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Daria

Ich schreibe für mein Leben gern. Das erklärt vielleicht auch diesen Blog. Etwas über sich selbst zu schreiben, fällt aber glaube ich jedem schwer. Wo fängt man an? Was nimmt man mit? Wie stellt man sich selbst dar? Nicht ganz einfach das ganze, aber „nicht ganz einfach“ gehört schon lange in mein Leben. 1988 in Polen geboren, lebe ich in Deutschland seitdem ich 2 Jahre alt war. Zu meiner Kindheit gibt es nichts außergewöhnliches zu sagen, außer vielleicht, dass ich mir schon immer einen Hund an meiner Seite gewünscht habe, was jetzt wahrscheinlich niemanden überrascht. Einen Begleiter, der immer da ist, loyal und ausdauernd, ohne Fragen zu stellen oder Dinge zu kommentieren. Ja, das war das, was ich mir so sehr herbei gesehnt habe. Die damit verbundene Verantwortung war allerdings ausschließlich alles, was meine Eltern mit einem Hund verbunden und so sollte ich mich lange, lange Zeit damit begnügen, sämtliche Nachbarn zu nerven und mir ihre Hunde zu leihen. Mein Herz ist im Alter von 11 Jahren an einem ganz besonderen hängen geblieben: Jacky, einem Foxterrier Glatthaar. Jacky war das, was ich mir immer vorgestellt habe. Was habe ich diesen Hund geliebt. Eines Tages ist Jacky aber mit ihrem Frauchen weggezogen, und kein anderer Hund aus der gesamten Umgebung konnte diese Lücke füllen. Es war so schlimm, dass meine Mutter sich schließlich über meinen Vater hinweggesetzt hat, und wir uns, wieder einmal in Polen zu Besuch bei der Familie, endlich Welpen angeschaut haben. Glatthaar Foxterrier Welpen natürlich, denn es musste ein schwarzer Fox werden, ein Hund wie Jacky. So bekam ich Kira am 19.08.2003, das beste Geburtstagsgeschenk auf der ganzen Welt. Irgendwie sind wir ans Agility geraten, bald sollte ein weiterer Hund her, es wurde ein Sheltie und obwohl ich alles versucht habe, alles was mir einfiel, meine Zeit und meine finanziellen Möglichkeiten erlaubten, haben Joulean und ich niemals zueinander gefunden. Seitdem habe ich ausschließlich anstrengende, sture, penetrante Terrier, die selbstverständlich sämtliche negativen Eigenschaften besitzen, die man ihnen nachsagt 😉 Mit meinen Hunden meister ich den Alltag und räume mir täglich ausreichend Zeit ein, jeden einzelnen so zu bedienen, wie er es verdient. Jeden Tag versuche ich ihnen etwas neues zu zeigen, etwas neues beizubringen, stets begleitet vom Clicker, unserem treuen Freund und Helfer. Meine Hunde sind mein größter Schatz und ich genieße jeden Augenblick mit ihnen. Ich liebe die Anwesenheit von Hunden, die Ausbildung von Hunden, den Fortschritt den sie machen, die Entwicklung, alles was man von ihnen wiederbekommt, das Gefühl, mit ihnen zusammenzuwachsen und ein TEAM zu sein. Sie sind mein Ausgleich, meine besten Freunde, meine größte Freude, einfach alles.
Zwischen meinen ganzen Hunden, unserer Reiserei und allen Turnieren, habe ich nach dem Abitur eine Ausbildung zur Fotografin gemacht, die ich zum Ende des Jahres 2011 für ziemlich lange Zeit unterbrechen musste, weil ich nach einem Autounfall im November 2011, einem Treppensturz mit Steißbeinfraktur im Dezember 2011 die Diagnose „Lymphdrüsenkrebs im Stadium IV B“ erhielt. Von da an habe ich die Sicht auf viele Dinge verändert. 2012 war das anstrengendste und prägendste Jahr für mich überhaupt. Und auch wenn dieses Kapitel nun zu meinem Leben gehört, bin ich dankbar für die Erfahrung, weil ich sehr viel gelernt und verstanden habe. Ich weiß heute, dass es nichts kostbareres auf dieser Welt gibt, als Gesundheit, Liebe und Zeit. Auch wenn viele Menschen genau davon reden, und der Überzeugung sind, diese Weisheit zu besitzen, haben sie sie trotzdem oft nicht verstanden. Mein Leben hat sich seitdem stark verändert und ich versuche meine Tage sinnvoll zu gestalten und alles rauszuholen, was rauszuholen ist, weil keiner, ausnahmslos keiner von uns weiß, was morgen kommt.
2013 habe ich also als externe Teilnehmerin meine Gesellenprüfung in der Handwerkskammer Dortmund nachgeholt, da ich keinen Ausbildungsbetrieb mehr hatte. Seitdem fotografiere ich einfach, wonach mir ist. Mich interessiert nicht so viel, was morgen wird, solange heute gut ist. Ich reise für mein Leben gerne, ich liebe die Schweiz, den Sommer, Wasser, Motorrad fahren, Süßigkeiten, barfuß laufen. Ich liebe Sport, gehe gerne joggen, mag gute Filme und gute Bücher, mit „Tiefgang und Sinn“. Und ich liebe Hunde. Ja, ich glaube, das kann man so sagen. 

F a c e b o o k