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Sylvaen Cyclone

So, bevor ich zum Wesentlichen komme möchte ich kurz ein paar Worte zu meinen ersten Classics mit Polly verlieren.
Die Classics diese Jahr in Hemsbach waren definitiv eine Veranstaltung, die meiner Meinung nach absolut richtig und perfekt ausgerichtet und organisiert waren. Ich war zuerst etwas genervt, dass wir nur auf dem Parkplatz standen ohne Strom und Wasser, aber dort standen einfach fast alle. Zuerst dachte ich, dass wieder nur ganz bestimmte Menschen ihren Sonderplatz gekriegt hätten… Der Parkplatz war groß, war ruhig, auf dem Spielplatz gegenüber gab es sogar WCs, direkt nebenan gab es ein Edeka, wir waren also optimal mit Glühwein versorgt, haben einfach 2 Träger Wasser gekauft und in den Tank gefüllt, schon waren wir auch mit Wasser versorgt und Strom haben wir vom Aggregat des Nachbarns gezapft! Aus dem Wohnwagen heraus gekommen war direkt Wiese. Perfekt, wenn man zum Beispiel einen kleinen Welpen hat:)  Die Halle selbst war nicht weit weg, den Weg konnte man gut und gerne laufen. Sie war groß genug, sie war beheizt. Sie hatte ein Bistro, sie hatte WCs und genug Sitzgelegenheiten. Hunde durften mit rein genommen werden- was nicht selbstverständlich ist. Auf meinen ersten Classics, die ja meistens im November stattfinden, durften Hunde ernsthaft nicht mit in die Halle. Nur untenherum durch einen speziellen Eingang für den Start und zurück. Das fand ich beschämend. Ich hatte damals noch keinen Wohnwagen, hatte ein Zimmer 20 Minuten weg über Airbnb und so saß meine Lane eigentlich das ganze Wochenende im Auto. Dieses Wochenende nicht. Einige sind sogar in T-Shirt und kurzer Hose gestartet!
Die Parcoure fand ich einer „deutschen Meisterschaft“ in diesem Rahmen entsprechend. Large fand ich anspruchsvoller als Small / Medium, aber auch diese hatten ihre Ecken. Nicht so für Polly. Polly ist die Parcoure herunter gerannt wie ein kleiner Profi. Wir hatte je Lauf eine Verweigerung aber weiß Gott nicht an Stellen, wo ich dachte, ja, das war jetzt aber auch schwer. Im Jumping ist sie die zweite Hürde, die einfach von vorne zu springen war, nicht gesprungen. Dafür habe ich keine Erklärung. Der Rest war perfekt, ich bin einfach gerannt. Man muss sie nicht kontrollieren, man muss nicht schauen. Einfach rennen, überall Franzosen reinknallen und Gas geben. Auf sie ist wirklich zu 95% Verlass. Das ist der Wahnsinn. Zeitlich wäre sie wieder unter den besten 5 gewesen. Im A-Lauf dann war ich an der 4 glaube ich einfach zu weit hinten. Und da Polly nur in den allerseltesten Fällen wahllos irgendwelche Geräte nimmt, ist sie an der Hürde, die dran war, vorbei, weil ich zu weit hinten war. Eigentlich brav. Zonen alle super. Das einzige, wo ich mal schauen muss, ist der Start. Der wird aktuell immer nerviger mit ihr. Sie schreit, sobald wir in den Ring gehen. Dann hört und nimmt sie mich auch nicht mehr wahr. Ich muss sie teilweise echt runter drücken, was auch nicht immer klappt. Dann kann ich mich kaum entfernen, weil sie einfach nicht bleiben will. Gut, dass seit einem Jahr Literatur über Impulskontrolle (eigentlich für Lane angeschafft) herum liegt. Nächste Woche habe ich mehr Luft, dann setze ich mich damit mal für Polly auseinander. Alles in allem war es eine schöne Veranstaltung und ich freue mich für meine Freundin Elena und ihren Parson Tekna über den 2. Platz im Small.
So, und jetzt kommen wir zum eigentlichen Abenteuer und ich hoffe, dass dies kein Roman wird. Eigentlich fängt die Geschichte vor 15 Jahren an, als der Wunsch nach einem eigenen Hund so intensiv wurde, dass er nicht mehr auszuhalten war. Mein Traumhund damals war ein Dalmatiner. Meine Mutter fand Schäferhunde toll. Mein Vater liebt Dobermänner. Im 3. Stockwerk, wie wir damals gewohnt haben, waren all diese Rassen NICHT zu realisieren. Als es dann endlich soweit war dass ich einen Hund haben durfte, entschied ich mich für einen glatthaarigen Foxterrier, weil von den über 10 Hunden, die ich regelmäßig aus unserer Nachbarschaft spazieren geführt habe, „Jacky“ mein Lieblingshund war. Ich wollte nach Möglichkeit einen Hund, der genauso ist wie sie. Ich hätte aber auch einen blinden Yorkshire genommen, oder einen einbeinigen Dackel. Jeden einzelnen Hund aus dem Tierheim, in dem ich damals ehrenamtlich gearbeitet habe hätte ich genommen. All die großen Hunde, die da waren kamen nun mal nicht in Frage. Mit Kira war ich anfangs nicht besonders glücklich. Sie hat nicht gefolgt, sie war mit 5 Wochen noch kleiner als alle anderen Welpen. In Der Welpenschule im Schäferhundverein hatten alle wieder nur große Hunde. Kira war immer die kleinste etc. Durch Agility hat sich dieses „Problem“ für mich relativiert. Auf einmal fand ich diese kleinen Scheißer, die durch den Parcours geflitzt sind, toll. Der zweite Hund wurde ein Sheltie, der dritte ein Manchester, der vierte ein Parson Russell, der fünfte wieder ein Manchester. Der sechste sollte ein wieder ein Parson Russell werden, Pollys Baby. Durch das nicht berauschende Ergebnis des AEP Tests steht für mich fest, dass es NIEMALS Polly – Babies geben wird. Auch wenn es taube Welpen aus beidseitig höhrenden Verpaarungen gibt und das einfach beim PRT so ist (Weißanteil), kommt es für mich nie und nimmer in Frage. 3 Manchester möchte ich nicht. Ich liebe sie, aber ich habe gerne Individuuen hier und ganz ehrlich, auch wenn das total doof klingt, ich habe aktuell keine Lust mehr, einem Hund wieder ewig und 3 Tage die Ohren zu kleben und in Position zu halten. Das war für mich eine so nervige Erfahrung, und ich habe so Mühe damit gehabt meinem perfekten, kleinen Hund einfach immer wieder dieses bescheuerte Hansaplast in die Ohren zu klatschen, Brücken zu bauen etc. Alanis war nach wenigen Tagen so lieb dass sie einfach stillgehalten hat. Stillgehalten, damit ich ihr Pflaster in die Ohren kleben kann, damit sie optisch einem von einem Menschen ausgedachten Rassestandard entspricht. Krank. Einfach nur krank. Diese Rasse scheint generell sehr auf die Ohren reduziert zu werden wie ich es empfinde. Klar, die Ohren machen auch sehr viel aus, was den Ausdruck angeht. Liegen sie nicht schön, sehen diese Hunde manchmal etwas dümmlich aus und eben nicht besonders edel, was sie eigentlich sind. Aber… ne. Ich habe davon aktuell genug und war heilfroh, dass ich für Lou (die wesentlich bessere Ohren hatte) Menschen gefunden habe, denen es VÖLLIG egal war. Und obwohl Lou mit ganz wenig Hilfe, quasi mit nur einem Streifen zur Stabilisierung und ohne Brücke wirklich PERFEKTE Ohren hätte haben können, haben ihre Menschen nicht geklebt! Und so finde ich es einfach klasse. Aber egal. Ich wollte keinen Grundsatz zum Thema Ohren schreiben.
Der 4. Platz in meinem Rudel war also frei. Daniel hat gesagt, wenn wir unser Haus gefunden haben, darf es auch gerne ein großer werden. Tja, und dann gingen die Ideen los. Mir gefallen viele große Hunde. Terrier fallen aktuell weg, weil Polly 3 Jahre geworden ist und Alanis erst 1,5 ist. Das wäre einfach zu wuselig. Daher auch kein Malinois. Kein HD geschädigter Schäferhund. Nichts dergleichen. Ich habe einen Hund gesucht, der weniger anspruchsvoll ist als meine 3 Terrier, einen Hund, der lieb ist, der den Wahnsinn hier mitmacht und weg steckt und der nach Möglichkeit noch fotogen ist. Die Lust, meine eigenen Hunde zu fotografieren, hat in den letzten Jahren auch massiv abgenommen. Actionbilder sind schwer mit den 3 die ich habe, Polly und Lane möchten sich am liebsten zerfleischen wegen der Beute und Alanis dreht völlig durch und weiß nicht, ob sie Lane oder Polly in den Nacken beißen soll. Ansonsten muss ich auch einen guten Tag erwischen wegen Ohren, denn Manchester Terrier dürfen ja auch keine komischen Ohren haben und ach, so lasse ich es dann einfach manchmal. Durch die Fotografie habe ich den Tamaskan kennengelernt. Und meine Erfahrung mit Dexter, der damals bei mir war, war einfach toll. Ein riesiger Wolf, der einfach nur freundlich und offen war. Unglaublich. Also habe ich mich mit dem Tamaskan befasst und schnell festgestellt, es wird nicht einfach und vermutlich eine never- ending- story, bis ich einen bekomme, wenn ich überhaupt einen bekomme und vermutlich werde ich einen nehmen, um einen zu haben aber nicht, weil es DER Hund wird, den ich will. In Deutschland gibt es 2000 Exemplare. Davon sind natürlich nicht alle in der Zucht. Es gibt zwei Verbände in Deutschland. Den Tamaskan Germany e.V. und den Pro Tamaskan e.V. Und wie ich meine Suche so begonnen habe, habe ich ständig nur von irgendwelchen Spannungen zwischen den beiden Vereinen gelesen. Jeder will sein eigenes Register, eigenen Regeln und ach, was weiß ich. Das fand ich furchtbar! Für eine Rasse, die noch nicht von der FCI anerkannt ist, wo Outcross- Verpaarungen mit Huskies, Malamutes und Schäferhunden erlaubt sind um den Genpool zu erweitern, ist es meiner Meinung nach mega wichtig, EIN Ziel zu verfolgen und so habe ich mich davon distanziert. Ich habe 3 Züchter in Deutschland angeschrieben. Zuvor. Jeder hat seinen ersten Wurf. Es war nicht möglich, „Züchter“ mit Erfahrung zu finden. Auf den offiziellen Seiten, wo Wurfpläne bekannt gegeben wurden, habe ich schnell festgestellt, dass alles einfach unaktuell ist. Der eine Wurf war schon 8 Monate alt, kein weitere geplant, der nächste wurde geheim gehalten bezüglich ob die Hündin überhaupt schon belegt wurde oder aufgenommen hat oder oder (welch Schande, wenn eine Hündin leer bleibt *kotz!*) und beim 3. Züchter hat sich nicht mal jemand die Mühe gemacht, zu antworten. Einfach alles richtig, richtig schlecht. Also habe ich in den Niederlanden gesucht. Dort habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Keine Webistes mit Infos, nur geschlossene Facebook Gruppen (wie professinell!) etc. Nach einigen mühsamen Facebook Nachrichten, dachte ich, ich hätte jemanden gefunden. Die Hündin gefiel mir nicht sooooooooo gut, aber ich dachte mir naja, der Rüde trägt seinen Teil auch noch dazu bei und vielleicht sind die Welpen süß (klasse Voraussetzungen!). Schnell habe ich aber gemerkt, dass gewisse Person aber eher Aufmerksamkeit wollte, als mir ernsthaft einen Hund zu verkaufen. Und da ich ziemlich direkt bin und solche Dinge anspreche, hat sie mich an 2 weitere „Züchter“ geschickt. Einmal eine Outcross- Verpaarung mit einem Malamute (bitte nicht!) und einmal eine Outcross Verpaarung mit einem weißen Schäferhund (bitte noch mehr nicht!). Letztere hatte wenigstens eine Webiste. Ich hätte niemals einen ganz weißen Hund genommen, aber der Rüde gefiel mir richtig gut. Sylvaen Ninjato. Ich habe nach ihm gegooglet und bin auf die Website von Debby und Dino Ignjatov gestoßen. Alleine die Tatsache, dass es eine Website gab, dazu noch eine mit einer Geschichte, mit tonnenweise Infos, mit Struktur etc war eine richtige Erleichterung. Als hätte ich endlich das gefunden, was ich gesucht habe. Sie haben schon mehrere Würfe groß gezogen, züchten im Tamaskan Register, alle Hunde sind von den Ohren bis zur Schwanzspitze gesundheitlich untersucht, sie sind gengetestet, sodass Debby genau weiß, welcher Hund welche Veranlagung trägt und: sie nehmen sich nicht so übertrieben wichtig! Nachdem ich Debby bei Facebook angeschrieben habe und sie gefragt habe, welche Nummer auf der Warteliste ich wäre, wenn ich das gefühlt tausendste Bewerbungsformular ausfülle (wobei nein, viele wollte GAR NICHTS über mich und meine Umstände wissen!) und sie mir vergewisserte, dass sie im nächsten Jahr bestimmt einen Hund für mich hätte, wenn alles passt, habe ich weitere 2 Stunden investiert und ein intensives Formular ausgefüllt. Da wurde ich nach allem gefragt. Beruf, weitere Hunde, Kastration, Futter, Lebensumstände, wie viel Grünfläche, Stadt oder Land, einfach alles. Nächstes Jahr sollte ein Wurf fallen mit Ninja vom Wolfstor. 
Dieser Rüde sollte der Vater meiner Hündin werden. Ich wollte am liebsten eine Kopie von ihm. Er wird beschrieben als ein Hund in wölfischem Pelz mit einem freundlichen, offenem Wesen. Und das ist der Grund, weswegen ich als Züchter im VDH einen Hund wähle, der nicht FCI anerkannt ist. Ich hätte immerhin auch einen Saarlos oder einen Tschechoslowaken nehmen können. Diese Hunde werden aber oft als „ursprünglich“ beschrieben. Schwierig in der Bindung, in der Erziehung, in der Kooperation. Mit 3 Terriern? Nein, danke. Das Zuchtziel des Tamaskans ist es, einen Familienhund in Wolfsoptik zu züchten. Und damit stand ich auf der Liste für eine wolfsgraue Hündin von Ninja für nächstes Jahr. Tja, und dann… Dann wurden die Hündinnen bei Debby alle eher läufig und sie konnte es nicht einrichten, die Hündin mit Ninja zu verpaaren, weil sie nun mal in Kroatien wohnt, Ninja in Deutschland und es gerade nicht einzurichten war. Also anderer Rüde, andere Verpaarung und somit war ich raus. Am 28.10. schrieb sie mir dann als ich mit Lisa auf dem Turnier in Dortmund war. Ich war mega geknickt und mir war klar, dass es niemals den Tamaskan für mich geben wird. Sie sagte dann aber, dass sie eventuell noch eine Hündin aus dem aktuellen Wurf frei hätte. Sie würde heute schon aussehen wie Ninja, ihr Opa, als Welpe. tala1Sie würde innerhalb der nächsten 24 Stunden wissen, ob sie frei wäre oder nicht. Ursprünglich sollte sie nach Polen und dort als Therapiehund ausgebildet werden, aber sie entwickelte sich zu aktiv und neugierig. Eine Familie aus Slovenien war aber noch „vor mir“. Sie haben sich positiv rückgemeldet und wollten die Hündin am Sonntag anschauen. Debby hat die Hündin als „cuddly and open“ beschrieben (wo ich noch dachte, na klar, was will ein Mensch, der sich in einen Welpen verlieben soll, auch hören!?)  und ich wusste dann, es bringt nichts, Daniel jetzt schon zu nerven, denn wenn die Hündin wirklich so entzückend ist, wie sie sagt, dann ist sie morgen weg. Und dann haben die Leute sich ernsthaft für einen Rüden entschieden! Somit war sie also tatsächlich frei!!! Ich habe Daniel von der wahnsinnigen Idee erzählt und genau die Reaktion bekommen, die ich erwartet hatte :/ Ein paar Tage war hier ziemlich dicke Luft und ich konnte Debby keine klare Antwort geben. Wir haben viele Gespräche geführt und auf einmal wollte Daniel den Hund kaufen und mich überraschen ? Debby hat aber nein gesagt, sie wollte mich kennenlernen, was auch vernünftig ist. Und nachdem wir dann noch weitere kleine Differenzen aus der Welt geschafft haben, durfte ich den Hund zusagen. tala4Die nächsten 2 Wochen waren dann der Horror für mich. Ich hatte keine Ahnung, wann ich den Hund kriegen sollte. Der Plan war, dass wir uns in Deutschland treffen weil ein Bruder von meiner Hündin auch nach Deutschland gebracht werden sollte und so wollten Debby und Dino uns entgegenfahren. Ich habe also eine nicht geringe Summe überwiesen und einfach gewartet. Gewartet darauf, dass sich fremde Menschen aus einem fremden Land melden und mir sagen, wann ich den Hund, den ich noch nie getroffen habe, abholen darf. Das alles war schon sehr verrückt und bereitete mir einige Bauchschmerzen. Letzte Woche Mittwoch stand dann der Plan. Toller Plan dachte ich noch, lässt mir ja nicht gerade viel Spielraum. Sie fahren am Donnerstag nach Ingolstadt und bringen ihren Bruder weg, am Freitag gegen 7.30 soll ich sie dann abholen, weil sie die gemietete Wohnung verlassen müssen. Äh ja. Wir mussten am Freitag auch in Hemsbach sein, aber Daniel konnte so früh morgens mit mir nicht los, weil er noch arbeiten musste. Wir hätten ja auch schon um 1 oder 2 Uhr morgens losfahren müssen. Also entschied ich mich, ebenfalls am Donnerstag zu fahren. Nur noch das Problem mit Übernachtung für mich und 3 Hunde. Und was macht man da, wenn man was schnelles, seriöses sucht? Genau, man startet einen Aufruf bei Facebook, wer denn wohl in der Nähe von Ingolstadt wohnt. Neben ein paar Menschen, die ich nicht ernst nehmen konnte, hat sich unter anderem auch die liebe Caro aus München gemeldet. Gesagt, getan. Am Donnerstagabend war ich gegen 21.00 in München und wir verbrachten noch einen schönen, wenn auch gefühlt kurzen Abend gemeinsam. Auch hier nochmal lieben Dank für Abendbrot und ein Dach über dem Kopf! Morgens um 6.00 dann los Richtung Ingolstadt. Wurde alles etwas später, weil ich 30 Minuten lang mein Auto in München gesucht habe… Oh man. Dann war ich hochkonzentriert auf dem Weg nach Ingolstadt, ich fand München so kompliziert von all den Straßen und Wegen und mir ging es richtig schlecht. Was ist, wenn der Hund doof ist? Wenn er die Malamute- Ringelrute hat (bitte nicht!)? Wenn die Ohren Schäferhundartig riesig sind (bitte auch nicht!)? Wenn der Hund mich nicht mag? Wenn ich den Hund nicht mag? Wenn ich Debby und Dino nicht mag? Wenn alles zu viel wird? Wenn ich jetzt gleich einfach nur einen Haufen Geld verliere? Mir war kotzübel. Aber jetzt musste ich es durchziehen. Also bin ich zu der Bäckerei gefahren, die ich selbst ausgesucht habe. 500m von der Wohnung, die die zwei gemietet hatten. Und dann gehe ich rein, sehe mich um, und sehe Dino mit dem Baby auf dem Arm. Ich begrüße Debby und ihn, und er gibt mir das Baby auf den Arm. Sylvaen Cyclone. Die Hündin mit dem gelben Halsband. Sie liegt ganz ruhig auf meinem Arm und studiert mich. Völlig in sich ruhend. Sie ist wunderschön, denke ich nur. Wir quatschen, unterhalten uns echt gut und sind uns sehr sympathisch. Ich merke sofort, ja, du hast menschlich die richtige Wahl getroffen. Debby erzählt mir noch viel über den Tamaskan, die Zucht, all die gesundheitlichen Untersuchungen. Ich unterschreibe den Vertrag (in dem übrigens steht, dass man seinem Hund die Liebe geben soll, die er verdient, sooo süß!), wir frühstücken noch, machen in paar Fotos und dann trennen sich unserer Wege. Ich hatte 5 Stunden vor mir, die beiden 7. Ich packe den Zwerg ein, Lane darf vorne mitfahren und Tala hinten in der Box. Wir müssen nicht einmal anhalten, sie ist einfach lieb. tala2Das ganze Wochenende gestaltete sich extrem einfach mit ihr. Sie hatte keine Probleme mit der Autofahrt, dem Wohnwagen, anderen Hunden, sie läuft super gut an der Leine, sie pinkelt draußen, wenn man regelmäßig aufpasst, sie ist verfressen und reagiert extrem gut auf Körpersprache und Stimme. Sie hat sich an Daniel und mich bereits etwas gewöhnt, wedelt, wenn sie uns sieht und gibt uns Küsschen. Sie spielt mit den Terriern und schläft nachts in einem kleinen Auslauf auf Linoleum- Boden. Sie hat klitzekleine Wolfsöhrchen und eine schöne, elegante, ganz leicht geschwungene Rute, ein korrektes Scherengebiss und sie riecht gut. Sie ist extrem süß und wenn ich sie mit 2 Worten beschreiben müsste, würde ich „cuddly and open“ sagen. Es ist erstaunlich, mal wieder, wie die Dinge ihren Lauf genommen haben. Ich kann mir vorstellen, dass Debby genug andere Leute auf der Liste hat. Sie ist aber der Meinung, dass derjenige den Hund zuerst bekommt, wo es jetzt gerade aktuell mit allen Umständen am besten passt. Und, was soll ich sagen? Tala ist perfekt. Sie ist einfach perfekt für mich. Sie hat 100% die Optik, die ich wollte. Sie hat ein bezauberndes Wesen, wobei ich hier offen war. Um die meistgestellte, etwas hirnrissige Frage zu beantworten: Nein, Tala wird kein „Agihund“. Nur weil ich Agility mache, heißt es nicht, dass ich nur „Agihunde“ habe. Ich finde den Begriff „Agihund“ schon so dämlich. Meine Hunde sind keine „Agihunde“. Meine Hunde sind Hunde. Einfach Hunde. Ich reduziere sie nicht auf die Tätigkeiten, die sie ausüben, auf irgendwelche Erfolge oder sonst was. Ich habe Lane damals übernommen mit der Befürchtung, sie würde Large sein. Dann hätte ich keinen Turniersport gemacht. Ich habe Polly gekauft ohne die Linien und Veranlagungen zu kennen, weil ich Polly gekauft habe, keinen „Agihund“. Ich habe Alanis behalten, obwohl sie die wesentlich triebschwächere war, weil mein Herz so entschieden hat (und Daniels!) und ich der Meinung war, die ruhigere passt besser in mein Rudel. Und ich habe Tala gekauft, weil ich Tala mag. Weil mit Tala ein Traum in Erfüllung geht. Und nicht, weil ich Agi machen will. Ich liebe Agility, aber in erster Linie liebe ich Hunde. Und das beantwortet wohl auch die zweithirnrissigste Frage, warum ich mir so einen Hund gekauft habe und keinen Border Collie. Einige Reaktionen haben mich etwas sprachlos gemacht, aber auch gleichzeitig bestätigt, dass ich die beste Wahl der Welt getroffen habe. Danke Debby, danke Dino, danke für das perfekte Tamaskanmädchen, das wunderbar auf seine Welt vorbereitet wurde. Es ist unglaublich, dass ich sie bekommen habe. Es ist unglaublich, dass sie hier ist. SIE ist einfach unglaublich. tala3

Caro - Die ist ja Zucker, herzlichen Glückwunsch! Ich kannte die Rasse gar nicht, bin sehr gespannt, wie sie sich entwickelt.26. November 2017 – 14:13

Deutsche Meisterschaft

Meine erste Deutsche Meisterschaft mit Polly reiht sich wunderbar, also wirklich PERFEKT, in sämtliche Meisterschaften ein, die ich so gelaufen bin. Und ich befürchte, es wird wieder ein langer mühsamer Text. Vielleicht gibt es ja trotzdem den einen oder anderen, der sich dafür interessiert, und so schreibe ich mir mal wieder meinen Frust und meine Traurigkeit von der Seele.
Der Donnerstagabend hier war aus privaten Gründen nicht so gut, und ich hatte echt ein scheiß Gefühl im Magen. Ich mag es nicht, wenn ich mit solch einem Gefühl auf Turniere egal welcher Art fahre. Für mich muss das Drumherum zwingend stimmen, sonst habe ich keinen freien Kopf. Am Freitagmorgen hat Daniel mich dann mehr oder weniger überrascht damit dass er frei hatte. Wir haben also wirklich in aller Ruhe gefrühstückt, Klamotten gepackt, er hat sein Auto noch sauber gesaugt und dann haben wir Anton angehängt und haben uns echt gemütlich auf den Weg nach Leipzig gemacht. Unterwegs ein bisschen Stau, aber kein Problem, wir hatten genug Zeitpuffer. Als wir am Campingplatz angekommen sind hielt ein junger Mann in einem Auto neben uns an und kurbelte seine Scheibe runter. Ich weiß bis heute nicht genau, was er wollte. Er schaute uns nicht wirklich an. Kurbelte seine Scheibe runter und wartete darauf, dass Daniel was sagt. Als Daniel ihm dann gesagt hat, dass wir einen Stellplatz reserviert hätten, sagte er, ja, mhm, bla und er wüsste nicht genau aber wir sollten mal zum Beach Club. Häääää? Das wusste ich alles auch schon ohne seine „Hilfe“. Wir also los und dann fing der erste Terror an. Bildschirmfoto-2016-01-05-um-17-06-10

Wir kamen von der oben eingezeichneten roten Linie, es war stockdunkel, es hat geregnet. Auf einem so großen Gelände keine beleuchteten Wege, nicht mal ein Schild an einer Kreuzung, wo dieser blöde Beach Club ist. Ich bin mehrere Male ausgestiegen und durch den Regen gerannt weil Daniel Angst hatte, dass wir Berg runter irgendwo mit dem Wohnwagen hinten dran rein fahren, und nicht mehr wenden können. Mega mühsam. Am Beach Club angekommen hat dann alles geklappt. Immerhin. Der Mann an der Rezeption war super nett und der Preis mit 36€ bei zwei Übernachtungen mehr als fair. Wir also wieder hoch und einen Stellplatz gesucht. Die Stellplätze oben sollten wir nutzen und so wollten wir um die Ferienhäuser einmal drumherum fahren, um uns einen Überblick zu verschaffen, wo welche Plätze noch frei sind um niemandem auf die Pelle zu rücken. Tja, dumm nur, dass man nicht im Kreis fahren kann, weil dort oben einfach eine Sackgasse ist, die ebenfalls nicht ausgeschildert ist. Man erkennt es im Dunkeln einfach gar nicht. Also mussten wir den Wohnwagen abhängen, drehen, das Auto drehen und wieder dran hängen. Man konnte natürlich auch dort nicht wenden. Dann haben wir den nächstbesten Stellplatz genommen und Anton einfach abgestellt!
Anschließend wollte ich zur Halle, weil wir ab 18.00 Uhr melden konnten und so hätte ich mich am nächsten Morgen nicht stressen müssen. Gesagt, und fast getan. Denn dann fing der zweite Horror an. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum man eine sportliche Veranstaltung auf so hohem Niveau im Rahmen der Welthundeausstellung auf einem völlig irreführenden Messegelände machen muss. Mir sind nur 2 Gründe eingefallen: Viele Zuschauer und Geld. Das wars. Auf dem Weg in Halle 2, in die man gelang durch Halle 4 haben wir ungelogen 6 (!!!) Leute gefragt, wo der Eingang Ost ist. Wirklich. Ich übertreibe nicht. Darunter waren 2 Parkplatzeinweiser, ein privater Mensch, der direkt an der Bushaltestelle am Messegelände stand, eine Frau von der Garderobe IM Messegelände, ein Mann an der Info, der mir versicherte ich würde mich definitiv täuschen, denn es wäre kein Mensch da, es gäbe keine Tierärzte mehr vor Ort und er hätte NICHTS von einer Deutschen Meisterschaft gehört, und letztendlich noch ein Mann am Eingang der mir den langen, langen Weg bis dahin erklärte. Daniel ist mit dem Auto einen Weg gefahren, der nur für Busse und Taxen vorgesehen war. Uns war aber mittlerweile sogar das Knöllchen genehm, da wir einfach KEINEN ANDEREN WEG gefunden haben. Auf dem ganzen Gelände, auf den ganzen Straßen war KEIN EINZIGES Schild mit dem Eingang Ost. Es gab nur Nord und Süd. Ja, vermutlich reicht das für alle, die sich immer mega gut orientieren können. Als der Orientierungssinn vergeben wurde, hatte ICH mich aber bereits verlaufen und habe davon 0 mitbekommen. Nicht mal 1%. Daniel hingegen ist ein Genie! Er orientiert sich an Himmelsrichtungen, an geparkten Autos, die natürlich für immer und ewig an einer Stelle stehen und an Grashalmen. Tja und nicht mal er hat es auf die Reihe bekommen. Ich fahre die Rolltreppe also hoch, den langen komischen Tunnelgang da durch, 2,8 Kilometer durch Halle 4, wo ich so viel Zeit hatte dass ich Daniel die ganze Story per Whatsapp tippen und ihm versichern konnte, dass alles ok ist und ich nicht verloren gegangen bin, wo ich anschließend links in die Halle 2 abbiegen konnte. Vorab noch ein anderes Dilemma: Ich war, das habe ich am Freitagmorgen 1 Stunde vor der Abfahrt natürlich erst bemerkt, anscheinend die einzige von allen, die KEINE Eintrittskarte hat zugeschickt bekommen vom VDH. Ich habe wirklich ALLES gecheckt. Spam, Eingang, sogar Ausgang, was gar keinen Sinn macht und die gelesenen und gelöschten. Nichts. VDH erreichen war natürlich aber auch nicht mehr wegen Welthundeausstellung:)Danke!
Vor Ort ging dann alles reibungslos. Ich hatte den Eindruck, dass die Organisatoren der Deutschen Meisterschaft und die einzelnen Verbände, die die WDS organisiert haben, sehr, sehr gut organisiert waren. Zumindest kann ich das wenigstens für die DM sagen, und das Feedback, was ich gelesen habe über die Shows war genauso. Eine Eintrittskarte habe ich dann ohne Probleme mit der leichten, ins lächerliche gezogenen Unterstellung, ja ja, das sagen ja alle, einfach bekommen. Wenigstens das. Zurück zum Wagen hatte ich Daniel schon mit 3 Polizeiwagen, einem Fahrverbot oder einem Tobsuchtanfall erwartet. Gott sei Dank hat alles nur in meiner Fantasie stattgefunden.
Die Nacht war dann gut. 3 Hunde, die sich ins Bett gemogelt haben, aber gar nicht genervt haben. Frühstück war gut, und Parkplatz hat Daniel dann auch gefunden vor der Halle 4, durch die wir ja mussten um in Halle 2 zu gelangen. Und dann ging der Horror weiter 😀 Wir da, aber kein Tierarzt, also niemand, der meine Impfpässe hätte kontrollieren können. Das mit der Impfpasskontrolle ist ja auch so ein Ding, dass sich mir nicht erschließt. Ich finde, das ist eine Formalität, die gemacht wird, aber völlig sinnlos ist. Ich hatte eine Mappe dabei. Daraus habe ich immer einen Impfpass geholt und direkt auf Tollwut aufgeschlagen. Niemand hat die Identität meiner Hunde überprüft. Wenn ich nur diesen einen gehabt hätte, hätte ich ihn 2 mal wieder rein tun können und 3 mal rausgeholt und alle Hunde wären Tollwut geimpft… ? Ich finde diese Maßnahmen richtig, aber dann auch wirklich sinnvoll durchziehen und nicht so, wenn man da schon den ganzen Tag steht. Ehrlich. Wir mussten also zu einer ganz anderen Halle, und von dort mindestens 10 Minuten von außen laufen, bis wir irgendwo angekommen sind wo wir dann weiter gehen konnten. Die Begrüßung haben wir damit verpasst.
Als wir ankamen, lief gerade der erste Large Hund. Die Hunde durften auch mitgenommen werden auf die Tribüne, aber keine Boxen. Dafür gab es aber ausreichend Platz hinter der Tribüne. Die Parcoure fand ich alle einfach – einer Meisterschaft entsprechend. Ich fand die Large Parcoure ehrlich gesagt am schwierigsten, aber die habe ich auch nicht von innen gesehen. Mit den Small Parcouren war ich mehr als zufrieden. Tja, und dann ging meine kleine Polly mit der Startnummer 221 auf ihrer ersten Deutschen Meisterschaft in den Ring.

Man muss ganz genau hinsehen, um zu sehen, dass der Richter mir an Hindernis 5, also der Hürde nach der ersten A- Wand einen Fehler gibt. Aber es ist egal wie oft man hinschaut, man erkennt keinen Fehler. Polly hat weder gerissen, noch verweigert. Also kann es nur eine Berührung sein. Vermutlich hat sie mein Bein irgendwie gestreift, denn ich habe mich nicht zu ihr heruntergebeugt oder sonst was. Es hat sich mir keinerlei Vorteil erschlossen durch das, was passiert ist, aber niemand gesehen hat. Ich hatte eine wahnsinnig gute Zeit. Eine Zeit, die für den 3. Platz von 66 Huden gereicht hätten. Weniger als 2 Sekunden hinter Tobias Wüst. Tja, aber mit einem Fehler war ich eben nur auf Platz 16.
Ich habe mich über den guten, wirklich runden Lauf gefreut und mir alle Mühe gegeben, nicht zu enttäuscht zu sein. Ich habe gehofft, dass ich nun einen richtig blöden, schlechten Jumping laufe mit 3 Stangen, oder einfach einem falschen Tunnel, damit ich mir sagen kann, siehste, hätte dir eh nichts gebraucht.
Als der Jumping dann stand, wusste ich, auch dieser Parcours liegt uns. Gerade als ich zum Start gehen wollte machte die Polly aber ernsthaft Anstalten, ihr großes Geschäft zu verrichten. Da ich sie aufgehalten habe, musste ich sie unter den Arm nehmen und hatte Angst, dass sie in den Parcours kackt (kein Scherz) also bin ich, während die Deutsche Meisterschaft Live übertragen wurde zum Richter, habe ihm erzählt, dass mein Hund kacken muss und gefragt, ob ich gerne gleich starten darf. Ob er so nett wäre, mich NICHT zu disqualifizieren. Aber der Marcel ist da ja wirklich extrem nett. Alles kein Problem. Vorab zur Verdauung meiner Hunde: Alle meine Hunde haben morgens ihr großes Geschäft verrichtet. Die Manchester verdauen etwas anders als Polly. Alanis hat einen zweiten Haufen im Eingang der Halle gelegt, was super untypisch ist, ja sie sind stubenrein, und Lane einen zweiten auf dem Weg zum richtigen Eingang. Polly dann ihren zweiten vor ihrem Start im Jumping. Ich hatte nie auf dem Schirm, wie oft und in welchen Mengen Hunde, die irgendein no-name Trockenfutter bekommen, scheißen. Mein Fleisch war am Freitagabend nicht aufgetaut, da ich es in einer Dose in tausend Folien transportiert hatte, weil die Verpackungen manchmal undicht sind und ich nicht überall Blut haben wollte. So, und dann kacken meine Hunde am nächsten Tag wie die Weltmeister? Das gibt’s nicht. Das gibt’s einfach nicht. Polly ging dann also als letzte an den Start und war VÖLLIG drüber, weil wir schon so lange in der Halle rumgehampelt haben. Ich konnte sie kaum noch am Start absetzen (das habe ich alles raus geschnitten).

Natürlich. Und dann läuft der bislang konstanteste Hund, den ich je hatte, einen zweiten Nuller. Ach ne, der erste Lauf war ja keiner. Und spätestens als ich die Gesamtergebnisse gesehen habe, war meine Laune richtig im Keller. pollyergebnis

Mit der Gesamtzeit war Polly der zweitschnellste Hund. Aber wegen einem Berührungsfehler, dem einzigen auf der gesamten Deutschen Meisterschaft, ist sie 7. geworden.
Abgerundet wurde meine erste Deutsche Meisterschaft mit meinem Parson Russell Terrier nicht nur durch einen geplatzten Reifen von Anton, der vom ADAC abgeschleppt werden musste. Nein. Abgerundet wurde meine erste Deutsche Meisterschaft mit meinem Parson Russell Terrier durch einen geplatzten Reifen von Anton, der, obwohl Daniel SOFORT auf dem Seitenstreifen angehalten hat, uns den ganzen Boden zerschossen hat. anton

Und das sind dann die Ausflüge wo du dich wirklich fragst, ob es die Sache wert ist. Es ist schwer, jetzt gerade positiv zu bleiben. Ich glaube, dass gute Hunde konstante Hunde sind. Und ich glaube, dass konstante Hunde irgendwann ihre Chance kriegen werden. Dieses Ergebnis ändert auch nichts an meinem Hund oder macht, dass er weniger gut ist. Mit 2 für mich fehlerfreien Läufen habe ich nun gesehen, wo die Polly auf diesem Niveau einzustufen ist. Das ist schön. Und jetzt gebe ich mir ganz, ganz viel Mühe, mich auf die Classics zu freuen kommendes Wochenende obwohl ich noch nicht weiß, wo wir schlafen.

Ja

Ob ich den heutigen Beitrag „ja“ oder „nein“ nenne, ist mir ganz lange durch den Kopf gegangen. Weil ich aber auf etwas positives aufmerksam machen möchte, habe ich mich für das Ja entschieden. Vorab: nein, es gibt keine Details/ Neuigkeiten zu Tala. Kommt Zeit, kommt Rat. Wer 15 Jahre wartet, kann auch noch eine Zeit x warten:)
Ehrlich gesagt möchte ich nicht zu sehr aus dem Nähkästchen plaudern, oder zu viele persönliche und private Dinge über zum Beispiel meine Beziehung zu Daniel schreiben. Das ist etwas, das ich in der Vergangenheit vielleicht etwas mehr getan habe, woraus ich aber auch sicherlich gelernt habe. Trotzdem gibt es eine Sache, die mich im Moment sehr beschäftigt und sie hängt nun mal mit ihm zusammen.
Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen uns beiden. Ich bin tendenziell eine Ja- Sagerin und er eher der Nein- Sager. Außer man bittet ihn um einen Gefallen. Da ist er stets bemüht, einem zu helfen und für jemanden da zu sein. Ich möchte ein paar aktuelle und für einige bestimmt schon nervige Dinge als Beispiel benutzen. Hunde.
Es stimmt nicht, dass ich mein Limit nicht kenne. Das wird mir häufiger von nahestehenden Personen vorgeworfen. Ich kenne mein Limit, ich weiß, was ich mir zumuten kann und wie viel ich schaffe. Niemand ist allmächtig oder allwissend und jeder darf sich mal über- oder verschätzen. Davon kann auch ich mich nicht frei sprechen. Aber tendenziell würde ich beim Thema Hund sagen, dass ich ziemlich gut einschätzen kann, was „geht“. Als Kira noch lebte und ich die Wurfplanung mit Lane langsam grob in meinen Gedanken hatte, war es an der Zeit, Daniel in meine Gedanken einzuweihen, weil es den Anschein machte, dass er eventuell ein weiterer Bestandteil meines Lebens bleiben könnte. Seine Reaktion damals war für mich nicht einzuschätzen. Es war etwas zwischen: bist du wahnsinnig? und: warum? wofür?. Ich dachte mir, gut, wo wir nun schon mal dabei sind, sag auch am besten direkt, dass dieser Wurf ein egoistischer Wurf wird, weil du unbedingt eine Hündin daraus behalten möchtest. Daniels Antwort lautete: „Ich finde, 2 Hunde reichen.“ Meine Zählung damals ergab allerdings bereits 3: Kira, Lane & Polly. Ich dachte mir, okay, keine Panik, wird schon. Wird schon. Etwas, dass er gar nicht hören mag. Vielleicht möchte man nicht, dass etwas wird? Vielleicht möchte man genau wissen, was und wie auf einen zukommt!?
Ich frage mich, wann weiß man das? Weißt du heute, was morgen auf dich zukommt, nur weil du von 8.00 – 17.00 arbeiten musst, und danach mit einer Freundin zum quatschen verabredet bist und dein Tag offenbar von- bis ziemlich geplant ist? Weißt du, wie der Weg dahin wird? Was dir auf der Arbeit widerfährt, wem du tatsächlich begegnest, ob du Post bekommst, die dich glücklich macht, oder traurig, oder einen Anruf, dass Person x was auch immer, oder deine Mutter, dein Vater, dein Auto. Vielleicht verlierst du dein Portemonnaie, vielleicht überfährst du eine Katze, vielleicht findest du einen Schlüssel oder du hast plötzlich einen Platten… ich könnte endlos weiter machen. All das wird vermutlich jeden einzelnen Plan durcheinander bringen. Ich denke, die Antwort darauf ist klar.
Es ist naiv, so zu denken. Ja, das ist es. Und trotzdem denke ich, dass es nicht FALSCH ist, so zu denken. Jeder darf für sich bestimmen, wie er gewisse Dinge betrachtet. Und ich habe mich für diese Sicht entschieden, aus vielen guten Gründen. Und jeder neue Tag meines Lebens bestätigt mir die Richtigkeit.
Das Leben IST nicht planbar. Wenn es mir HEUTE gut geht, genieße ich heute. Ich denke schon an meine Zukunft, aber nicht zu viel. Durch meine gesundheitliche Vorbelastung glaube ich nicht, dass ich 100 Jahre alt werde. Daniel will das nicht hören, und wenn es hier etwas bunter zu geht, werde ich auch gerne daran erinnert, dass mich die Einheitsrente erwartet. Wenn ich dieses Wort höre, wenn ich einen Gedanken daran verschwende, spüre ich, dass ich gar nichts spüre. Es ist mir heute total egal. Ich habe keine Rentenverträge, ich zahle nicht sonderlich viel in meine Rentenvorsorge ein, da ich überwiegend selbstständig arbeite. Vielleicht ist es dann zu spät, mir darüber Gedanken zu machen, wenn ich 70 bin, oder werden sollte, aber bis dahin weiß ich, dass ich meine Tage und mein Leben voll und vor allem in einem intensiven Maß genutzt habe. Ich arbeite und denke nur an morgen und die Zukunft, und du lebst im Hier und Jetzt. Das ist sehr krass ausgedrückt und natürlich etwas überspitzt, immerhin stehe ich nicht jeden Tag gegen 10.00 auf, schaffe es gerade eben ins Bad und lasse mich dann überraschen, was RTL II heute so im Programm hat. Aber überspitzt gesagt hat Daniel damit Recht. Wenn ich heute etwas sehe, was mir gefällt, oder sich eine Gelegenheit ergibt, die mir gefällt, ergreife ich sie. Ich sage Ja. Wenn ich das Geld habe, gebe ich es gerne für etwas aus, dass mir Freude bereitet. Ich weiß sehr wohl, dass mein Auto 300.000 gelaufene Kilometer auf dem Tacho stehen hat. Ich kenne die finanzielle Lage, ich weiß, dass ein Haus nicht günstig ist, ich kann mir nur vorstellen, wie viel neue Heizungen für 4 Wohnungen kosten, ein neues Badezimmer, Fliesen oder eine neue Tür. Ich weiß, dass Kosten auf uns zukommen, die man sonst nicht hatte. Schornsteinfeger zum Beispiel. Aber wenn das zu einem Problem führt, kann ich mir dann immer noch Sorgen machen. Tja, und so schaffen wir es, uns manchmal endlos im Kreis zu drehen. Ich frage mich, warum Daniel nicht einfach mal den Hammer oder die Bohrmaschine zur Seite legt und mit Freunden rausgeht, und er fragt sich, wieso ich 3 Hunde habe und am Wochenende nur in den seltensten Fällen Termine vergebe, weil ich der Meinung bin, dass Menschen, die etwas von mir wollen, sich auch 3 Stunden IN DER WOCHE Zeit nehmen können und ich lieber auf ein Turnier fahre? Das ist vermutlich nicht vorausschauend oder weit genug gedacht. Ich finde schon. Wenn ich morgen die dritte Diagnose Krebs bekomme, weiß ich, dass ich so gelebt habe, wie ich es wollte. Ich wäre zufrieden mit meinem Leben. Ich wüsste genau, dass ich das, was ich wollte, gegriffen habe. So darfst du nicht denken. Doch. Darf ich. Es hat zahllose Situationen gegeben, wo ich hätte nein sagen sollen. Als Polly ihr Zuhause verloren hat, wurde sie mir mit 10 Wochen angeboten. Ich habe nein gesagt. Aus vielen Gründen. Nicht zuletzt, weil ich gefragt wurde, ob sie nicht was für uns sei? Uns gab es zu diesem Zeitpunkt exakt 4 Monate nicht mehr, und das hat mich genug beschäftigt. Habe ich mich so getäuscht, oder wollte ich nicht sehen, was die ganze Zeit so offensichtlich war? Tag ein, Tag aus. Immer wieder die selbe Frage. Ich stand 3 Monate vor meinem Umzug, hatte ein gebrochenes Herz, einen inkontinenten alten Hund, Lane, meine Wurfplanung mit Lane und Cape, Petras Hund aus der Schweiz in der Ausbildung. Und war mit allem ALLEINE. Wofür hätte ich noch einen Hund gebraucht? Die Antwort war nicht nur nein, die Antwort war definitiv nein. Sowas von nein. 2 Wochen später wurde der Post von Polly bei Facebook wiederholt. Ich weiß nicht, was mich dazu bewegt hat, ich habe ihn mit „…“ kommentiert. Nichtsaussagende 3 blöde Punkte. Daraufhin hat Martina mich angeschrieben und mir den Hund natürlich angepriesen. Ich habe gesagt, ich überlege es mir, wenn meine Nachsorgeuntersuchung unauffällig ist. So war es dann. Freitag Polly angeschaut. Immer noch nicht Ja gesagt. Und am Sonntag saß ich rum auf der Doglive, mein Herz hat einen Satz gemacht, ich bin raus, habe mein Handy die Hand genommen, Sandra angerufen und ihr gesagt, dass ich ja sage, auch wenn ich nicht weiß, ob ich das richtige tue. Ich habe das richtige getan.
24 Stunden später habe ich mich das erste Mal wirklich mit Daniel unterhalten. Ich habe eine Wohnung gesucht, die so klein ist, dass nur ich alleine mit meinen Hunden hinein passe. Kein Mann mehr in meinem Leben. Keine Beziehung mehr. Ich habe nein gesagt. Tja. Und heute bin ich hier.
Ich entsinne mich einfach nicht, mir fällt keine Situation ein, wo ich hätte lieber nicht ja sagen sollen. Ach, doch, in meiner letzten Beziehung. Nach 3 Monaten wäre ein guter Zeitpunkt gewesen NEIN! zu sagen. Nicht nach 2 Jahren. Und nach dem ersten Mal Trennung. Nicht dem 37. Stimmt. Ansonsten fällt mir nichts ein. Gar nichts.
Wir können auf Gelegenheiten warten. Wir können unser Glück aber auch ein wenig fördern. Offen sein mit Auge und Herz, für das, was um uns herum geschieht, und uns ein kleines, bejahendes Hintertürchen aufhalten, selbst wenn wir eher der Nein- Sager sind oder unserer Antwort tendenziell Nein lautet. Ich finde, dass jede Gelegenheit eine Chance verdient hat. Und wer weiß wann die nächste kommt! Was kommt, weiß sowieso nur der liebe Gott. Ich glaube ganz fest daran, dass die Dinge, die uns widerfahren immer zur richtigen Zeit in der richtigen Intensität am richtigen Ort passieren. Immer. Ich glaube, dass jedes Ereignis, jede Begegnung, jede gebotene Gelegenheit, egal, wie sie ausgeht, jeder Mensch, dem wir begegnen, egal ob er Teil unseres Lebens bleibt oder nicht, seinen festen Platz auf unserem Weg hat. Manchmal lohnt es sich, Entscheidungen noch einmal zu überdenken. Manchmal lohnt es sich, nicht immer auf den perfekten Moment zu warten. Wann ist der perfekte Moment überhaupt? Manchmal lohnt es sich, Gelegenheiten zu ergreifen. Sonst ergreift sie wer anders. Sag ja zum Leben, sag ja zur Liebe, ja zu Hundewelpen und ja, zu Hunden, die morgens mit dir im Bett kuscheln wollen. Auch wenn die Antwort tendenziell eher Nein lautet. IMG_20171109_070053

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