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Klassische Konditionierung

Die Konditionierung ist natürlich erforderlich, damit der Hund das Geräusch des Clickers mit einer positiven, belohnenden Erwartungshaltung verknüpft.
Für die Konditionierung nehme ich Futter oder Leckerchen, die der Hund nicht täglich bekommt, die aber auch nicht zu viel Zeit mit Kauen in Anspruch nehmen. Wurst oder Käse eignet sich gut. Die Einheiten wiederhole ich über 3 – 5 Tage je 2 – 3 mal pro Tag. Dabei geht eine Einheit nicht länger als 1 Minute. Außerdem nutze ich eine reizarme, vertraute Umgebung. Vorzugsweise einen geschlossenen Raum ohne äußere Einflüsse und ohne störende Geräuschkulisse. Jede Form von Ablenkung wird reduziert und ist unerwünscht.
Wenn ich mit meinen Hunden, die etwas mehr Erfahrung haben, arbeite, steht der Napf mit ihrer täglichen Ration Trockenfutter (Platinum) neben mir. Die Hunde wissen, dass sie etwas dafür tun müssen und sich nicht selbst bedienen dürfen. Als ich Tala abgeholt habe in Ingolstadt in der Bäckerei wo wir uns getroffen haben, habe ich ihr ein Stück von meinem Croissant angeboten, welches sie nur desinteressiert beschnuppert, aber nicht gegessen hat. Es war also nahe liegend für mich, dass ich die Fleischwurst- Dose ebenfalls erstmal einfach neben mich stelle. Hat aber nicht geklappt 🙂 Zum Glück!

Generell mag ich es gerne, wenn Hunde verfressen sind. Auch wenn alle meine Terrier ohne Ausnahme extrem mäkelig am Anfang waren, hat sich das durchs Clicker Training ins absolute Gegenteil gewendet. So, dass ich Einheiten für „wir nehmen das Futter freundlich aus der Hand auf und hacken nicht wie die Hühner mit dem vollständigen Gebiss in die Hand“ trainieren musste. Tala ist schon sehr verfressen auf den ersten Videos, wobei man auch die Entwicklung zur 6. Einheit deutlich sieht. Ich möchte nicht, dass sie auf mir steht, wenn wir arbeiten, sondern vor mir sitzt oder steht. Nein, es ist grundsätzlich nicht schlimm, wenn sie mich berührt. Wen es nicht stört, der kann auch gerne so konditionieren. Ich reduziere von Anfang an das Gehampel gerne, damit der Hund von vorn herein lernt, nicht ganz so auszuflippen und konzentriert zu arbeiten 🙂 Und wenn ich der Meinung bin, das erste Verständnis ist da, starte ich mein Click- Lecker- Spiel auch erst, wenn der Hund etwas runter kommt.

In der 6. Einheit sieht man außerdem bereits, wie Tala mit der Pfote versucht ans Futter zu kommen. Solche Verhalten sind TOLL! Solche Verhalten benötigen wir für das freie Shapen. So einen Hund möchten wir haben und formen. Einen Hund, der eigene Ideen mitbringt, mitdenkt und mitmacht aus eigenen Stücken. Demnach war es naheliegend, dass ich als ersten Trick das „Pfötchen geben“ trainiere. Beobachtet eure Hunde und schaut, was sie anbieten, wo ihre Präferenzen liegen, was sie sowieso gerne machen und was ihr davon mitnehmen wollt!

Frage: Woher weiß ich, dass mein Hund konditioniert ist?
Meiner Meinung nach reicht die o.g. Anzahl an Einheiten, wenn der Hund so aufmerksam und gut mitarbeitet, wie Tala in dem Video. Wenn der Hund in freudiger Erwartungshaltung vor einem sitzt und lediglich darauf wartet, dass der nächste Click kommt, damit das nächste Leckerchen folgt, ist das schon mal ein sehr gutes Indiz. Wer sich dennoch unsicher ist, kann die Übung für den Hund „beenden“, ihn einfach auflösen, in Ruhe lassen, der Situation überlassen etc. und in einem Moment der Unaufmerksamkeit des Hundes Clicken. Reagiert der Hund sofort mit der selben Erwartungshaltung auf die guten Leckerchen, kann man sich ziemlich sicher sein, dass er das Prinzip Click = Lecker verstanden hat.

F a c e b o o k