ShowBiz

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Im Prinzip könnte ich den heutigen Beitrag ähnlich beginnen, wie den letzten. Eine neue, echt bescheidene Erfahrung bereichert nun mein Leben und ich weiß nicht, ob mir da eine abgerissene Kralle und geplatzte WM Qualifikationen nicht lieber waren. Fangen wir wie immer von vorn an.
Am Samstag stand für Polly eigentlich die Zuchtzulassungsprüfung an. Eigentlich, weil ich nach dem Krallen- Dilemma nicht wusste, ob sie sich bis Samstag überhaupt lahmfrei zeigen können wird. Dem war aber bereits am Dienstag so. Es geht Polly ehrlich gesagt sogar so gut, dass ich sie aktuell nicht von der Leine lasse, weil sie einfach wie bescheuert rennt. Rast. Also wie immer. Sie verausgabt sich finde ich ein wenig, dafür dass da oben noch so ein Loch ist an ihrer Pfote. Deswegen lieber Vorsicht. Dass ich mit ihr zu der Prüfung gehe, stand also schon Anfang der Woche fest.
Im Internet auf der Seite des Veranstalters gab es einen Zeitplan. Es war im Prinzip eine Drive- In Show. Einfach angefahren kommen, wenn man dran ist, und wieder abhauen, wenn man fertig ist. Von der Idee super. Von der Umsetzung echt eine absolute Katastrophe. Sorry. Ich bin echt schon am Überlegen, ob ich im Moment einfach aufhöre zu bloggen, weil ich einfach nichts positives zu schreiben habe und mich immer nur über Veranstalter, Unfälle und Ergebnisse beschwere. Aber so ist es nun mal. Jedes Wochenende ein neues Dilemma. Um 11.30 sollten die Zuchtzulassungsprüfungen beginnen. Parallel dazu sollte es Alanis‘ erste Ausstellung werden. Jugendklasse natürlich. Sie war am Samstag auf den Tag genau 11 Monate. Gerichtet werden sollten die Manchester um 14.22. Toll, eine so genaue Zeitansage zu haben, oder? Um 11.00 an der Halle angekommen, wusste niemand so recht, wo was los ging, mit der ZZP. Es gab 30 Hunde, die in 6 Gruppen á 5 Hunde aufgeteilt wurden. Polly war in Gruppe 3, Hund Nr. 14. Um 13.00 Uhr dann, also 1.5 h später nach dem ungefähren Beginn lief immer noch Gruppe 1! Kein Mensch wusste, wer als nächstes dran ist, wer schon war etc. Wie im Kindergarten gab es einen Stuhlkreis in einem Raum, wo alle Stühle mit Menschen und ihren Hunden besetzt waren. Von Struktur keine Spur. Fraglich dann, wieso sich überhaupt jemand die Mühe macht, Listen, Zeitpläne und Reihenfolgen zu erstellen. Nachdem 10 Hunde fertig waren, ging es dann raus zum ersten „Wesenstest“. Getestet wurde, wie dein Hund auf eine Schnur mit Metall- Dosen reagiert, auf eine Frau mit Hut und Mantel und auf einen Regenschirm. Das ganze dauerte keine 90 Sekunden. Irre. Der Hund, der als 10 dran gewesen wäre, hat den sogn. Wesenstest mitgemacht, wurde aber in der Halle noch gar nicht bewertet? So viel zur Orga. Nachdem wir dann aber endlich einsteigen konnten, und nach dem Wesenstest mit den ersten 10 Hunden (hä?) der 10. Hund dann im Anschluss geprüft wurde, wussten wir, oder vermuteten wir, dass nun die Gruppe 2 starten würde. So war es auch. Nachdem Hund Nr. 11 geprüft wurde, hat die Frau, die die Bewertung der Richterin notiert hat, festgestellt, dass die Besitzerin von Hund Nr. 11 einen weiteren Hund hat, nämlich Hund Nr. 15, also den Hund nach Polly. Deswegen (häääää?) sollte sie ihn schon mal holen und er wurde einfach vorgezogen 🙂 Und wir sitzen da, und fragen uns, was wohl in der Halle nebenan los ist, wann die Manchis dran sind, und ob ich Alanis‘ Auftritt verpasse. Ach, woher denn. Drinnen waren sie noch so viel krasser im Verzug, dass es auch egal war, wie viele Hunde sie Polly vorziehen (Hello Reihenfolge!), weil Alanis so schnell eh nicht dran sein würde. Als Polly dann endlich dran war, war es ein sehr intensives Hund inspizieren. Nachdem wir auch geklärt haben, dass sie keinen Abszess hatte, sondern die Flecken auf ihrer Haut „Pigment“ genannt werden, lief Polly wieder spektakulär einmal im Kreis und auf und ab, und das wars. Draußen zeigte sie sich völlig unbeeindruckt, von den vielen, abgedrehten Reizen und somit gab es für ihr Temperament das Urteil: ruhig! Die komplette Bewertung sieht wie folgt aus:

Gesamteindruck: schöner Typ, sehr feminin
Kopf: rassetypisch, sehr schöner Ausdruck
Augen: dunkel und korrekt geformt
Ohren: korrekt angesetzt und getragen
Gebiss: Schere und vollzahning
Hals: von ausreichender Länge
Rücken: gemäßigt lang, fest und gerade
Rute: hoch angesetzt
Brustkorb: tief, reicht weit nach hinten
Vorderhand/ Schulter: fest, etwas breit im Stand
Hinterhand: sehr gut bemuskelt, ausreichend gewinkelt
Pfoten: linke Pfote fehlt eine Kralle- Attest liegt vor
Haarqualität und Farbe: rauhaar, weiß mit Farbmarkierung am Kopf
Pigment: sehr gut
Gangwerk: in der Bewegung etwas pfoteneng vorne und hinten
Verhalten: ausgeglichen
mit Menschen: freundlich_
mit Artgenossen: freundlich
bei akustischen Reizen: interessiert
bei auffälligen optischen Reizen: interessiert
Temperament: ruhig
Endbeurteilung: selbstsicher und unbeeindruckt, freundlich
Widerristhöhe: 32cm IMG-20170325-WA0011
Ergebnis: unbegrenzt zur Zucht zugelassen

Dann war Alanis Stunden später auch mal dran. Vorab fand ich es erstmal sehr, mir fehlt das Wort, denkt euch eins aus, dass KEIN Manchester in die Halle kam und auf Anhieb DIE Ohren hatte. Natürlich unterstützt niemand und alle haben sie natürliche Kippohren und es liegt nur an den akustischen Reizen der Halle, dass unsere wesensfesten Hunde das Ohr mal nicht so korrekt tragen *ich kotz gleich*. Jeder hat seinem Hund vorher nochmal die Öhrchen massiert und so auch ich Alanis. Alanis hatte aber am Samstag auch von sich aus wirklich gut getragene Ohren. Sie sah einfach süß aus. In meiner Klasse waren also 2 Hunde, Alanis und eine weitere Hündin. Alanis hatte die niedrigere Nummer und lief vorne weg. Wir sollten direkt eine Runde laufen. Alanis hat sich dabei 2 mal nach hinten umgedreht, weil da jemand hinter uns herlief und ist in der Kurve, auf den Fliesen (!!!) ausgerutscht. OMG! Wie dramatisch. Auf dem Tisch stand sie wie eine 1, als hätte sie nie was anderes gemacht und ich war so stolz auf sie! Einige der MTs die zuvor gerichtet wurden, wären vom Tisch am liebsten geflüchtet! Trotz mehreren Championtiteln. Der Richter fragte mich als erstes, wie alt sie sei. Nachdem ich ihm mitgeteilt habe, dass sie 11 Monate auf den Tag genau ist, und ihm ganz stolz unter die Nase rieb, dass es auch ihre erste Ausstellung war, kam direkt der Schlag: Ja, das würde man auch sehen. Die Bewegung ist gar nichts! Der Hund läuft grottig und so könnte er sie nicht beurteilen……………………….

Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich sprachlos gemacht und ich habe mich gefragt, ob ICH blind bin und mein Hund irgendwie zusammengebrochen ist, was ich nicht mitbekommen habe. BEVOR er Alanis also bewertet hat und den anderen Hund überhaupt nur auf dem Tisch hatte, diktierte er als aller erstes das Ergebnis: sg2.
Ich wollte den Ring am liebsten verlassen. Scheiß auf das Geld. Es geht mir auch nicht darum, nicht vorne zu stehen. Aber BEVOR er sich meinen Hund genau angeschaut hat, geschweige denn den 2. überhaupt mal, drückt er ihr ein sg2 rein, nach einer Runde laufen? Ich versuche nicht voreingenommen zu sein von Alanis, nur weil ich sie gezüchtet habe und sie Lanes Baby ist. Ich sehe es auch ein, dass er die andere Hündin, die besser im Fell war und sicherlich mehr Ringerfahrung hatte, vor meiner stand, aber ich finde nicht, dass Alanis ein sg  verdient hat. In unserem Bericht steht folgendes:
Feminine Hündin, noch etwas ringunerfahren, typischer Kopf, vorzügliches Gebäude, korrekte Rute, sehr gute Haaranlage, geforderte Markfarbverteilung vorhanden, in der Bewegung noch sehr unfrei, braucht Ringtraining. Ich weiß, dass es scheiße klingt, wenn ich das selbst über meinen eigenen Hund sage, wie ein schlechter Verlierer eben, aber für mich klingt das nach einem vorzüglichen Hund, bei dem ein Grund gesucht wurde, ihn schlecht zu reden. Sorry, dass Alanis auf ihrer ersten Show mit 11 Monaten in der Jugendklasse ringunerfahren ist. Ich informiere mich jetzt erstmal, wie ich meinem Hund vermittel, dass ich der Boss bin. Den Tipp habe ich schließlich auch bekommen.IMG-20170325-WA0010

WM Qualis

So, jetzt einen Beitrag zu verfassen, der weder emotional noch negativ behaftet ist, wird mir vermutlich nicht sonderlich gut gelingen. Ehrlich gesagt könnte ich kotzen.
Das Dilemma fing ja schon beim Melden an. Ich war hin und her gerissen, ob ich mit der kleinen Polly schon die WM Qualis laufen möchte, nicht, weil sie nicht schnell genug oder gut genug ist, ich denke einfach nur, dass es ihr sicherlich noch an Erfahrung mangelt. Am „Horizont“, wie ich es gerne nennen. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, weil ich selbst immer extrem aufgeregt bin, schon auf normalen Turnieren, und bei solchen Events erst recht. Ich dachte, ein bisschen Routine für mich wäre auch nicht schlecht und hey, vielleicht ist das Glück einfach mal auf meiner Seite! Nein. Ist es nicht. Ganz einfach.
Wir sind bereits Freitagnachmittag los gefahren, mit Anton im Schlepptau und Essen für min. 1 Woche. Wir wollten uns ein tolles Wochenende machen und sogar Daniel schien Bock auf eine Hundeveranstaltung zu haben! Kurz bevor wir ankamen, habe ich von einer Freundin erfahren, dass bereits länger feststeht, wer welchen Stellplatz mit Wohnwagen hat. War bei Facebook veröffentlicht, da ich der Seite aber nicht folge, habe ich es einfach nicht mitbekommen. Eine Email vorab mit Infos wurde versendet, allerdings auch nicht mit der Stellplatzzuordnung. Und hier ist sie:
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Gut, ich möchte da nun auch nicht groß drauf eingehen. Jedenfalls ist nicht nur mit aufgefallen, was man auf den ersten Blick sieht und ganz viele Leute haben sich etwas gewundert und gefragt, wonach genau die Stellplätze denn so zugeordnet wurden. An der „Wiese“ angekommen, dachte ich, mich trifft der Schlag. Es gab keinen Strom, es gab kein Wasser und mit Wiese hatte es jetzt auch nicht unbedingt so viel zu tun. Da es das ganze Wochenende regnen sollte, wollten wir nicht direkt auf die Rasenflächen also standen wir im Schotter, schön staubig und dreckig. Als ich mit den Hunden dann gehen wollte, wusste ich nicht genau, worauf ich mehr achten sollte, dass ich nicht in Scheiße oder in Scherben trete. Horror! Wirklich! Und das auf WM- Qualis!!
Die Stimmung war schon ziemlich hinüber, weil man einfach so viel Aufriss betreibt und dann alles so kacke ist, ehrlich. Warum haben wir einen Wohnwagen gekauft? Damit es ANGENEHMER ist, auf solche Veranstaltungen zu fahren. Damit es KOMFORTABLER ist, für die Hunde und sie nicht permanent in Boxen oder im Auto sitzen müssen, wenn man das ganze Wochenende unterwegs ist. Damit es STRESSFREIER ist und man keine Zimmer buchen muss etc. Hat alles einfach überhaupt gar nicht geklappt. Beim Einmessen dann haben wir von einem Campingplatz ganz in der Nähe erfahren, wo wir letztendlich auch umgezogen sind. Im Dunkeln. Schön den Wohnwagen wieder abbauen, anhängen, abhängen, aufbauen. Eigentlich wollten wir mit Freunden noch essen gehen, aber das hat sich zeitlich und stimmungstechnisch echt erledigt.
Am nächsten Tag mussten wir dann natürlich wieder mit dem Auto zur Halle fahren und die Hunde hin und her kutschieren, weil unser Wohnwagen auf dem Campingplatz stand und eben nicht vor der Halle. Der Parcours, bzw die Parcoure von Martin Ritter haben mir MEGA gut gefallen. 17424954_1641213925893876_4584821858557883604_n

In den pink eingekreisten Stellen habe ich für uns die Schwierigkeiten gesehen. Nach der 12 nicht über die 6 zu gehen, sondern an die Hand zu kommen über die 13, hoffentlich, und dann, nach der 17 nicht im Tunnel zu verschwinden, sondern die 18 zu nehmen, und – zu treffen. Das ist nämlich mit ein Winkel, den Polly noch nicht so 100% trifft. Ich stand bereits an der 2, als ich sie abgerufen habe und irgendwie war sie etwas mit Kläffen beschäftigt, weswegen sie die 2 verweigert hat und wir dann etwas ins Eiern kamen, weswegen ich letztendlich scheiße an der 6 stand und sie diese von hinten gesprungen ist. Bis dahin war noch keine unserer Schwierigkeiten dran, und danach liefs einfach mega rund.

Tja, und dann fing das eigentliche Dilemma auch an. Nach dem Lauf war ich mir nicht sicher, ob die Polly wirklich rund lief oder nicht. Daniel hat sie mitgenommen zum Wohnwagen auf dem Campingplatz und als er sie mir wiederbrachte, war ich mir sicher, dass sie scheiße läuft. Ein Blick auf die Krallen hat es dann direkt bestätigt, denn eine vordere stand einfach so krumm, dass ich wusste, okay, das war’s, ab zur Klinik. Ja, und dann nahm alles seinen Lauf. Kaum waren wir da, gab es für Polly auch schon die Narkose, als sie geschlafen hat, hat der Arzt sie mitgenommen, 20 Minuten an ihr rumgedoktort, ich war 200€ ärmer, wir haben 1 Übernachtung umsonst auf dem Campingplatz bezahlt, denn wir sind direkt im Anschluss wieder abgereist. Nach einem Lauf, wo ich auch auf dem Video eigentlich das Gefühl habe, sie lief nicht so wie sonst… Insbesondere der Steg hat mir nicht sooo gefallen. Nun habe ich wieder einen kranken Hund hier, der wieder geschont werden muss. Die WM Qualis habe ich komplett gecancelt, weil ich das zweite Wochenende gar nicht mehr laufen brauche, wenn mir bereits 4 Läufe fehlen und ich gerade auch einfach keine Lust mehr habe. Erstmal werde ich auch im März und Anfang April alles abmelden. Für Lane und Polly. Das geht langsam echt gar nicht mehr.

Eine einzige positive Sache gab es, nun gut, sagen wir zwei:

  1. Ich habe Daniels OK für wieder den 4. Hund. Ich weiß noch nicht, ob ich einen PRT oder einen MT möchte, das mache ich abhängig davon, was meine Hunde werfen.
  2. Ich habe den (wenn alles gut geht) zukünftigen Vater meiner Polly- Welpen kennengelernt, und auch wenn Polly ihn noch nicht kennengelernt hat auf Grund der Umstände und Lane ihn dafür umso besser fand, bin ich total happy mit meiner Wahl und sehr begeistert von dem Hund. Er hat mich von vorne bis hinten überzeugt. Arbeitstechnisch, optisch und am allermeisten von seinem Wesen. Vermutlich weiß ich wohl doch schon, was als nächstes hier die Truppe vervollständigen wird. Diese Verpaarung könnte echt MEGA werden!

Jetzt muss ich erstmal schauen, ob wir die Zuchtzulassung machen können. Mein Arzt heute hat über die Pfote drüber geschaut und meinte, dass wir einen weiteren Verband nicht benötigen, und das, was ihr eigentlich Schmerzen bereitet, nicht mehr da ist, weswegen sie zumindest auf ebenem Untergrund ganz normal laufen soll. Sie hat zu Hause nun Socken an von meiner lieben Kira, draußen bekommt sie einen Schuh, und laufen lassen, also wirklich frei mit toben etc, werde ich sie erstmal wieder nicht 🙁  17353441_1719699884988322_7317903187679853830_n

Neuer Beitrag

Was beschäftigt mich im Moment? Eine so große Menge, dass es an Platz mangelt, alles nieder zu schreiben (ich glaube, das Internet ist nicht groß genug dafür!) und wie immer an Zeit. Das Leben ist einfach nicht einfach. Familien sind nicht einfach. Die passende Immobilie zu finden ist nicht einfach und auch ein Manchesterohr, das nicht stabilisiert werden möchte, zu stabilisieren ist nicht einfach. Dennoch darf man nicht an Ort und Stelle bleiben und den Kopf in den Sand stecken. Was auf jeden Fall hilft, ist weitermachen. Die kleinen Dinge wert zu schätzen und dafür dankbar zu sein. Und ich glaube, auch den Weg zum „Ziel“ als Hier und Jetzt zu akzeptieren und zu genießen. Enjoy your journey. Ich meine, ganz ehrlich, was würden wir machen, wenn alles so wäre, wie es sollte? 🙂
Am Wochenende hatten wir seit gefühlter Ewigkeit endlich mal wieder ein Turnier. Ich habe mich am allermeisten darüber gefreut, dass ich zwei gesunde und fitte Hunde hatte, die mit mir an den Start gegangen sind. Seit Oktober das zweite Turnier, wo Lane UND Polly gestartet sind. Polly wird jetzt auch ergänzend mit Kieselerde und Zink und Bierhefe gefüttert + die Krallen werden bei allen 1 x wöchentlich geschliffen! Ganz wichtig. Seitdem, toi toi toi, alles unauffällig. Polly hatte die Startnummer 1, und ah, ich hätte mich auf Anhieb vor Aufregung übergeben können. Meine einzige Hoffnung war noch, dass sie mit Large anfangen. Fehlanzeige. Polly war der erster Starter des Tages. Der Parcours war wirklich schön, Stegabgang hatte ich etwas bammel, weil sie abbiegen musste, aber nicht 180° (das wäre mir lieber gewesen) sondern nur leicht links, obwohl geradeaus natürlich auch das nächste Hindernis stand. Am Start habe ich mich bei beiden Hunden für den riskanteren Weg entschieden (eine offene Tunnelverleitung) und beide Hunde haben sich NICHT verleiten lassen 🙂 Polly war einfach nur süß. Sie war super brav, mega gute Zonen, extrem brav gestandene Wippe, Steg hat sie auch mega gut gemacht, ohne sich verleiten zu lassen. Eine Winzigkeit, die uns ins Dis brachte, eine Hürde nach dem Tunnel, die ich nicht auf dem Schirm hatte, da Polly sich in Tunneln eigentlich nicht so abschießt, deshalb auch keine sonderlich präzise Ansprache meinerseits. Egal. Sie war sehr brav! Bei Lane wusste ich, ich werde den ganzen Steg korrigieren, wenn sie nicht steht, weil ich das Desaster nun (nach 6,5 Jahren) beende! Wenn es gelingt, eine völlig blöde Startroutine zu brechen, dann kriege ich das auch in den kleinen Schädel. Tja, und wo wir bei Startroutine sind: Ich habe sie, wie neu erlernt, an den Start gestellt und als ich mich umgedreht habe, hat sie einen Frühstart angetäuscht -.- Gott sei Dank, war ich „bei mir“ und hatte die Nerven, zurück zu kehren, sie zu korrigieren und neu zu positionieren. Nochmal umgedreht, kein Zucken, Sitz, und los gings. Ja, es war dennoch ein kleines Desaster. Eine Verweigerung an einer Hürde, wo sie abgedreht ist, Wandabgang (ich bin sehr weit vor gelaufen weil wir sonst zusammen gecrasht wären, war also einkalkuliert), Slalom nicht selbstständig zu Ende gearbeitet (echt mega nervig, weil gerade erst nachgearbeitet) und dann Stegabgang selbst aufgelöst. Deshalb erfolgte eine ganze Korrektur, was natürlich die Disqualifikation einbrachte. Aber das ist es mir wert. Am kommenden Sonntag sind wir in Mönchengladbach. Wenn dort der Richter ist, wie ich befürchte, wird es schwer, aber ich werde es dennoch versuchen vorher abzusprechen. Es tut mir auch echt irgendwie Leid für Lane, weil sowas natürlich nicht von ungefähr kommt und sich etabliert. Eine große Portion Inkonsequenz meinerseits hat natürlich den Rest gegeben + jahrelang keine durchgezogene Korrektur. Ich könnte natürlich auch den Lauf an der Stelle nach der Korrektur abbrechen, aber das bringe ich irgendwie nicht übers Herz, weil ich glaube, dass sie es ganz, ganz lange nicht verstehen würde. Wie denn auch, wenn der Steg jahrelang IRGENDWIE immer ging? Deshalb spreche ich es einfach vorher mit den Richtern ab und hoffe auf Kulanz. Im Jumping ist Polly ebenfalls an mir gescheitert. An der Hürde vorm Slalom wollte ich sie dezent anstellen um sie besser auf die Linie zu bringen und sie ist leider ins außen gegangen. Lane war, wie Lane eben gerne so ist.

Damit haben wir unsere erste Qualifikation für die WM Qualis ’18, die DM ’17 und die German Classics weil mehr als 10 Hunde. Weitaus mehr. Das tat nach den ganzen FAST guten Läufen echt gut, obwohl sie auch bei dem Lauf am Ende noch FAST im Tunnel verschwunden ist. Ich hoffe, dass es nicht so lange dauern wird, bis wir die Sache mit dem Steg begriffen haben. Ich glaube, dass ich in den nächsten Wochen auch wieder ein paar mehr Turniere habe. Da sollte dann wieder etwas mehr Routine rein kommen.

Ansonsten fiebere ich dem 25.03. auch sehr entgegen. Ich habe Polly nun für die Zuchtzulassung und Alanis für die Jugendklasse angemeldet. Es nützt ja nichts. Muss ja gemacht werden. Polly hat demnach erstmal viele Termine. Sie muss noch getrimmt werden, wir müssen noch die Augenuntersuchung machen, ihre Ahnentafel musste ich leider auch einschicken, weil  Polly nicht über den KfT gezogen ist, sondern den Parson Russell Terrier Club Deutschland, weswegen das erstmal umgetragen werden muss und danach steht noch die Patella Untersuchung an und den Audiometrie Test werde ich ebenfalls mit ihr machen. Und wenn ich so an den Wurf denke, ach, dann fällt es mir wieder so schwer, sie zu entbehren für eine gewisse Zeit, auch wenn sie hier bleibt… Aber dennoch. Diese Züchterei ist ebenfalls echt nicht einfach 😀

Alanis Update II

Ich weiß, es ist schon längst an der Zeit, etwas neues zu berichten, aber im Moment gibt es ausnahmsweise nichts. Und selbst heute habe ich das Gefühl, mir etwas aus den Fingern saugen zu müssen, damit ich endlich wieder etwas schreibe.
Vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht ist es eine Phase, vielleicht fehlt mir ein Vitamin. Momentan fällt es mir absolut schwer, mich von Gedanken zu lösen, die mich aus den letzten 5 Jahren wieder einholen, vor allem vor ziemlich genau 5 Jahren. Es fällt mir schwer, mich damit zu arrangieren, dass es schon 5 Jahre sind. Und dann kommt alles wieder hoch. Ich weiß heute mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit, dass man über gewisse Dinge einfach nicht hinweg kommt. Oder ich nicht. Vielleicht schaffe ich es auch nicht.
Ich vermisse so viele Dinge. Und Menschen. Manchmal kann ich es immer noch nicht fassen, dass Conni nicht mehr da ist und nie wieder da sein wird. Ich hätte sie so oft so gut an meiner Seite gebrauchen können. Ihren Rat, oder einfach nur ihre Ironie und ihren Sarkasmus. Ich vermisse das Gefühl, glücklich zu sein, wegen der Tatsache, an die frische Luft gehen zu dürfen. Ich vermisse es, einfach nichts zu vermissen und das Gefühl zu haben, dass alles richtig ist, so wie es ist. Ironisch, dass ich dieses Gefühl ausgerechnet dann in meinem Leben hatte, als ich mit einem Kabel an einen Ständer angebunden war, und meinen Tag damit verbracht habe, Barbara Salesch zu schauen und die Autos zu zählen. Und zu sortieren. Nach denen, die auf den Parkplatz drauf fahren und denen, die ihn verlassen. Es nervt mich, dass mich so viel nervt. Dass meine Nachbarn mich nerven, dass Daniel und ich getrennt wohnen und ich jeden Abend meine Sachen packen muss und überlegen muss, in welchem Kühlschrank das Pferdefett von den Manchestern steht und wo ich welches Fleisch in welchem Zustand habe. Im Moment fühlt es sich einfach so an, als würde ich festhängen und das ist frustrierend…
Seit ein paar wenigen Tagen steht mein Steg nun wieder, da der Boden nicht mehr steinhart ist und ich mein Training mit den Hunden gerne wieder in Angriff nehmen möchte. Polly hat nun das dritte Mal dieses Jahr (DIESES Jahr!!!) Kralle, und jedes Mal verletzt sie sich im HSZ, was ja schon etwas merkwürdig ist. Das eine Mal hinten rechts, ganz außen, musste ich direkt 2 Turniere absagen, Tierarzt etc mit Verband und kurzer Betäubung um die sehr weit oben abgebrochene Kralle zu kürzen summa sumarum ~80€, und wieder ein verletzter Hund. Danach vorne rechts Wolfskralle, wo ich noch dachte, naja, die wird ja nicht sooo häufig belastet, ist Gott sei Dank beim Training abgefallen dann und letzte Woche Donnerstag dann vorne links, die dritte von links. Nicht gebrochen, nicht angebrochen, vermutlich umgeknickt, da sie komplett sitzt, es aber von oben geblutet hat. Ich bin nun fleißig dabei, jeden Montag einmal mit der Schleifmaschine bis 0,5 mm vor das Leben mit meinem kleinen Maschinchen zu schleifen, um die Krallen insgesamt etwas kürzer zu züchten. Echt mühsam. Demnach habe ich mit Polly im Moment auch nicht ganz soooo viel Lust, weil ich Angst habe, es ist wieder was. Polly hat eine wirklich extrem gute Grundlage, und im Gegensatz zu Lane, die sich gerne mal abschießt, weil sie einfach diese Natur hat, hat Polly noch eine extra Portion mehr Wahnsinn, ist dabei aber wesentlich kontrollierter und kontrollierbarer. Trotzdem… Also liegt mein Fokus aktuell auf dem Alanis- Zwerg, der gerade in der ersten Läufigkeit steckt. All das Positive, was ich über die Ohren gesagt habe, naja, vergessen wir es einfach.

Immerhin wage ich mich aktuell an etwas mehr Tempo, und es klappt soweit ganz gut. Diese Woche werde ich nicht mehr so viel Zeit haben, aber bis Ende nächster – übernächste Woche würde ich mich ganz gerne mal an den ganzen Steg trauen. Heute hat es mich so in den Fingern gejuckt, aber ich bin stark geblieben! Ich weiß noch nicht genau, wie mein Sportjahr aussehen wird. Aktuell vermisse ich Elan (oh, ich vermisse etwas!), Motivation könnte auch mehr vorhanden sein, und ja, die WM-Qualis kann ich immerhin mit Polly laufen, aber: Immer noch nicht gemeldet… Ich weiß gerade nicht, ob es mir den Aufwand wert ist, wieder so weit zu fahren, so viel zu investieren an Zeit und Training, mit einem Hund, der 2,5 Jahre ist, und einfach DEN HORIZONT nicht hat. Polly ist im Training aktuell extrem konstant und zieht auch die „alten Hasen“ ab. Das meiste klappt auf Anhieb. Die Zonen sind nach wie vor gigantisch, die Wendungen eng, die Geschwindigkeit gut, aber kommt es zb zu einer sehr direkten Slalom- Tunnel- Differenzierung, wählt sie nach Gefühl und nicht nach Kommando und das ist auch ok. Deswegen weiß ich nicht, was ich so genau machen soll… Mit Lane werde ich definitiv Steg korrigieren, wird auch Zeit, immerhin wird sie 7 im September, und mit Alanis habe ich erstmal ganz lange gar nicht vor zu starten. Sie darf sowieso erst ab Ende Oktober, Sprich Anfang November und dann wieder in die Hallen zu fahren, die alle so kalt sind und so weit weg… Momentan nicht so gut vorstellbar, aber wenn es dann erstmal so weit ist, vermutlich werde ich es wieder nicht abwarten können. Ich lasse es also einfach auf mich zu kommen. Was ich in letzter Zeit merke, ist, dass der Sport für mich an Wichtigkeit verloren hat. Mir gefällt nicht, wie die Leute mit ihren Hunden umgehen, dass selbst fehlerfreie Läufe zum Teil „scheiße“ sind, weil da und da ein Bogen oder ein zu weiter Ausflug war etc. Das alles kostet so viel Energie, ich weiß aktuell nicht, ob ich das noch so intensiv möchte. Auch wenn meine Hunde sicher mitlaufen können, dennoch. Zum Ende des Jahres planen wir dann, ja, ich sage es nun das erste Mal offiziell, die Polly zu belegen. Sie war im Dezember läufig, so erwarte ich die nächste Läufigkeit zur Mitte des Jahres und die übernächste zum Ende. Einen Rüden habe ich bereits ausgesucht, allerdings ist es bis dahin auch noch ein kleiner, weiter Weg. Gestern waren wir beim Arzt für die Blutabnahme für das DNA- Profil, welches wir für die Zuchtzulassung brauchen, und diese machen wir dann, wenn nichts dazwischen kommt am 25.03. Danach folgt noch eine Augenuntersuchung, die ohne Befund sein muss, und ich persönlich werde Polly noch auf Patella untersuchen lassen und einen Audiometrie- Test durchführen. Dafür gibt es keinen anderen Grund als den, die Untersuchungen einfach zu haben, weil es beim PRT leider manchmal zu tauben Welpen kommt und Patella bei den Jackies doch relativ verbreitet ist- oder sagen wir mal war. Polly hat weder Anzeichen, dass sie nicht korrekt hört, noch hat sie Probleme mit den Kniescheiben. Dennoch finde ich diese Untersuchungen wichtig, und schade, dass sie nicht als Pflichtveranstaltung für alle Zuchthunde gelten. Da bin ich mir mit der Besitzerin des Rüden übrigens einig, und dieser besitzt auch all die oben genannten Untersuchungen, und ist natürlich ohne Auffälligkeiten. Vielleicht sehe ich ihn nächstes Wochenende. Wenn der Wurf definitiv feststeht, Polly alle Untersuchungen geschafft und ihre Zuchtzulassung bekommen hat und der Rüde mir tatsächlich so gut gefällt, live, wie bisher, werde ich genaue Infos dazu bekannt geben. Demnach sind mir sämtliche Qualis mit Polly aber auch nicht so wichtig dieses Jahr. Die Deutsche Meisterschaft wäre schön, die Classics natürlich auch, aber die WM Qualis ’18 ist sie dann, wenn alles so aufgeht, wiederum raus. Ach mal sehen. Das Jahr könnte wirklich interessant werden. Wenn sich aber ein paar Dinge nicht ändern, wird es sich glaube ich ziemlich ziehen…

Jahresrückblick

Zu sagen, dieses Jahr war kein gutes Jahr, wäre unzutreffend und undankbar. Der Tendenz Richtung „schlimmer“ sind wie jeder weiß selten Grenzen gesetzt. Sagen wir mal, dass ich dieses Jahr als seeeeehr anstrengend empfunden habe. Es war auf jeden Fall ein Jahr voller Ereignisse.
Begonnen hat das Jahr für mich mit einem bereits sehr einschneidenden Ereignis. Die Hochzeit meiner Schwester stand an. Ja, richtig gehört. War sie vorletztes Jahr noch empört, wie ich ihren damaligen neuen Freund nicht an meinem Geburtstag da haben wollte, weil die letzten 5 Jahre jedes Jahr ein anderer Kerl dabei war, ist sie dieses Jahr zu meinem Geburtstag verheiratet und schwanger. Also, mit nem anderen. Nicht den, den ich nicht dabei haben wollte 😀 Aber, aber, eine Basis muss doch gelegt werden. Ein Jahr Beziehung reicht meiner Meinung nach auch völlig aus, um ein gemeinsames Leben zu dritt zu beginnen. Generell habe ich noch nie ein sonderlich gutes Verhältnis zu ihr gehabt, generell geht es mir auch total am Arsch vorbei, wer wie sein Leben lebt. Was ich allerdings auf den Tod hasse ist, wenn Leute, die KEINE AHNUNG haben, das Maul so weit aufreißen. Ich merke jetzt schon, wie mein Herz rast, wenn ich an sie denke. Meine Mutter hat uns im Februar gezwungenerweise an einen Tisch gesetzt. Bzw. an 2 😀 Ich lege ehrlich gesagt keinen Wert mehr, auf guten Kontakt zu meiner Schwester, habe es aber meiner Mutter zu Liebe getan. Tja, und da saß sie dann. Arrogant wie eh und je, am Laptop am Esstisch, während meine Mutter das „Gespräch“ einleitete, und ich auf ihre Frage, warum der Kontakt so schlecht sei, als erstes geantwortet habe, dass meine Mutter auf der ganzen Welt erzählt, was für eine gnadenlos gute, und beliebte Krankenschwester meine Schwester sei, sie es nur nicht geschafft hat, ihre eigene im Krankenhaus zu besuchen, die ein halbes Jahr stationär lag. Zum Beispiel. Daraufhin rechtfertigte sie sich, dass ich sowieso nur an meinem Handy wegen meiner Fernbeziehung hing- und starrte weiter in das Display des Laptops und klopfte weiter eifrig in die Tasten 🙂 So ging es die ganze Zeit weiter. Ich bin Schuld daran, dass sie sich gezwungen gesehen hat, sich in den Hintergrund zu rücken, weil ich Krebs hatte und meine Eltern nur noch für mich da waren. Ja, ein harter Schicksalsschlag, für jemanden, der seit seiner Geburt ausschließlich und absolut im Mittelpunkt stand. Das Ende vom Lied war, dass ich gegangen bin, nachdem ich erfahren habe, wie asozial ich bin, weil ich 2 Monate nach meiner Reha in meine erste eigene Wohnung gezogen bin und Wohngeld bezogen habe und mit 3 Hunden zusammen leben, dass ich nur alte bzw keine Freunde habe, und sie „auf solche Leute“ am Tage ihrer Hochzeit verzichten kann. Mühsam, mühsam. Aber was will man von jemandem erwarten, der mehr Wert auf Wimpern- und Haarextension und operativ korrigierte Nasen legt, als auf einen Dialog, bei dem es um eine Schlichtung geht und um die Darstellung seiner Sicht der Dinge, statt irgendwelche Beleidigungen? Das alles hätte mich entsetzen müssen, hat es auch ein wenig. Aber nur ein wenig. Ich weiß, dass meine Schwester sich selbst die Nächste ist. Was mich echt mitgenommen hat, war meine völlig ruhige, „neutrale“ Mutter. ICH habe von ihr gelernt, dass man Respekt hat, vor älteren Menschen. Egal ob Mutter, Freundin, Oma, oder Nachbar. Der jüngere grüßt zuerst. Der Jüngere hält die Tür auf etc. Ich weiß nicht, wieso meine Schwester das nicht gelernt hat. Vielleicht gilt das auch für ältere Schwester nicht, keine Ahnung, denn ich habe keine ältere Schwester. Nein, für mich habe ich nun gar keine mehr. Ich habe irgendwie erwartet, dass sie meine Schwester zurecht weist, oder sie zumindest mal ermahnt, sich etwas zurück zu nehmen. Aber für sie lief das alles unter: Jeder muss sich mal seinen Frust von der Seele reden. Gut, hätte ich im Vorfeld wissen sollen, dass darunter Beleidigungen gemeint sind, wäre ich gar nicht aufgetaucht und die zwei besten Freunde schmoren lassen. Eine Zeit lang habe ich auch den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, weil sie es nach all dem gewagt hat, noch zu meinen, dass ICH einen großen Fehler begehe, wenn ich dort nicht aufkreuze. Was meine Schwester gesagt hat, war schon längst vergessen, bzw. „gar nicht so“. Und ich saß hier, wirklich tagelang und dachte mir: Bin ich bescheuert oder sind die zwei bescheuert? Sie hat niemals gesagt, dass… bla bla bla. Nein, so war das gar nicht. Typisch. Meine Schwester rennt grundlos mit nem Messer auf mich los und meine Mutter fragt, was ich denn schon wieder verbrochen habe. Die heilige, perfekte Jessica. Wobei, perfekt ist sie ja erst seit der Nasen- OP 😀 Jaja, ein hässliches Thema, mit dem ich nach wie vor nicht ganz abgeschlossen habe. Ein gutes hat es aber doch: Ich werde mich nie wieder mit ihr an „einen“ Tisch setzen müssen. Leute, die einfach scheiße sind, gehen zu lassen, habe ich auch gelernt! Check!
Deshalb verbringen meine Eltern Weihnachten nun auch in Polen in einem Wellness- Hotel. Finde ich super. Meine Mutter ist die Marionette meiner Schwester. Völlig blind und hilflos. Ich fände es toll, wenn sie auch mal langfristig an sich selbst denken würde, denn das tut ihr perfektes Kind auch. So freue ich mich total auf Weihnachten mit Daniel und den Hunden, die zu meinem asozialen Leben beitragen… Ok, genug jetzt 😀 Meine Hunde jedenfalls haben ungefähr 50% zu den positiven Dingen in diesem Jahr beigetragen.
Am 16.04., auf den Tag genau als Polly 18 Monate wurde, hatten wir unser Turnierdebüt. Ich war morgens schon total krank vor Aufregung, bin ich vorm Start beim Warmmachen noch aus Versehen auf den Fuß getreten, und fast erleichtert, weil ich dachte, vielleicht „muss“ ich jetzt doch nicht starten. Ich hatte Angst, wie immer. Angst vor einem Frühstart, Angst vor einem kleinen, weißen Zombie, der völlig außer Rand und Band sein eigenes Ding macht und Angst vor den schlechtesten Kontaktzonen überhaupt. Ich bin alleine nach Dortmund Wickede Asseln gefahren, Daniel hat mich überrascht, wollte er sich ihren ersten Lauf nicht entgehen lassen, und Polly hat direkt einen rausgehauen.

Ich liebe es, mir dieses Video anzuschauen. Ich war so unglaublich stolz auf Polly, wie sie immer mit mir meckert, wenn sie läuft und rumfiept und einfach 150% gibt. Im Laufe des Jahres ist sie extrem zügig in die A3 aufgestiegen, startberechtigt für die WM- Qualis im Frühjahr und uns hat lediglich ein einziger dusseliger erster Platz in einem A-Lauf gefehlt, dann wäre sie bereits dieses Jahr ihre erste Deutsche Meisterschaft gelaufen. Wir haben uns im Parcours gefunden, und sind ein super gutes Team geworden. Sie ist natürlich noch nicht so 100% zuverlässig wie Lane, und lässt sich schnell verleiten, bzw hat viele eigene Ideen, auch wenn ich sie anspreche, aber ich glaube, dass wir noch extrem viel Spaß gemeinsam haben werden.

Keine 10 Tage später brachte Lane ihre Babies zur Welt. Der April war wirklich ein großer Monat für mich. Beim Röntgen war ich noch extrem geknickt und wollte schon mit dem Züchten aufhören, bevor meine ersten Welpen geboren wurden, waren nämlich nur 2 zu sehen. Ich habe echt mit dem Gedanken gespielt, ob ich einen Rüden behalte, wenn nur Rüden fallen, und dann eine Hündin kaufe, mit der ich dann meine „Lane- Hündin“ kriege, worauf ich aufbauen kann. Aber dann kam es anders. Am 24.04. war ich noch auf einem Cup- Turnier mit Polly, Daniel hat auf Lane aufgepasst, und Lane, die hatte ihren Termin am 26.04. Sie war den ganzen Tag völlig unauffällig. Die Temperatur war konstant und der Appetit nach wie vor vorhanden. Ich habe abends dennoch beschlossen, bei ihr unten im Wohnzimmer zu schlafen und so hat sie sich am frühen Morgen entschieden, ihre Babies zur Welt zu bringen. Es schien so (vielleicht interpretiere ich zu viel hinein, aber ich glaube meine Hunde doch ganz gut zu kennen), als sei es für sie einfach genau richtig, weil ich da war. Sie wusste, dass ich neben dem Auslauf auf der Couch schlafe. Als sie anfing zu pressen, bin ich zu ihr in den Auslauf gegangen. Sobald ich mich auf dem Boden hingelegt habe, hat sie sich dazu gelegt. Das war aber nicht besonders gemütlich. Also bin ich wieder auf die Couch. Das Spiel haben wir 1 Stunde lang gespielt. Sobald ich den Auslauf verlassen habe, hat sie aufgehört zu pressen und ist wieder wie ne Furie durch ihren Auslauf und hat alles verwüstet. Dann ging die Diskussion um den Ort der Geburt weiter. Ich so: Hier, guck mal, eine wunderschöne Wurfbox in der du selbst vor 5 Jahren auf die Welt gekommen bist. Und Lane so: Couch. -.- Weitere 1,5 Stunden sind vergangen, und dann haben wir uns mit guten Krankenbettunterlagen auf die Couch geeinigt. Als der erste Welpe zur Welt kam, hat mich diese „Magie“ nicht wirklich erreicht. Ich war total aufgeregt, hatte total viel Angst, alles, was man falsch machen kann, falsch zu machen und deswegen habe ich irgendwie gar nichts gemacht. Ich habe es auf mich zukommen lassen, und wie sich herausgestellt hat, war es das beste, was ich (nicht) machen konnte. Lane hat wie ein alter Profi abgenabelt, sauber geleckt, sich direkt ans Werk gemacht. Als hätte sie schon etliche Würfe vorher gehabt. Das war so schön. Auch, als ich gesehen habe, dass es eine Hündin ist, war es noch etwas komisch. Ich wollte unbedingt eine Wahl haben, und habe mir deswegen schon überlegt, dass ich, sollte es nur eine Hündin sein, diese Thorsten gebe, weil ich auch schon die Polly habe, und er so lange gewartet hat, und dann einen weiteren Wurf mit Lane mache. Als Lou dann auf die Welt kam, wusste ich, eine von beiden ist meine. Lane hat uns 2 Hündinnen geschenkt. Ich glaube, das war dieses Jahr wirklich das größte.

Die Zeit der Aufzucht und Prägung war wundervoll. Ich kann es kaum erwarten, bis wir wieder Babies haben! Nichts desto trotz hatte ich insbesondere in den ersten Wochen total viel mit Menschen zu kämpfen, die mich verrückt gemacht haben- nein, anders: von denen ich mich verrückt machen lassen habe. Der Rüde den ich gewählt habe, vererbt Herzfehler. Der Rüde den ich gewählt habe, hat irgendwo einen Sohn, der total verhaltensauffällig ist. Der Rüde den ich gewählt habe, vererbt rutenlose Hunde. Es kam im Nachhinein hinaus, dass Finlej der schlimmste Hund ist, den ich hätte wählen können für meine Welpen. Dass Alanis und Lou wohl nur 2 von immer weniger Manchester Terrier sind, die IM STANDARD sind, was die Größe betrifft (der „Trend“ geht Richtung Large!!!), beide extrem schöne Daumenabdrücke haben, die bei Lane ziemlich fehlen, und beide ein schönes, dunkles, mandelförmiges Auge haben, dass Lane auch fehlt, muss man hier nicht betonen. Auch sollte nur am Rande erwähnt werden, dass beide völlig gesund sind, keine kardiologischen Probleme haben und auch keine Auffälligkeiten im Verhalten zeigen. Sie neigen zwar zum Überdrehen, aber so sind sie eben wie die Mama. Und das obwohl der Vater KEIN AGILITY!!! macht (alleine deswegen war die Verpaarung ja schon scheiße!). Hilfe. Ich habe so viel Neid und Missgunst erlebt dieses Jahr. Was ist los mit den Leuten da draußen???? Wer den ganzen Beitrag im Detail lesen will, tada:

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Den nächsten Wurf plane ich grob für das Frühjahr 2018. Aber bis dahin wird und muss noch eine Menge passieren. Unter anderem Pollys Zuchtzulassung. Denn der nächste Wurf soll etwas bunter werden. Ich weiß noch nicht, ob ich es wirklich tue, weil ich befürchte, dass ich von Polly genau so schwer was weggeben können werde, wie von Lane… Aber aus jedem Wurf einen Hund behalten… Hm. Mal sehen, wie die Gegebenheiten bis dahin sind. Denn: Wir haben neuerdings auch die Kacke am Dampfen mit den Nachbarn. Ich kann mich nur wiederholen, keine Ahnung, was mit den ganzen Leuten los ist. Jeder scheint unzufrieden zu sein, unglücklich und irgendwie nur darauf bedacht, dem anderen zu schaden. Mein Gott, was hatten wir hier für Auseinandersetzungen, wegen Rollern, die uns tagelang um 5.20 Uhr geweckt haben, Hunden die Pippi machen auf der Wiese, Maden die aus Mülltonnen kriechen, weil wir keine Knoten in die Kotbeutel machen, auf der anderen Seite aber eine mega lästige Französische Bulldogge, die Gott und die Welt anspringt, frei im Hof rumläuft, und auch gerne mal mit zur Straße, wenn Daniel und ich irgendwie Inliner fahren oder so. Einfach nur Kindergarten und ebenfalls mühsam, mühsam und nochmal mühsam. Ich hoffe 2017 einen Fleck auf diesem Planeten zu finden, den vorher noch niemand gefunden hat. Da ziehe ich dann hin, mit meinen 3 Hunden und bleibe einfach da. Mehr Ansprüche habe ich nicht. Alternativ muss ich endlich mal daran arbeiten, mir ein dickeres Fell anzulegen und nicht immer alles so extrem unter die Haut gehen zu lassen. Daniel sagt immer: das muss dir egal sein. Und zack, schon kümmert er sich um andere Dinge. Ich habe erstmal 8 Monate lang Albträume, 4 Wochen Appetitlosigkeit und ein halbes Jahr schlechte Laune, wegen zu vielen Gedanken wegen allen möglichen Eventualitäten. Mühsam. Habe ich das schon mal geschrieben heute???

Ein weiteres tolles „Ereignis“ war der Ausflug nach Dänemark. Wir hatten eine echt coole Zeit, mit wenig Leuten vor Ort und somit ziemlich viel Strand für uns alleine. Für mich und Alanis war es toll. Ich hatte sehr viel Zeit für sie, und wir haben sie extrem viel laufen und einfach machen lassen. Da war ja nichts und niemand. Ich denke, das hat ihr und ihrer Entwicklung echt gut getan. danemark

Einen Monat zuvor ist Kira gestorben. Ich habe es schon 2-3 Tage vorher geahnt, war aber irgendwie die einzige. Meine Mutter hat gesehen,wie sie unterm Bett lag, fand es aber süß, ich fand es „eigenartig“, und Daniel meinte morgens noch, ich soll erstmal keinen Gedanken daran verschwenden, was ich mit Kira „mache“. Aber ich wusste an diesem Morgen, am 5.08., dass ich zwar mit ihr zurück kehren würde vom Tierarzt, aber anders. Kira hatte einen Schlaganfall und es ging ihr ganz plötzlich so schlecht, dass sie an diesem Tag auch ohne eine Spritze an Kreislauf und Organversagen gestorben wäre. Ein ziemlich bitteres Ende, für ein nicht ganz so kurzes Hundeleben mit 13 Jahren, aber wenn man bedenkt, wie lange sie schon so eingeschränkt war körperlich finde ich es um so schlimmer. Sie hatte einfach immer irgendwas und ich habe trotzdem gehofft, dass sie einfach alt wird und irgendwann einschläft. Hoffen kann man immer, hat dieses Jahr jemand zu mir gesagt. Nur hilft es leider nicht immer. Kiras letzter Beitrag.

Im September war dann auch die Klubsiegerprüfung vom KfT. Polly hat sich am letzten Tag, an dem man sich dafür qualifizieren konnte, qualifiziert und Lane durfte auch mit laufen. Beide haben den A-Lauf gewonnen, Polly ist im Jumping leider Dis gegangen, Lane konnte sich mit einer Stange den Titel sichern und damit das Ticket zur DM. Der Beitrag von der DM ist hier unten drunter, wer nochmal nach lesen will. Auch wenn das Jahr für Lane mit Baby- Pause und Polly mit erster Saison echt gut lief, habe ich etwas den Eindruck, verflucht zu sein. So ist es mir innerhalb von 6 oder 8 Turnieren nicht gelungen, den letzte A-Lauf mit Polly zu holen, und so will es mir auch jetzt nicht gelingen, mit etlichen Turnieren eine Kombi mit Lane für die WM- Qualis zu erlaufen. 🙂 Es ist so mühsam (hey, etwas ist mühsam!), dass ich echt schon Gedanken hatte dieses Jahr, ob ich mir nicht ein anderes Hobby suche. So viel Energie kostet mich der Hundesport!

Dann wurde unsere „Familie“ noch durch Anton bereichert, unseren Wohnwagen. Anton haben wir von ganz lieben Menschen abgekauft, die ihn auch sehr liebevoll behandelt haben und wir sind mega happy mit ihm. Dieses Jahr leider nur 2 Ausflüge, hoffe ich, dass wir nächstes Jahr wesentlich öfter mit ihm unterwegs sein werden. 004a9856

Ach, und wo ich das Bild gerade sehe: Ich habe zum ersten Mal seitdem meine Haare nachgewachsen sind, meine Haare ein gutes Stück abgeschnitten. Fast die Hälfte möchte ich sagen. Sie haben irgendein Problem, und sind ohne Chemie und sonstige schädliche gezielte Einwirkung sehr brüchig. Und ich möchte nicht an brüchigem Haar hängen. Generell möchte ich mich von dieser „meine Haare sind mir heilig, weil ich Krebs hatte“- Sache trennen, und es gelingt mir ganz gut. Seitdem sie ab sind, finde ich sie wieder viel besser.

Ja. Unterm Strich empfinde ich das Jahr als wirklich anstrengend gewesen. Ich bin stolz auf meine Hunde, ich bin so dankbar, dass Lane mir Alanis geschenkt hat. Alanis ist einfach toll. Ich bin dankbar, dass ich Polly bekommen habe. Polly ist ebenfalls toll. Lane ist toll. Lane ist die beste. Lane würde ihre Seele für mich verkaufen. Meine Hunde machen einfach extrem viel aus. Im Sport habe ich dieses Jahr sehr gekämpft, aber es wird auch einfach nicht einfacher. Trotzdem haben sie regelmäßig tolle Leistungen gezeigt.
Auf der anderen Seite steht Daniel. Seit fast 2 Jahren nun schon. Irgendwie kann ich es nicht glauben, dass es schon so lang ist, obwohl es sich gleichzeitig ewig anfühlt. Wir sind so eingespielt und ein extrem gutes Team. Ob mit den Hunden, mit unserer Arbeit, dem Alltag, Kleinigkeiten wie Einkaufen, einfach alles. Daniel ist nun der letzte Mensch auf dieser Erde nach dem Desaster mit meiner Mutter im Frühjahr, der mir wirklich nahe steht und mich noch nicht verletzt oder enttäuscht hat. Gut, manchmal sagt er nein, wenn ich eine Katze oder ein Chinchilla möchte, aber was das Vertrauen angeht, und den respektvollen Umgang miteinander, stimmt es „noch“. Oder nach wie vor. Ich weiß, dass Dinge sich extrem schnell ändern. Und so richtig, richtig, RICHTIG traue ich einfach niemandem mehr. Die Person die dir heute am nähsten ist, kann morgen dein größter Feind sein. Eine bittere Lektion, die ich ebenfalls hinter mir habe. Ich hoffe inständig, dass sich irgendwas auf dieser Welt ändert. Die Menschen sind so voller Hass. Hass, Neid, Missgunst, Egoismus. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Jahr „ist nicht mein Problem“ gehört habe. Es ist irgendwie unser aller Problem. Ich erinnere mich an kein Jahr, dass so geprägt war, von so viel Terror und so vielen Anschlägen. Der Mensch macht sich nicht nur selbst unglücklich, er vernichtet sich auch gleichzeitig. Auch wenn die Welt mittlerweile aus allen Nähten platzt, trägt jeder von uns glaube ich dazu bei, dass dieser Ort bei weitem nicht das ist, was er sein könnte.