meinem Geburtstag da haben wollte, weil die letzten 5 Jahre jedes Jahr ein anderer Kerl dabei war, ist sie dieses Jahr zu meinem Geburtstag verheiratet und schwanger. Also, mit nem anderen. Nicht den, den ich nicht dabei haben wollte 😀 Aber, aber, eine Basis muss doch gelegt werden. Ein Jahr Beziehung reicht meiner Meinung nach auch völlig aus, um ein gemeinsames Leben zu dritt zu beginnen. Generell habe ich noch nie ein sonderlich gutes Verhältnis zu ihr gehabt, generell geht es mir auch total am Arsch vorbei, wer wie sein Leben lebt. Was ich allerdings auf den Tod hasse ist, wenn Leute, die KEINE AHNUNG haben, das Maul so weit aufreißen. Ich merke jetzt schon, wie mein Herz rast, wenn ich an sie denke. Meine Mutter hat uns im Februar gezwungenerweise an einen Tisch gesetzt. Bzw. an 2 😀 Ich lege ehrlich gesagt keinen Wert mehr, auf guten Kontakt zu meiner Schwester, habe es aber meiner Mutter zu Liebe getan. Tja, und da saß sie dann. Arrogant wie eh und je, am Laptop am Esstisch, während meine Mutter das „Gespräch“ einleitete, und ich auf ihre Frage, warum der Kontakt so schlecht sei, als erstes geantwortet habe, dass meine Mutter auf der ganzen Welt erzählt, was für eine gnadenlos gute, und beliebte Krankenschwester meine Schwester sei, sie es nur nicht geschafft hat, ihre eigene im Krankenhaus zu besuchen, die ein halbes Jahr stationär lag. Zum Beispiel. Daraufhin rechtfertigte sie sich, dass ich sowieso nur an meinem Handy wegen meiner Fernbeziehung hing- und starrte weiter in das Display des Laptops und klopfte weiter eifrig in die Tasten 🙂 So ging es die ganze Zeit weiter. Ich bin Schuld daran, dass sie sich gezwungen gesehen hat, sich in den Hintergrund zu rücken, weil ich Krebs hatte und meine Eltern nur noch für mich da waren. Ja, ein harter Schicksalsschlag, für jemanden, der seit seiner Geburt ausschließlich und absolut im Mittelpunkt stand. Das Ende vom Lied war, dass ich gegangen bin, nachdem ich erfahren habe, wie asozial ich bin, weil ich 2 Monate nach meiner Reha in meine erste eigene Wohnung gezogen bin und Wohngeld bezogen habe und mit 3 Hunden zusammen leben, dass ich nur alte bzw keine Freunde habe, und sie „auf solche Leute“ am Tage ihrer Hochzeit verzichten kann. Mühsam, mühsam. Aber was will man von jemandem erwarten, der mehr Wert auf Wimpern- und Haarextension und operativ korrigierte Nasen legt, als auf einen Dialog, bei dem es um eine Schlichtung geht und um die Darstellung seiner Sicht der Dinge, statt irgendwelche Beleidigungen? Das alles hätte mich entsetzen müssen, hat es auch ein wenig. Aber nur ein wenig. Ich weiß, dass meine Schwester sich selbst die Nächste ist. Was mich echt mitgenommen hat, war meine völlig ruhige, „neutrale“ Mutter. ICH habe von ihr gelernt, dass man Respekt hat, vor älteren Menschen. Egal ob Mutter, Freundin, Oma, oder Nachbar. Der jüngere grüßt zuerst. Der Jüngere hält die Tür auf etc. Ich weiß nicht, wieso meine Schwester das nicht gelernt hat. Vielleicht gilt das auch für ältere Schwester nicht, keine Ahnung, denn ich habe keine ältere Schwester. Nein, für mich habe ich nun gar keine mehr. Ich habe irgendwie erwartet, dass sie meine Schwester zurecht weist, oder sie zumindest mal ermahnt, sich etwas zurück zu nehmen. Aber für sie lief das alles unter: Jeder muss sich mal seinen Frust von der Seele reden. Gut, hätte ich im Vorfeld wissen sollen, dass darunter Beleidigungen gemeint sind, wäre ich gar nicht aufgetaucht und die zwei besten Freunde schmoren lassen. Eine Zeit lang habe ich auch den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, weil sie es nach all dem gewagt hat, noch zu meinen, dass ICH einen großen Fehler begehe, wenn ich dort nicht aufkreuze. Was meine Schwester gesagt hat, war schon längst vergessen, bzw. „gar nicht so“. Und ich saß hier, wirklich tagelang und dachte mir: Bin ich bescheuert oder sind die zwei bescheuert? Sie hat niemals gesagt, dass… bla bla bla. Nein, so war das gar nicht. Typisch. Meine Schwester rennt grundlos mit nem Messer auf mich los und meine Mutter fragt, was ich denn schon wieder verbrochen habe. Die heilige, perfekte Jessica. Wobei, perfekt ist sie ja erst seit der Nasen- OP 😀 Jaja, ein hässliches Thema, mit dem ich nach wie vor nicht ganz abgeschlossen habe. Ein gutes hat es aber doch: Ich werde mich nie wieder mit ihr an „einen“ Tisch setzen müssen. Leute, die einfach scheiße sind, gehen zu lassen, habe ich auch gelernt! Check!
Deshalb verbringen meine Eltern Weihnachten nun auch in Polen in einem Wellness- Hotel. Finde ich super. Meine Mutter ist die Marionette meiner Schwester. Völlig blind und hilflos. Ich fände es toll, wenn sie auch mal langfristig an sich selbst denken würde, denn das tut ihr perfektes Kind auch. So freue ich mich total auf Weihnachten mit Daniel und den Hunden, die zu meinem asozialen Leben beitragen… Ok, genug jetzt 😀 Meine Hunde jedenfalls haben ungefähr 50% zu den positiven Dingen in diesem Jahr beigetragen.
Am 16.04., auf den Tag genau als Polly 18 Monate wurde, hatten wir unser Turnierdebüt. Ich war morgens schon total krank vor Aufregung, bin ich vorm Start beim Warmmachen noch aus Versehen auf den Fuß getreten, und fast erleichtert, weil ich dachte, vielleicht „muss“ ich jetzt doch nicht starten. Ich hatte Angst, wie immer. Angst vor einem Frühstart, Angst vor einem kleinen, weißen Zombie, der völlig außer Rand und Band sein eigenes Ding macht und Angst vor den schlechtesten Kontaktzonen überhaupt. Ich bin alleine nach Dortmund Wickede Asseln gefahren, Daniel hat mich überrascht, wollte er sich ihren ersten Lauf nicht entgehen lassen, und Polly hat direkt einen rausgehauen.

Ich liebe es, mir dieses Video anzuschauen. Ich war so unglaublich stolz auf Polly, wie sie immer mit mir meckert, wenn sie läuft und rumfiept und einfach 150% gibt. Im Laufe des Jahres ist sie extrem zügig in die A3 aufgestiegen, startberechtigt für die WM- Qualis im Frühjahr und uns hat lediglich ein einziger dusseliger erster Platz in einem A-Lauf gefehlt, dann wäre sie bereits dieses Jahr ihre erste Deutsche Meisterschaft gelaufen. Wir haben uns im Parcours gefunden, und sind ein super gutes Team geworden. Sie ist natürlich noch nicht so 100% zuverlässig wie Lane, und lässt sich schnell verleiten, bzw hat viele eigene Ideen, auch wenn ich sie anspreche, aber ich glaube, dass wir noch extrem viel Spaß gemeinsam haben werden.

Keine 10 Tage später brachte Lane ihre Babies zur Welt. Der April war wirklich ein großer Monat für mich. Beim Röntgen war ich noch extrem geknickt und wollte schon mit dem Züchten aufhören, bevor meine ersten Welpen geboren wurden, waren nämlich nur 2 zu sehen. Ich habe echt mit dem Gedanken gespielt, ob ich einen Rüden behalte, wenn nur Rüden fallen, und dann eine Hündin kaufe, mit der ich dann meine „Lane- Hündin“ kriege, worauf ich aufbauen kann. Aber dann kam es anders. Am 24.04. war ich noch auf einem Cup- Turnier mit Polly, Daniel hat auf Lane aufgepasst, und Lane, die hatte ihren Termin am 26.04. Sie war den ganzen Tag völlig unauffällig. Die Temperatur war konstant und der Appetit nach wie vor vorhanden. Ich habe abends dennoch beschlossen, bei ihr unten im Wohnzimmer zu schlafen und so hat sie sich am frühen Morgen entschieden, ihre Babies zur Welt zu bringen. Es schien so (vielleicht interpretiere ich zu viel hinein, aber ich glaube meine Hunde doch ganz gut zu kennen), als sei es für sie einfach genau richtig, weil ich da war. Sie wusste, dass ich neben dem Auslauf auf der Couch schlafe. Als sie anfing zu pressen, bin ich zu ihr in den Auslauf gegangen. Sobald ich mich auf dem Boden hingelegt habe, hat sie sich dazu gelegt. Das war aber nicht besonders gemütlich. Also bin ich wieder auf die Couch. Das Spiel haben wir 1 Stunde lang gespielt. Sobald ich den Auslauf verlassen habe, hat sie aufgehört zu pressen und ist wieder wie ne Furie durch ihren Auslauf und hat alles verwüstet. Dann ging die Diskussion um den Ort der Geburt weiter. Ich so: Hier, guck mal, eine wunderschöne Wurfbox in der du selbst vor 5 Jahren auf die Welt gekommen bist. Und Lane so: Couch. -.- Weitere 1,5 Stunden sind vergangen, und dann haben wir uns mit guten Krankenbettunterlagen auf die Couch geeinigt. Als der erste Welpe zur Welt kam, hat mich diese „Magie“ nicht wirklich erreicht. Ich war total aufgeregt, hatte total viel Angst, alles, was man falsch machen kann, falsch zu machen und deswegen habe ich irgendwie gar nichts gemacht. Ich habe es auf mich zukommen lassen, und wie sich herausgestellt hat, war es das beste, was ich (nicht) machen konnte. Lane hat wie ein alter Profi abgenabelt, sauber geleckt, sich direkt ans Werk gemacht. Als hätte sie schon etliche Würfe vorher gehabt. Das war so schön. Auch, als ich gesehen habe, dass es eine Hündin ist, war es noch etwas komisch. Ich wollte unbedingt eine Wahl haben, und habe mir deswegen schon überlegt, dass ich, sollte es nur eine Hündin sein, diese Thorsten gebe, weil ich auch schon die Polly habe, und er so lange gewartet hat, und dann einen weiteren Wurf mit Lane mache. Als Lou dann auf die Welt kam, wusste ich, eine von beiden ist meine. Lane hat uns 2 Hündinnen geschenkt. Ich glaube, das war dieses Jahr wirklich das größte.

Die Zeit der Aufzucht und Prägung war wundervoll. Ich kann es kaum erwarten, bis wir wieder Babies haben! Nichts desto trotz hatte ich insbesondere in den ersten Wochen total viel mit Menschen zu kämpfen, die mich verrückt gemacht haben- nein, anders: von denen ich mich verrückt machen lassen habe. Der Rüde den ich gewählt habe, vererbt Herzfehler. Der Rüde den ich gewählt habe, hat irgendwo einen Sohn, der total verhaltensauffällig ist. Der Rüde den ich gewählt habe, vererbt rutenlose Hunde. Es kam im Nachhinein hinaus, dass Finlej der schlimmste Hund ist, den ich hätte wählen können für meine Welpen. Dass Alanis und Lou wohl nur 2 von immer weniger Manchester Terrier sind, die IM STANDARD sind, was die Größe betrifft (der „Trend“ geht Richtung Large!!!), beide extrem schöne Daumenabdrücke haben, die bei Lane ziemlich fehlen, und beide ein schönes, dunkles, mandelförmiges Auge haben, dass Lane auch fehlt, muss man hier nicht betonen. Auch sollte nur am Rande erwähnt werden, dass beide völlig gesund sind, keine kardiologischen Probleme haben und auch keine Auffälligkeiten im Verhalten zeigen. Sie neigen zwar zum Überdrehen, aber so sind sie eben wie die Mama. Und das obwohl der Vater KEIN AGILITY!!! macht (alleine deswegen war die Verpaarung ja schon scheiße!). Hilfe. Ich habe so viel Neid und Missgunst erlebt dieses Jahr. Was ist los mit den Leuten da draußen???? Wer den ganzen Beitrag im Detail lesen will, tada:

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Den nächsten Wurf plane ich grob für das Frühjahr 2018. Aber bis dahin wird und muss noch eine Menge passieren. Unter anderem Pollys Zuchtzulassung. Denn der nächste Wurf soll etwas bunter werden. Ich weiß noch nicht, ob ich es wirklich tue, weil ich befürchte, dass ich von Polly genau so schwer was weggeben können werde, wie von Lane… Aber aus jedem Wurf einen Hund behalten… Hm. Mal sehen, wie die Gegebenheiten bis dahin sind. Denn: Wir haben neuerdings auch die Kacke am Dampfen mit den Nachbarn. Ich kann mich nur wiederholen, keine Ahnung, was mit den ganzen Leuten los ist. Jeder scheint unzufrieden zu sein, unglücklich und irgendwie nur darauf bedacht, dem anderen zu schaden. Mein Gott, was hatten wir hier für Auseinandersetzungen, wegen Rollern, die uns tagelang um 5.20 Uhr geweckt haben, Hunden die Pippi machen auf der Wiese, Maden die aus Mülltonnen kriechen, weil wir keine Knoten in die Kotbeutel machen, auf der anderen Seite aber eine mega lästige Französische Bulldogge, die Gott und die Welt anspringt, frei im Hof rumläuft, und auch gerne mal mit zur Straße, wenn Daniel und ich irgendwie Inliner fahren oder so. Einfach nur Kindergarten und ebenfalls mühsam, mühsam und nochmal mühsam. Ich hoffe 2017 einen Fleck auf diesem Planeten zu finden, den vorher noch niemand gefunden hat. Da ziehe ich dann hin, mit meinen 3 Hunden und bleibe einfach da. Mehr Ansprüche habe ich nicht. Alternativ muss ich endlich mal daran arbeiten, mir ein dickeres Fell anzulegen und nicht immer alles so extrem unter die Haut gehen zu lassen. Daniel sagt immer: das muss dir egal sein. Und zack, schon kümmert er sich um andere Dinge. Ich habe erstmal 8 Monate lang Albträume, 4 Wochen Appetitlosigkeit und ein halbes Jahr schlechte Laune, wegen zu vielen Gedanken wegen allen möglichen Eventualitäten. Mühsam. Habe ich das schon mal geschrieben heute???

Ein weiteres tolles „Ereignis“ war der Ausflug nach Dänemark. Wir hatten eine echt coole Zeit, mit wenig Leuten vor Ort und somit ziemlich viel Strand für uns alleine. Für mich und Alanis war es toll. Ich hatte sehr viel Zeit für sie, und wir haben sie extrem viel laufen und einfach machen lassen. Da war ja nichts und niemand. Ich denke, das hat ihr und ihrer Entwicklung echt gut getan. danemark

Einen Monat zuvor ist Kira gestorben. Ich habe es schon 2-3 Tage vorher geahnt, war aber irgendwie die einzige. Meine Mutter hat gesehen,wie sie unterm Bett lag, fand es aber süß, ich fand es „eigenartig“, und Daniel meinte morgens noch, ich soll erstmal keinen Gedanken daran verschwenden, was ich mit Kira „mache“. Aber ich wusste an diesem Morgen, am 5.08., dass ich zwar mit ihr zurück kehren würde vom Tierarzt, aber anders. Kira hatte einen Schlaganfall und es ging ihr ganz plötzlich so schlecht, dass sie an diesem Tag auch ohne eine Spritze an Kreislauf und Organversagen gestorben wäre. Ein ziemlich bitteres Ende, für ein nicht ganz so kurzes Hundeleben mit 13 Jahren, aber wenn man bedenkt, wie lange sie schon so eingeschränkt war körperlich finde ich es um so schlimmer. Sie hatte einfach immer irgendwas und ich habe trotzdem gehofft, dass sie einfach alt wird und irgendwann einschläft. Hoffen kann man immer, hat dieses Jahr jemand zu mir gesagt. Nur hilft es leider nicht immer. Kiras letzter Beitrag.

Im September war dann auch die Klubsiegerprüfung vom KfT. Polly hat sich am letzten Tag, an dem man sich dafür qualifizieren konnte, qualifiziert und Lane durfte auch mit laufen. Beide haben den A-Lauf gewonnen, Polly ist im Jumping leider Dis gegangen, Lane konnte sich mit einer Stange den Titel sichern und damit das Ticket zur DM. Der Beitrag von der DM ist hier unten drunter, wer nochmal nach lesen will. Auch wenn das Jahr für Lane mit Baby- Pause und Polly mit erster Saison echt gut lief, habe ich etwas den Eindruck, verflucht zu sein. So ist es mir innerhalb von 6 oder 8 Turnieren nicht gelungen, den letzte A-Lauf mit Polly zu holen, und so will es mir auch jetzt nicht gelingen, mit etlichen Turnieren eine Kombi mit Lane für die WM- Qualis zu erlaufen. 🙂 Es ist so mühsam (hey, etwas ist mühsam!), dass ich echt schon Gedanken hatte dieses Jahr, ob ich mir nicht ein anderes Hobby suche. So viel Energie kostet mich der Hundesport!

Dann wurde unsere „Familie“ noch durch Anton bereichert, unseren Wohnwagen. Anton haben wir von ganz lieben Menschen abgekauft, die ihn auch sehr liebevoll behandelt haben und wir sind mega happy mit ihm. Dieses Jahr leider nur 2 Ausflüge, hoffe ich, dass wir nächstes Jahr wesentlich öfter mit ihm unterwegs sein werden. 004a9856

Ach, und wo ich das Bild gerade sehe: Ich habe zum ersten Mal seitdem meine Haare nachgewachsen sind, meine Haare ein gutes Stück abgeschnitten. Fast die Hälfte möchte ich sagen. Sie haben irgendein Problem, und sind ohne Chemie und sonstige schädliche gezielte Einwirkung sehr brüchig. Und ich möchte nicht an brüchigem Haar hängen. Generell möchte ich mich von dieser „meine Haare sind mir heilig, weil ich Krebs hatte“- Sache trennen, und es gelingt mir ganz gut. Seitdem sie ab sind, finde ich sie wieder viel besser.

Ja. Unterm Strich empfinde ich das Jahr als wirklich anstrengend gewesen. Ich bin stolz auf meine Hunde, ich bin so dankbar, dass Lane mir Alanis geschenkt hat. Alanis ist einfach toll. Ich bin dankbar, dass ich Polly bekommen habe. Polly ist ebenfalls toll. Lane ist toll. Lane ist die beste. Lane würde ihre Seele für mich verkaufen. Meine Hunde machen einfach extrem viel aus. Im Sport habe ich dieses Jahr sehr gekämpft, aber es wird auch einfach nicht einfacher. Trotzdem haben sie regelmäßig tolle Leistungen gezeigt.
Auf der anderen Seite steht Daniel. Seit fast 2 Jahren nun schon. Irgendwie kann ich es nicht glauben, dass es schon so lang ist, obwohl es sich gleichzeitig ewig anfühlt. Wir sind so eingespielt und ein extrem gutes Team. Ob mit den Hunden, mit unserer Arbeit, dem Alltag, Kleinigkeiten wie Einkaufen, einfach alles. Daniel ist nun der letzte Mensch auf dieser Erde nach dem Desaster mit meiner Mutter im Frühjahr, der mir wirklich nahe steht und mich noch nicht verletzt oder enttäuscht hat. Gut, manchmal sagt er nein, wenn ich eine Katze oder ein Chinchilla möchte, aber was das Vertrauen angeht, und den respektvollen Umgang miteinander, stimmt es „noch“. Oder nach wie vor. Ich weiß, dass Dinge sich extrem schnell ändern. Und so richtig, richtig, RICHTIG traue ich einfach niemandem mehr. Die Person die dir heute am nähsten ist, kann morgen dein größter Feind sein. Eine bittere Lektion, die ich ebenfalls hinter mir habe. Ich hoffe inständig, dass sich irgendwas auf dieser Welt ändert. Die Menschen sind so voller Hass. Hass, Neid, Missgunst, Egoismus. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Jahr „ist nicht mein Problem“ gehört habe. Es ist irgendwie unser aller Problem. Ich erinnere mich an kein Jahr, dass so geprägt war, von so viel Terror und so vielen Anschlägen. Der Mensch macht sich nicht nur selbst unglücklich, er vernichtet sich auch gleichzeitig. Auch wenn die Welt mittlerweile aus allen Nähten platzt, trägt jeder von uns glaube ich dazu bei, dass dieser Ort bei weitem nicht das ist, was er sein könnte.

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Bevor der August…

gänzlich rum ist, raffe ich mich auf, und schreibe einen wohl letzten Beitrag für diesen Monat. Ich habe zwar Lust zu schreiben, aber es fehlt mir sowohl die Zeit, als auch der Antrieb. Irgendwie fällt es mir im Moment einfach nicht leicht. In den letzten Wochen ist einiges vorgefallen. An und für sich hatten wir eine schöne Zeit. Vor kurzem waren wir für eine knappe Woche in der Schweiz und in dieser Zeit habe ich wie eigentlich fast immer in der Schweiz viele tolle, neue Leute kennengelernt. Dieses Mal kam es mir sehr intensiv vor. Ich denke, dass ich unterm Strich sogar den besten Aufenthalt hatte, wobei sehr wenig Zeit für meine Freundin Petra und mich blieb und wir eigentlich nur von einem Ort zum anderen gehetzt sind. Alanis war logischerweise das erste Mal mit in der Schweiz und ach, sie ist einfach nur lieb. Es ist erstaunlich, dass sie mit 4 Monaten weniger anstengend ist und weniger nervt, als Polly mit bald 2 Jahren 😉 Sie war super mit den Kindern, sie war super mit neuen Umgebungen, neuen Räumlichkeiten, neuen Schlafsituationen, der langen Autofahrt, den vielen, vielen Hunden die sie kennengelernt hat. Sie ist einfach okay mit allem, keine Unsicherheiten, keine Ängste, keine Probleme. Was ich für mich mitnehmen wollte, war ein ganz spezielles Bild, das ich schon lange im Kopf hatte. schweiz

Besonders gefreut habe ich mich auch darüber, dass Polly und ich beim Team Training in der Halle von Stefan und Marianne Mattle mitmachen durften. Polly war wie immer. 150% dabei. Vor einigen Jahren habe ich da schon mit Lane einmal mitgemacht und es war echt schön, nun mal mit Polly mitmachen zu dürfen. Das Video ist nicht sonderlich spektakulär und leider nur mit dem Handy gefilmt. Aber immerhin.

Direkt am Sonntag ging es weiter zu einem Turnier und ehrlich gesagt weiß ich schon gar nicht mehr um die Ergebnisse. Ich glaube, Lane hat den A-Lauf gewonnen. Das Turnier war auf jeden Fall in Bochum, weil ich noch versucht habe, die Kira, die bei der Tierbestattung in Bochum war, am Sonntag abzuholen. Aber das ging nicht. Also habe ich mich am Montag morgen direkt auf den Weg gemacht, und sie abgeholt. Ein echt beschissenes Gefühl. Vor Ort wurden dann noch ein paar Fragen gestellt, das finanzielle geregelt und dann wollte ich auch direkt weg. Einfach nur bitter. Zuhause angekommen habe ich dann aber eine große Erleichterung gespürt. Natürlich ist das Thema emotional noch lange nicht durch, aber von all den Dingen, um die ich mich kümmern muss so gut wie. Den Kram bezüglich Hundesteuer muss ich noch machen. Aber sonst ist alles „erledigt“. Ich habe sie mit nach oben genommen, wo sie auch zuletzt mit uns war und da steht sie nun, neben meinem Bett. Ich habe mich noch nicht weiter damit befasst, erstmal ist es okay für mich, dass sie „wieder da“ ist. Sie fehlt mir unglaublich und mein Geburtstag gestern war auch irgendwie nicht der selbe, weil Kira mein Geburtstagsgeschenk zu meinem 15. war, und wir seitdem jedes Jahr zusammen waren. Der erste Geburtstag ohne Kira 🙁 Dennoch ist es nun wesentlich homogener und ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich sie abgebe, weil ich in die Schweiz fahre, oder über ein Wochenende nach Frankfurt auf ein KfT Turnier um dort noch Qualifikationen mit meinen Hunden zu erlaufen, oder oder oder. Ich hoffe einfach, dass es ihr jetzt besser geht, wo auch immer sie ist :'( kira

Dieses Wochenende waren wir also wie gesagt über meinen Geburtstag in Frankfurt am Main auf einem KfT Turnier. Ja, ich weiß. Ganz schön bescheuert. Gepennt haben wir im relaxa Hotel in Praunheim, wo wir aber ein richtig schönes Hotelzimmer hatten und die Hunde willkommen waren. Auch hier: Keinerlei Schwierigkeiten mit Alanis. Das erste Mal Fahrstuhl gefahren, kein Problem. Die Strecke bis nach Frankfurt: Ohne Pause durchgestanden. Dort schlafen, auch kein Problem. Sie passt sich alles und jedem an. Wenn man sie auf den Arm nimmt, schlabbert sie einem ununterbrochen durchs Gesicht. Wir können sie auch in neuen Umgebungen super laufen lassen. Sie hat keinen besonders ausgeprägten Drang, sich zu verselbstständigen und generell haben Daniel und ich unabhängig voneinander festgestellt, dass sie wohl eine Mischung aus Lane und Polly wird. Sie lässt sich wesentlich weniger gefallen, als Lane, Polly nimmt ihr nichts weg, sie traut sich aber an alles, was Polly im Maul hat, ist also nicht so ein kleines Weichei wie Lane. Sie nervt wesentlich mehr als Lane, aber noch lange nicht so viel wie Polly. Sie spielt immer mehr und immer wilder, aber einmal zu Hause angekommen fährt sie sich sofort runter. Sie sitzt auf meinem Schoß, während ich Pizza esse und versucht nicht zu klauen, sie quängelt nicht, alles wie Lane. Einfach grundsätzlich meeeega angenehm. Ich wünsche mir nichts weiter, als dass sie sich weiter so gut entwickelt! Zu meinen Läufen kann ich nur sagen, dass ich an diesem Wochenende viel gelernt habe. In erster Linie über mich. Es kann nicht sein, dass ich mit meinen Hunden immer entweder die selben Fehler mache, oder mit beiden an den Start gehe und an den unterschiedlichsten Stellen meinen Horror kriege, weil mit Polly eventuell dies und mit Lane ganz vielleicht das. Es gelingt mir im Moment nicht so gut, mich auf das zu konzentrieren, was meine Hund wirklich gut können, was auch nicht besonders wenig ist, nein. Ich male mir  jedes Mal das Maximum an Katastrophe aus, die aus einer Anhäufung von „vielleichts“, „eventuells“ und „es könnte seins“ entsteht. Mit diesem Gefühl gehe ich an den Start, kotzübel ist mir vorher schon, und das einzige was mich noch beruhigt, ist, wenn ich mir klar mache, dass es spätestens in 30 – 50 Sekunden vorbei ist und ich zur Not den Hund auf den Arm nehmen und aus dem Parcours raus rennen und mich anschließend in meinem Zelt verbarrikadieren kann. Jap, ein bisschen weniger HSZ und etwas mehr Investition in Mentaltraining wird jetzt nach dem Urlaub auf dem Plan stehen. Meine Ergebnisse waren also am Samstag:
Polly, A3 2 Verweigerungen am Slalom und ein Fehler, Platz 4./21.
Im Jumping eine dusselige Stange, aber dafür natürlich mit Abstand die schnellste Zeit, Platz 2./21.
Lane alles Dis.
Am Sonntag war Polly im A-Lauf 0, dafür rutsche ich aus, jaaaa, mit Fußballschuhen, muss Polly um mich rum schicken, und neu ansetzen (danke für keine Verweigerung), wesentlich weniger Starter an dem Tag, aber dafür nur Platz 2. War ja klar 🙂 Im Jumping sind wir richtig gut durchgekommen, auch mit 0, es waren aber 2 Parson noch schneller.
Lane A3 Dis, nachdem ich mich nicht mehr konzentrieren konnte, nachdem die 2. Stange gefallen ist. Und den Jumping dann gewonnen.
Irgendwas ist ja immer.

Lane hat damit zumindest schon mal ihre KfT Quali obwohl alles sehr, sehr eng ist dieses Jahr und ich nicht weiß, ob ich wirklich Kraft und Lust habe, mir so den Arsch aufzureißen, für die DM. Das habe ich glaube ich schon mal gesagt. Zum Glück ist jetzt am Samstag nur noch die Klubsieger, und dann gehts erstmal ab nach Dänemark. Ich glaube ich habe Urlaub noch nie so dringend benötigt! Danach sehen wir weiter. 14115674_10209024964894092_5980142741685339771_o

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Kira

Dass ich diesen Beitrag ernsthaft verfasse, will und will nicht in meinen Kopf gehen. Es scheint so unrealistisch und so weit weg. Wenn ich runter gehe ins Wohnzimmer, liegt sie bestimmt auf der Couch. Aber das tut sie einfach nicht. 13 Jahre Kira sind vorbei.

Ich denke immer, dass es niemanden auf dieser Welt gab, der sich mehr einen Hund gewünscht hat, als ich. Meine Eltern hatten beinahe eine Krise, weil ich ihnen so auf den Geist gegangen bin, nachdem eine Nachbarin weggezogen ist, deren Hund ich 3 Jahre lang spazieren geführt habe. Jacky. Foxterrier Glatthaar. Jackys Frauchen Gaby wollte mir Jacky bereits schenken, aber auch das war nicht mit meinem Vater zu vereinbaren. Meine Mutter hat sich irgendwann sehr intensiv für mich eingesetzt, weil sie gesehen hat, wie ernst es mir war und so sollte ich, als wir zum Familienbesuch in Polen waren zu meinem 15. Geburtstag meinen eigenen Hund bekommen. Meine Patentante hatte zu dem Zeitpunkt einen Berner Sennenhund Welpen und so war mein Vater auch irgendwie einigermaßen eventuell ein bisschen positiv gestimmt, was die Anschaffung eines Hundes anging. Wir hatten 5 Tage Zeit, einen Hund zu finden. Ich hatte Angst, dass die Stimmung meines Vaters, einmal in Deutschland angekommen, kippen könnte, und so musst es sofort geschehen. Wir mussten DIREKT einen Hund organisieren. Meine Tante trommelte sämtliche Leute zusammen und alle sollten Ohren und Augen aufhalten. Es musste ein Foxterrier Glatthaar Welpe her. In Raciborska Dolina lag ein Wurf Welpen. Diese Welpen waren sage und schreibe schlappe 5 Wochen alt. Es war ein „Unfall“- Wurf, und der „Züchter“ sicherlich ein Mensch, von dem man keinen Hund kaufen sollte. Die Hunde lebten in ihren Zwingern, es waren Huskies, Rottweiler, Deutsche Schäferhunde und 2 Zwinger Foxterrier Glatthaar Hunde vor Ort. Lustige taubenartige Vögel tummelten sich auf dem Hof und die Welpen, die uns entgegen kamen, als der Zwinger geöffnet wurde, waren alle braun. Die Enttäuschung war sooo groß. Jacky war ein schwarzer Fox, und so sollte meiner auch werden. Der „Züchter“ sagte, das sei alles, was er momentan habe. Sehr interessant, denn nach einigen Minuten kam Kira aus dem Zwinger als letztes herausgewatschelt. Oh, sieh mal einer an. Doch ein schwarzer bei. Ich habe sie auf den Arm genommen, und versucht zu ignorieren, wie sie riecht, wie ihre Augen verklebt sind und wie viel Kot noch an ihrem Hintern hing. Es wurde sofort verhandelt, denn das macht man so mit Ware. Kira würde auf jeden Fall deutlich mehr kosten, als der Rest, weil sie ja die einzige in der Farbe ist. Meine Mutter wollte den Hund nur bezahlen, und abhauen, mein Vater wollte diesen offensichtlich nicht gesunden Welpen aber nicht mitnehmen. Ich hatte sie auf dem Arm und wollte nur noch weg. Aber mein Vater stand uns im Weg. Meine Tante hat ihn angefleht, vor Ort, vor versammelter Mannschaft. Meine Mutter, mein Vater, meine Schwester, meine Tante, mein Onkel, meine Cousine, mein Cousin. Dieser Mann, dem die Hunde gehörten und ich. Ich habe ihm Kira in die Hand gedrückt. Er hat sie auf seinen Bauch gesetzt und sie genau inspiziert. In dem Moment hat sie hochgeschaut und ihm über die Nase geschleckt. Schweißgebadet hat er sie mir zurück in die Hand gedrückt und sagte: „Lasst uns diesen Köter mitnehmen und abhauen. Ich brauche ein Bier.“ Meine Mutter hat Kira bezahlt und wir waren weg. Kira_003

Im Auto dann schien es einen neuen Sinneswandel zu geben. Mein Vater war auf einmal total happy und beteuerte meiner Mutter, wie glücklich er sei, mit ihr, zwei gesunden Kindern und diesem. Hund. Alles war gut. Ich hatte mein soooo lang herbeigesehntes Ziel erreicht. Nachdem wir die Würmer und alle anderen Unannehmlichkeiten, die Kira so hatte, los waren, schien es mir, als wollte sie nicht wachsen. Das einzige, das größer wurde, waren die Ohren, weil sie begannen, sich aufzustellen, und die Nase. Die wurde immer spitzer. Kira hatte einfach nichts von dem, was ich so an Jacky geliebt habe. Nur die Farbe. Aber sonst nichts. Ich war lange enttäuscht, gab es in meiner Clique damals nur Husky und Schäferhund- Mixe. Na und dann Kira, die immer ausgelacht wurde, weil sie kleiner war, als der Fußball von Andy, und Jan hat immer gefragt, wann ich die Batterien mal wechsel. Andere nannten sie „Catdog“, weil sie klein war und so spitze Ohren hatte, wie eine Katze. Kira_012

Sie ist nicht besonders gut gefolgt, so wie man es von Welpen kennt, sie war immer sehr auf ihr eigenes Ding bedacht und durfte im Bett schlafen, hat Essen von allen am Tisch bekommen, ihr voll gefüllter Napf stand ihr ebenfalls immer zur Verfügung und draußen wurde Gehorsam vorausgesetzt. Nicht antrainiert oder gutes Verhalten bestätigt. Nein, ein Hund hat doch zu hören! Ich war der totale Anfänger und meine Eltern waren eigentlich raus aus der Nummer. Es gab keine großen Probleme und außerdem war es ja mein Hund. Es hat wirklich ewig lange gedauert,  bis wir einigermaßen miteinander zurecht kamen. Ich habe mit ihr den Hundesport begonnen, weil der Gedanke für mich, mit einem Hund als Team zu agieren, einfach so unbeschreiblich schön war. Wir haben ewig lange für die BH gebraucht, trainiert wurde damals einmal wöchentlich auf dem Hundeplatz und das wars. Deswegen haben wir neben dem Agility auch THS begonnen, weil ich unbedingt auf Turniere mit ihr gehen wollte und eine BH damals im THS noch keine Voraussetzung war. Kira und ich waren einfach immer zusammen. Wir sind mit dem Bus in die Stadt gefahren, um von dort den Zug nach Ahlen zu nehmen, um von dort 25 Minuten zum Hundeplatz zu laufen um dort dann eine Stunde zu trainieren und den ganzen Weg wieder zurück nach Hause zu nehmen. Wir sind Inliner gefahren, Fahrrad, wir waren gemeinsam schwimmen, haben gezeltet, sind verreist. Kira_046

Ihre Vorderpfoten haben ihr recht früh Probleme bereitet und kein Arzt hat jemals herausgefunden, was genau das Problem eigentlich war. Wir haben sie auf Pilze untersucht, wir haben mit Vitaminen und Zusätzen versucht, die Haut aufzubauen, wir haben eine Entzündung herbeigewünscht, um aus dieser spezielle Antikörper nur für Kira und ihr Problem zu entwickeln, wir haben in Lauge gebadet, wir haben auf Fremdkörper untersucht. Irgendwann war der Verdacht auf Arthrose da, durch welche es zu einer Fehlbelastung kommen sollte, durch welche sie sich die Ballen so wund laufen sollte. Das war nicht der Fall, allerdings wurde im Röntgen klar: Die Kira hat Spondylosen. Ich glaube das war bereits 2007. Seitdem habe ich sie aus dem aktiven Sport heraus genommen und nur noch nebenbei trainiert. Ich dachte mir immer, es sei für sie so schöner, wenn sie dem, was sie so gerne tut, noch nachgehen kann, anstatt dass ich ihr alles vorenthalte, nur weil sie belastet ist. Nach einer gewissen Zeit war aber klar, dass das gar nicht mehr lange möglich war. Ständig hatte sie Schmerzen, ständig wollte sie nicht mehr laufen und ihre Bewegungsfreude und generell der Spaß an allem haben sehr stark abgebaut. Selbst die Amputation des einen Ballen, der ihr die meisten Probleme bereitet hat, hat nichts gebracht. Kaum war der weg, waren die anderen Ballen genauso befallen. Kira_296

Rückblickend habe ich das Gefühl, dass meine aktive Zeit eher kurz war mit Kira. Ich erinnere mich heute kaum noch daran, wie sie geflitzt ist, ihrem geliebten Ball hinterher, oder wie ich mit ihr auf einem Turnier gestartet bin. Wie sie am Fahrrad gerannt ist. Obwohl sie erst seit Freitag nicht mehr da ist, sind diese Bilder schon so lange blass. Seit einer geraumen Zeit habe ich sie im Kinderwagen durch die Gegend geschoben. Da ich seit 2006 immer andere Hunde neben Kira hatte, sehr aktive Hunde, wollte ich sie nicht ausschließen; das Tempo konnte sie aber nicht mehr mithalten. Nach meinen Chemos 2012 weiß ich, dass sie noch ein paar Mal geflitzt ist. Aber danach hat sie immer mehr und mehr abgebaut. In der letzten Zeit wollte sie auch nicht mehr unbedingt mit uns raus. Es war immer so ein zweischneidiges Schwert: Nehme ich sie raus in den Garten und spiele mit ihr, ist sie am nächsten Tag steif und hat Schmerzen. Tue ich das nicht, macht Kira gar nichts, was schlecht ist für die Muskulatur und für mein Gewissen. Kira_287

Kira hat alle Hunde, die ich nach Hause geschleppt habe, ertragen. Meinen ersten Sheltie Skylight. Meinen zweiten Sheltie Joulean. Nino. Flora. Lane. Polly. Sogar Alanis hat sie am Ende noch ertragen, nachdem sie ihr zweimal gesagt hat, dass sie zwar alt ist, und schlecht sieht und hört, ihr aber nicht auf den Sack zu gehen ist, weil sie immer noch der Boss ist. Kira war ein Hund, der durch einfache Anwesenheit eine so souveräne, klare Ausstrahlung hatte, dass KEINER das in Frage gestellt hat. Nicht mal Polly. Sie hat Jahre lang mit mir im Bett geschlafen, in meinem Arm. Immer in der selben Position. Es schien, als sei ihr Körper auf meinen abgestimmt. Sie hat mir immer alle meine Fehler verziehen, alle Leute gemocht, die ich mochte und all diejenigen, die ich nicht mochte, auch nicht gemocht. Sie war nie nachtragend. Wenn ich ihr auf den Sack gegangen bin, hat sie sich beschwert und ist dann einfach gegangen. Ihr eigenes Ding eben. Früher haben immer alle gesagt, dass sie genau der richtige Hund für mich sei. Ich fand das immer total blöd und wollte eher einen Hund, der mehr von sich aus kooperiert und sich vor allem mehr an mir orientiert. Deswegen habe ich mir einen Sheltie gekauft. Und dieser wiederum hat mich belehrt, dass alles, was ich wirklich wollte, bereits schon lange da war. Kira war wirklich nicht der Hund, den ich mir am Anfang vorgestellt habe. Aber sie war genau der Hund, den ich brauchte und der das richtige für mich war. Fast mein halbes Leben hat sie mich begleitet und es geht und geht nicht in meinen Kopf rein, dass ich sie nie wieder anfassen kann. Nie wieder auf die Wiese trage und ab jetzt nur noch 3 Gute- Nacht- Küsschen verteile. Man denkt, man ist irgendwie vorbereitet. Aber wie kann man sich bitte auf sowas vorbereiten? Kira_515

Ich habe immer gesagt, dass ich sehr viel Angst davor habe, den „Punkt“ zu verpassen. Letztendlich war es so, dass ich 3 Tage hatte und am Donnerstagabend bereits gespürt habe, die Zeit ist rum. Sie war schon lange inkontinent, allerdings hat dies in den letzten 2 Wochen noch einmal akut zugenommen. Das war aber okay, wir hatten spezielle Decken, zur Not eine Windel usw. Hätte sie ihren Stuhl nicht mehr halten können, wäre das was anderes gewesen. Das war immer das, was ich mir gesagt habe. Dann hätte ich mich fragen müssen, wie lebenswert ein solches Leben noch ist, wenn der Hund sich selbst einscheißt. Am Donnerstagabend habe ich sie mit rausgenommen und sie hat nichts gemacht, obwohl sie zuletzt vormittags draußen war. Einen Tag zuvor habe ich sie bereits mit nach oben genommen und es ihr unter meinem Bett gemütlich gemacht, damit sie nicht in dem Trubel von Alanis und Polly rumliegt und einfach ihre Ruhe hat. An der Art und Weise, wie sie sich hingelegt hat, wusste ich es. Ich habe es einfach gesehen. Kira, und ein alter Bekannter lagen unter meinem Bett. Die Decken waren alle so nass wie noch nie, und. Es lag Kot drauf. Meine Grenze war überschritten. Freitagmorgen um 7 stand sie unterm Bett, sie stand einfach, und schwankte. Es schien, als sei ihr schwindelig. Sie war einfach wackelig auf den Beinen. Um 8 kam Serena, mit der ich eigentlich trainieren wollte. Ich habe das Training am Vorabend schon abgesagt, weil ich mit Kira zum Arzt wollte. Als Serena da war, war Kira bereits nicht mehr anwesend. Sie reagierte weder auf Ansprache noch auf Berührung. Zusätzlich hatte sie einen Nystagmus und hielt den Kopf schief. Ich bin keine Medizinerin, aber ich kenne es von meinen Ratten. Irgendwann weiß man einfach, wie ein Schlaganfall aussieht. Sie hatte bereits eine sehr niedrige Temperatur und nachdem wir die Notfallnummer gewählt haben, sind wir unverzüglich mit ihr zum Arzt. Das Herz hat nur noch schwach geschlagen, der Kreislauf war so hinüber, dass der Zugang für die Spritze kaum gelegt werden konnte und ich habe keinen Unterschied nach der Narkose gemerkt zu dem Zustand, in dem wir sie dort hinbrachten. Als der Arzt sagte, dass wir sie nur noch Erlösen können, dachte ich, dass ich auf Anhieb zusammenbreche. Mir ist so schlecht geworden. Ich bin so dankbar, dass Serena dabei war und mich aufgefangen hat, und mir gesagt hat, dass es das einzig richtige ist. Ich wusste es selbst, aber man will es nicht wahrhaben. Kira war nicht mehr da. Ein letzter Kuss auf die Stirn, und der letzte Atemzug. Durch dick und dünn. Kira und ich haben alles gemeinsam gemacht. Kira_036