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Clicker Training

Der Clicker ist im Alltag mit meinen Hunden und in ihrer gesamten Erziehung und Ausbildung unser treuester Begleiter. Ich bin überzeugt davon, dass man Hunde auch sehr gut ohne Clicker ausbilden und erziehen kann, liebe jedoch die Präzision  und die viele Möglichkeiten in der Bestätigung, die der Clicker bietet, und natürlich das freie Shapen.
Für Verhalten, die für das Zusammenleben notwendig oder sagen wir hilfreich sind (Sitzen, Liegen, Bleiben, entspannt an der Leine laufen) und für Verhalten, die „niemand braucht“ (Tricks), ist der Clicker für mich mittlerweile ein Hilfsmittel, auf welches ich unter gar keinen Umständen verzichten möchte. Im Prinzip markiert der Clicker Verhalten und Verhaltensrichtungen, die wir gerne festigen und behalten möchten. Menschen, die zu mir ins Training kommen, und mir erzählen, dass „der Hund auf den Clicker nicht reagiert“, liegen schlicht und ergreifend falsch. Der Clicker ist kein Instrument, auf welches der Hund reagiert. Der Hund wird auf das Knacken des Clickers konditioniert und verbindet damit eine positive Bestätigung. Das hat nichts mit Können zu tun. So wie die meisten Hunde aufgeregt sind, wenn es an der Tür klingelt, oder wenn wir den Napf füllen, weil sie in der Erwartung auf x sind, so funktioniert der Clicker. Klassische Konditionierung. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, googlet bitte einfach 🙂 Diese Seite soll das Ausmaß eines Romans ausnahmsweise nicht erreichen.
Generell kann man natürlich viel mit der Stimme machen, viel loben, oder den Hund auf gezielte Wörter konditionieren (gut gemacht, fein, braver Hund). Damit arbeite ich ebenfalls sehr viel. Manchmal hat man eben auch keinen Clicker zur Hand. Der Clicker ist allerdings emotionslos und neutral. Er klingt immer gleich, egal in welcher Stimmungslage wir uns selbst befinden. Er ist einfach einheitlich. Selbst wenn wir verärgert sind, weil der Hund sich auf eine Distanz von 10 Metern in einem Kuhfladen gewälzt hat, ermöglicht er es uns, den Hund neutral auf ein gutes Verhalten hin (der Hund reagiert auf seinen Namen, obwohl dort etwas verlockendes ist/ der Hund dreht sich von sich aus um, um zu schauen, wo wir bleiben, etc) über die Distanz immer mit der selben Erwartung zu belohnen. Das LIEBE ich! Mit 3 Terriern ist es nicht so unüblich, dass ich emotional manchmal dezent an irgendeine Grenze gebracht werde 😉
Was mich allerdings am allermeisten begeistert, ist das freie Shapen. Hier möchte ich auch den Schwerpunkt auf meiner Seite legen.
Beim freien Shapen „formen“ wir den Hund in die gewünschte Richtung. Dabei wird nichts vorgegeben, nichts gezeigt, nichts erzählt und lediglich mit der Markierung des Verhaltens des Hundes gearbeitet. Das heißt, dass wir auf ein angebotenes Verhalten des Hundes in die richtige Richtung WARTEN. Das klingt grundsätzlich vielleicht erstmal etwas kompliziert, ist aber, wenn man weiß in welche Bausteine man eine Übung zerlegen muss, pippieierleicht, wie man schon im Kindergarten gesagt hat. Der erste Schritt ist meisten die Wahrnehmung des Objekts, welches wir für den Aufbau einer Übung brauchen oder der Blick in eine gezielte Richtung. Das hat meistens erstmal nicht viel mit dem Ergebnis zu tun, ist aber nun mal der richtige Weg. Hat man sich dies klar gemacht, muss man „nur noch“ einen guten Blick für dieses Verhalten entwickeln und sein eigenes Timinig in der Bestätigung üben. Es gibt sicherlich talentiertere Hunde, und auch genauso viele Unterschied im Talent der Menschen 😀 was das Clicker Training oder das freie Shapen angeht. Allerdings bin ich der Meinung, dass man mit dem Clicker nichts falsch machen kann. Wenn man ihn nicht gerade als Lockmittel benutzt, wenn der Hund gerade einem Hasen hinterher rennt, weil man hofft, dass er auf das Clicken zurück kommt (Achtung: Der Hund erfährt eine positive, bestätigende Erfahrung während seiner Jagd), kann in meinen Augen nichts passieren. Selbst wenn wir uns mal verklicken oder unser Timing etwas daneben war: ganz ehrlich, man sagt, dass der Hund im Schnitt 150 positive Wiederholungen braucht, bis er ein Verhalten verinnerlicht hat. Danach muss es noch wirklich intensiv mit einem Wort verknüpft werden und in diversen Umgebungen generalisiert. Also, keine Panik! Und wenn wir das Pfötchen geben nicht „sauber“ aufbauen, ist doch egal! Entweder wir bauen es ordentlich neu auf, oder wir lassen es einfach und machen was anderes! 

Eine gute Shaping- Einheit setzt sich für mich aus folgenden Kriterien zusammen:
– angepasster/s Schwierigkeitsgrad / erweitertes, auf die vorherige Einheit aufbauendes Kriterium der Steigerung
– Qualität der Bestätigung (Konditionierung, sehr schwierige/ neue Aufgaben ggf. mit besserem Futter (Wurst, statt TroFu))
– Frequenz der Bestätigung (wie viele Clicks pro 10 Sekunden / pro 30 Sekunden oder wie auch immer)
– Länge der Einheit

Die Länge der Einheit variiert bei mir oft. Ich weiß nicht, ob ich „leider“ dazu schreiben soll. Die Literatur sagt, dass man Übungen eher gleich lang und intensiv halten sollten, allerdings erschließt sich das einfach nicht immer, weil Übungen unterschiedlich schwer sind und unterschiedlich gut beherrscht werden. Bei der Konditionierung von Welpen arbeite ich nicht länger als 1 Minute. Eher weniger. Wenn der Hund etwas Erfahrung mit dem Shapen hat und die Konzentration vorhanden ist, können meine Hunde auch Einheiten von über 4 Minuten arbeiten. Meiner Meinung nach hängt die Länge also vom Alter des Hundes ab, bzw. seiner Konzentration, vom Schwierigkeitsgrad der Übung (ganz schwierige Sachen werden lieber in kurzen, sehr intensiven Einheiten mit hoher Bestätigungsfrequenz gearbeitet) und von der Umgebung. Einheiten in neuen Umgebungen halte ich auch eher kurz. Unterm Strich kann man sagen, dass man die Einheiten so kurz / lang halten sollte, dass der Hund die Übung auf keinen Fall verlässt, sondern wir sie beenden, während der Hund noch voll da ist. Auch hier kann man sich vertun, auch ich vertue mich heute manchmal nochmal, aber mit ein wenig Übung lernt man seinen Hund und seine Konzentration sehr gut kennen 🙂

So, und nun möchte ich gar nicht mehr so viel schreiben. Tala wird in erster Linie mein Video Hund. Ab der klassischen Konditionierung bis hin zu Verhalten, die aus verschiedenen Ketten bestehen, hoffe ich hier einiges an Material zum Anschauen und zum Nachmachen zur Verfügung zu stellen, wobei nicht alle Tricks geshaped werden. Die Knochen auf den Fotos sollen den Schwierigkeitsgrad darstellen. Bei Fragen schreibt mich doch einfach an. Wenn ausreichend Fragen zusammengekommen sind, wird diese Seite um eine FAQ ergänzt. Bleibt nur zu hoffen, dass meine Zeit für all diese tollen Pläne reicht 😀 Viel Spaß beim Ausprobieren!

F a c e b o o k