Das Jahr 2017

Je älter man wird, desto schneller vergehen die Tage. Dieses Empfinden soll daraus resultieren, dass die Tage eines Erwachsenen voller sind. Natürlich handelt es sich dabei nur um ein Empfinden, denn die Zeit geht immer gleich schnell rum. Manchmal verspüre ich einen Hauch von Wehmut, wenn ich zurück blicke. Wo ist mein kleines Manchester Baby hin? Wie lange ist es her, dass ich Kira auf die Wiese zum Pippi machen getragen habe? Wann habe ich mich das letzte Mal über dumme, französische Bulldoggen aufgeregt? Wo ist das Gefühl der süßen Vorfreude auf Tala? Die Bauchschmerzen am nächsten Morgen auf dem Weg von München nach Ingolstadt? Connies Telefonnummer, die ich in und auswendig konnte, sie ist weg. Nie wieder gewählt. Erinnerungen verblassen mit der Zeit. Vielleicht ist dies auch ein Grund, wieso ich die Fotografie so liebe. Sie hilft uns, die Erinnerung aufrecht zu halten, wieder hervor zu rufen, ein altes Gefühl in uns zu wecken, selbst wenn die Zeit die Umstände geändert hat. Die Fotografie hält den Moment fest, ob gut oder schlecht.
Das Leben ist vergänglich und Verluste gehören zu einem jeden Leben dazu. Ich glaube, dass man es sich zu einem Ziel oder zumindest Teil-Ziel machen sollte, Erinnerungen und Momente zu schaffen, die das Leben kostbar und wertvoll machen. An etwas arbeiten, auf das man gerne zurück schaut, an das man sich gerne erinnert. Es gibt genug Einschnitte, die wir nicht beeinflussen können und mit denen wir fertig werden müssen.
Das Jahr 2017 reiht sich dennoch beinahe nahtlos hervorragend in das vorherige und auch das Jahr 2015 ein. Zu meinem Geburtstag 2014 dachte ich, dass ich mich nicht mehr erholen würde von den Strapazen der letzten 2 Jahre. Dass ich vielleicht eine große Chance vertan habe, nicht nach Amerika auszuwandern, mich letztendlich doch noch gegen all das zu entscheiden. Dass es mir jetzt noch schwerer fallen würde, meine Wünsche und Pläne umzusetzen. Aber so ist es: Wo sich eine Tür schließt öffnet sich eine andere. Über das Jahr 2015 und 2016 habe ich bereits berichtet. Wie glücklich ich mit Polly, mit meinem A- Wurf, etc. bin, habe ich glaube ich oft genug erwähnt. Daher möchte ich mich so fern es geht ausschließlich dem noch aktuellen Jahr widmen. Dieses Jahr war ebenfalls ein sehr, sehr prägendes, sowohl positiv als auch negativ. Ich möchte auch dieses Jahr nicht chronologisch aufführen, sortiert nach Monaten oder oder. Die Dinge, die mich bewegt haben, werden mir schon einfallen. Der Rest wird sicher aus gutem Grund gefiltert.
Pollys AEP Test. Dieser fällt mir als negatives Ereignis als aller erstes ein. Im März haben wir unsere Zuchtzulassug gemacht und bestanden,Patella ok, Augen ok, und bevor sie ihren ersten Wurf haben konnte oder überhaupt aktiv in die Zucht ging, habe ich sie bereits herausgenommen. Einseitige Taubheit. polly

Die einzigen Kosten, die ich mir gespart habe, war die Erweiterung meines Zwingers auf Parson Russell Terrier. Der Rest war alles unter Dach und Fach. Es ist schwierig zu akzeptieren, dass manche Dinge nicht sein sollen, wenn man sie sich so sehr wünscht. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden. Polly ist der beste Hund den ich jemals im Sport geführt habe – und wohl auch erstmal eine zeitlang führen werde. Ich möchte dazu gerne das Zitat meines Trainers zitieren, der dieses Jahr Weltmeister geworden ist: „Nach einem Hund wie Polly kannst du nur noch in die Scheiße greifen.“ Das ist jetzt sicherlich nicht negativ auf Alanis bezogen, eher extrem positiv auf Polly. Polly ist eine Spitzensportlerin, egal ob mit Taubheit oder ohne und ich bin überzeugt, dass wir noch viele erfolgreiche Jahre haben werden. Dennoch war ich auch von meiner Verpaarung überzeugt. Der Rüde, den ich für sie gewählt hatte, war in meinen Augen erstklassig. Optisch absolut korrekt aufgebaut mit einem schönen Gebäude, ordentlicher Tiefe im Brustkorb und exzellenten Winkelungen, gekoppelt mit ausreichend viel und kräftiger Farbe. Eine optimale Ergänzung (sofern man sowas wirklich planen kann) für Polly. Dass er Agility macht, wusste ich bei meiner Anfrage nicht. Ich dachte mir damals, dass wenn jeder Welpe nur 50% von Pollys Temperament kriegen sollte, dies völlig ausreichen würde. Doch der Rüde war ebenfalls im Agility aktiv, ist die WM- Qualis mitgelaufen, wo wir uns das erste Mal getroffen haben. Pollys WM- Qualis waren nach dem ersten Lauf vorbei, da sie sich ganz schlimm eine Kralle eingerissen hat und vor Ort noch unter Narkose operiert werden musste. Das war natürlich wieder mehr als bescheiden. So hat Polly ihren Zukünftigen auch gar nicht mal kennengelernt- und wird es nun auch nicht mehr. Im Vergleich zu Polly hatte der Rüde ein völlig ruhiges, ausgeglichenes Wesen, ein Hund, der trotz Trieb auf dem Teppich geblieben ist. Am 19.12., also vor nicht mal zwei Woche kam die Horror- Meldung: Der Rüde ist gestorben. 2013 geboren, ist er keine 4 Jahre alt geworden. Diese Nachricht hat mich ebenfalls tief erschüttert und ich musste sehr viel weinen deswegen. Jedoch ist dies auch ein weiteres Zeichen für mich gewesen, dass der Wurf einfach nicht sein sollte. Manchmal muss ein einzigartiger Hund eben ein Unikat und Einzelstück bleiben. Einen Plan B hatte ich für Polly nie. Es sollte dieser Rüde werden, oder keiner. Aber dass es niemals Polly Babies geben wird, war ja schon länger klar. pollyAus diesem Grund habe ich unter anderem Tala gekauft. Zwar springe ich jetzt ein bisschen in meinem Jahresrückblick, aber der Übergang passt gerade. Auch wenn ich Manchester Terrier züchte (züchten möchte), mag ich eine mehr oder weniger gemischte Truppe. Vor allem für die Fotografie finde ich unterschiedliche Hunde interessanter. Ich hätte aus Pollys erstem Wurf eine Hündin behalten wollen, einen vierten Hund durfte ich mir immerhin aussuchen. Dafür hätte ich auf meinen Tamaskan verzichtet, denn der stand schon länger auf der Liste ganz weit oben. Da es dazu aber nicht kommen wird, und ich erstmal keinen dritten Manchester möchte, habe ich frühzeitig damit angefangen, Tamaskan Züchter zu kontaktieren, da die Rasse nun mal extrem selten ist und noch in der Entstehung und es kaum Züchter gibt. Der Weg versprach steinig und schwer zu werden, fast aussichtslos, vor allem wenn ich nicht bereit war, 5 weitere Jahre zu warten. Bis ich Debby kennengelernt habe. Der Rest der Geschichte sollte ja bekannt sein, ist schließlich noch gar nicht so lange her. Bis auf die Tatsache, dass man wirklich von JEDEM angesprochen wird und alle Menschen Tala streicheln, bestaunen und fotografieren wollen und ich dann nur damit beschäftigt bin, die Terrier einzusammeln oder davon abzuhalten, irgendeinen Quatsch zu machen, weil ich abgelenkt bin, was echt nervt, ist Tala einfach perfekt für uns. Wenn wir im Hof aus dem Auto steigen für die 4,5 Meter bis nach Hause, leine ich die anderen Hunde sicherheitshalber an, vielleicht ist die Nachbarskatze da oder sonst was, aber Tala darf einfach so nach Hause laufen. Sie ist sehr wenig anstrengend, sehr verschmust, sehr folgsam und extrem einfach im Umgang, finde ich. Vielleicht bin ich auch nur sehr, sehr abgehärtet, aber es ist mit ihr genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Selbst Daniel hat gestern ENDLICH zugegeben, dass er es sich mit dem vierten Hund, noch einem Welpen, einem großen Hund etc. viel anstrengender vorgestellt hat. Tala ist auch der einzige Hund, den Daniel vor allem draußen auch mit erzieht. Stets bewaffnet mit Leckerlies ruft er sie regelmäßig, denn sie muss ja auch auf ihn hören 😀 Entweder er hat es bei den Terriern aufgegeben, oder er hat eingesehen, dass er bei Tala einfach die besseren Karten hat. Wir lieben sie über alles und könnten uns keinen besseren Tamaskan Hund vorstellen. Sie ist rundum ein herziges Geschöpf, das sich aktuell zu meinem Ruhepol entwickelt, wenn sie natürlich auch welpenmäßig noch viel anknabbert, anspringt oder anderen Schabernack treibt. Sie ist einfach ein super lieber und braver Hund, der sicherlich ein toller Begleiter wird. Und dass die Dinge nun mal so gekommen sind, wie sie sind, hat ganz bestimmt einen Grund. Davon bin ich überzeugt. Polly- Welpen- Tür zu, Tamaskan- Traumhund- Tür auf. Ich freue mich auf unser Abenteuer!

Foto_08Das größte Ereignis war aber bestimmt, dass wir UNSER Haus gefunden haben. Bereits bei 3 Häusern zuvor haben wir die Makler positiv zurück gerufen, hatten aber Pech, weil die Immobilien innerhalb von 12 Stunden nach Besichtigung bereits weg waren. Ich erinnere mich noch vage, wie viel schlechte Laune das bei mir bewirkt hat. Und da ist sie wieder, die 600qm- „Garten“- in- einer- Wohnsiedlung- lass- die- Hunde- auf- keinen- Fall- bellen- Tür, die sich geschlossen hat, und die 3600qm- alles- scheiß- egal- Park- statt- Garten- Tür, die sich geöffnet hat. Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, dem Leben zu vertrauen. Dinge passieren sehr wohl aus einem Grund, auch wenn sie uns im Rahmen einer sich schließenden Tür erstmal oft wie eine Sackgasse erscheinen. Habt Vertrauen! hausBei jeder Immobilie zuvor dachte ich mir, okay, wenn man dies ändert, wenn die Polly ein Anti- Bell- Halsband bekommt, wenn ich nur zu bestimmten Zeiten trainieren, wenn ich meinen Kunden doch verklickern kann, dass sie es sich ruhig mit ihren Neugeborenen in meinem Keller schon mal gemütlich machen und die Spinnen bitte einfach ignorieren etc. bis wir dieses Haus hier gefunden haben. Das erste Mal hatte ich das Gefühl: dieses oder keines. Wenn es dieses nicht wird, wird es danach nichts vergleichbares mehr geben. Ich weiß noch wie NERVIG ich an dem Abend war. Wir sollten uns bis zum nächsten Tag um 9.00 entschieden haben, aber ich habe Daniel so doll genervt, dass er am selben Abend um 21.00 den armen Markler noch gestört hat. Warum es so lange leer stand, ist mir unbegreiflich. Wir haben weder im Keller, noch im Pool oder im Garten oder sonst wo ein paar verscharrte Leichen gefunden und ich kann es KAUM erwarten, bis wir nach unten gezogen sind und anfangen, UNSERE Wohnung einzurichten. Dieses Haus hat mir bereits sooooo unbeschreiblich viel ermöglicht. Tala, die Entwicklung meiner Fotografie und ein Zuhause für Daniel, die Hunde und mich. All die Dinge, die ich in meinem Leben am aller, allermeisten liebe. Auch wenn der Umbau des Studios gerade erst begonnen hat, sind die zwei Räume, in denen ich übergangsweise arbeite, bereits der totale Luxus für mich. Ich habe so viel Platz wie nie zuvor und habe mich dieses Jahr an ganz, ganz neue Bereiche und Aufträge getraut. Ich habe schon ziemlich konkrete Ideen wie das Studio aussehen soll und plane eine weitere Website, die sich inhaltlich von den Hunden trennt, da die anderen Anfragen einfach immer mehr werden. Demnach freue ich mich unendlich auf kommendes Jahr.
Dieses Jahr war auch das nächstes Jahr mit Daniel, das wir gemeinsam überstanden haben. Das ist ganz praktisch, da wir ja nun das Haus an der Backe haben 😀 004A1153Ein Haus, ich denke egal ob gebaut oder gekauft, stellt einen als Paar sicherlich schon noch mal auf die eine oder andere Probe. Zwar dachte ich, dass das nicht sooo doll sein wird, aber phasenweise ist es das schon. Es ist der finanzielle Druck, das alles zu packen. Es ist die Arbeit, die man nicht ignorieren kann. Es ist der Kreislauf der Natur, die Tatsache, dass du in diesem Dschungel noch nicht durchgestiegen und hinten angekommen bist, während deine Arbeit vorne bereits nicht mehr zu sehen ist. Es sind oft unterschiedliche Vorstellungen, die aufeinander treffen. Dulde ich das Verhalten der Nachbarn? Daniel: ja, ich: auf keinen Fall – und wenn die Polizei kommt- und mir doch scheiß egal- und ich brauche keine Nachbarn usw. Wie wasche ich die Wäsche? Ich: weiß + Handtücher 60°, bunt 40°. Daniel: bunt 40° eigenes Spar- Programm (das klappt WUNDERBAR mit meinen Ich- setze- mich- einfach- in- jeden- Dreck- Klamotten- Hauptsache- ich- bin- näher- an- meinen- Hunden. NICHT!), weiß private Kleidung separat- nicht mit weißen Arbeitsshirts 60°, Unterwäsche + Handtücher bunt und weiß zusammen 60°, Arbeitskleidung bunt 60°, Arbeitskleidung weiß 60°. Als ich  letztes Jahr zu Daniel in die Lessingstraße gezogen bin, musste ich ihn des Öfteren anrufen und fragen, wie das nochmal war. Bis ich irgendwann einen Spickzettel auf dem Schreibtisch liegen hatte. Sowas kann sich doch kein normaler Mensch merken. 18 getrennte Wäscheberge, die darauf warteten, genug Mitspieler für einen Waschgang zu finden. HILFE! Aber: Ich: arbeite Zuhause, Daniel: auswärts, also= Wäsche: weiß + Handtücher 60°, bunt 40° 😀 Hat bisher niemand gemerkt. Ich sehe es ein, dass man Hundedecken nicht mit seiner Anzughose wäscht, dafür haben wir ja nun zwei Waschmaschinen, meine aus der Werlstraße für die Hunde, Daniels für unsere Klamotten. Aber sonst? Oh man. Was wir wegen Wäsche diskutiert haben. Unglaublich. Es ist ebenfalls etwas nervig, dass ich den ganzen Haushalt am A**** habe. Daniel hat sich wunderbar daran gewöhnt, dass immer alles sauber ist, wenn er von der Arbeit kommt, seine Wäsche – natürlich nach seinen Vorstellungen gewaschen (haha) – sauber, gebügelt und in den Schrank sortiert, dass das Essen auf dem Tisch steht, die Hunde versorgt sind und die Post oben auf seinem Platz am Esstisch liegt. Ich bin ja zuhause. Die paar Sachen, die ich da so am PC mache. Tz. Wer sich zeitlich 4 nicht gerade anspruchslose Hunde leisten kann, kann doch auch mal eben nebenbei den Haushalt machen -.- Jedoch genieße ich es auch, dass wenn Smartphone Nummer 48 mal wieder einen kleinen Riss im Display hat, oder die Scheiben am Auto nicht mehr hochgehen, oder ich gerne ein Fotostudio hätte, diese Dinge mh, sagen wir irgendwann erledigt werden. Tja, und da ist sie, die klassische Rollenverteilung. Daniel kommt dreckig und stinkend von der Arbeit wieder und geht unten in unserer Bald- Wohnung noch Wände einhauen, oder was auch immer da gemacht werden muss, und ich stehe am Herd und tue so, als könnte ich kochen. Ebenfalls ein Highlight von 2017: Ich habe das erste Mal in Kochbücher geschaut. Das tolle ist: Es hat sich noch nie jemand beschwert (also Daniel). Es fallen schon mal so Sätze wie: „Etwas weniger flüssig, dann ist es perfekt“ (Lasagne 🙁 ) aber die Teller sind immer leer und es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Es ist aber auch irgendwie gemein, dass Daniel ein Fotostudio bauen kann und gleichzeitig viel besser kochen, als ich. 🙁 Ich hoffe einfach, dass wir all die Phasen, die man so in einer Beziehung früher oder später zwangsläufig durchmacht, gemeinsam packen. Ansonsten haben wir beide glaube ich ein Problem. Ich vielleicht noch ein paar mehr 😀 Ja, heute wird wieder provisorisch fleißig gekocht, dann kann bestimmt nichts mehr schief gehen… SAVE_20171228_101535

Agilitytechnisch habe ich mit Polly alles erreicht, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Deutsche Meisterschaft, German Classics und meine Startberechtigung für die Weltmeisterschafts- Quali- Läufe, die nächstes Jahr im März wieder starten. Leider hatten wir vor allem auf der DM etwas Pech, aber qualitativ und zeitlich hat die Polly wirklich bewiesen, dass sie locker mitlaufen kann. Ich hoffe sehr, dass es bald trockener wird und wir den Rasen wieder mähen und vor allem vertikutieren können. Die Fläche ist da, aber sie braucht so viel Pflege.
Alanis hat immerhin ihre Begleithundeprüfung bestanden. Bei miserablem Wetter hätte ich stolzer auf sie nicht sein können. Zwar habe ich mit dem Gedanken gespielt, zum Ende des Jahres eventuell noch ein Turnier mit ihr zu laufen, aber dafür habe ich einfach das ganze Jahr lang nicht ausreichend und intensiv genug geübt. Sie bringt einfach andere Voraussetzungen mit im Vergleich zu Polly. Und als Polly aufgebaut wurde, war die Welt in der kleinen Werlstraße noch in Ordnung. Das war sie dieses Jahr nicht mehr, weswegen ich die Wiese und die Idioten drumherum gemieden habe und mein Steg ziemlich lange einfach abgedeckt rumstand. Nächstes Jahr gehen wir definitiv offiziell auch in den A-Läufen natürlich an den Start und fangen, so sieht es das neue Regelwerk nun mal vor, mit der A0 an. Am Anfang fand ich den Gedanken echt doof, aber mittlerweile finde ich es ganz ok. Es ist ja doch nicht zu ändern 🙂 Sie ist und bleibt auch irgendwie mein Baby… IMG-20160607-WA0018

Wir hatten dieses Jahr einige schöne Turniere. Coburg hat mir gut gefallen, Bochholt hat mir gut gefallen und auch die Meisterschaften habe ich genossen. Je nachdem, wie das mit der Arbeit so wird nächstes Jahr möchte ich gerne auch wieder mehr starten und gerne auch wieder auf Turniere, die eher „voll“ sind, wo ich oft denke: och nö. Mit Lane verfolge ich die Qualis für die Meisterschaften gar nicht mehr. Zeitlich kann Lane sicherlich die meisten Hunde schlagen, aber ihre Zonen frustrieren mich sooooo unglaublich. Einmal gute Runnings ist man so krass verwöhnt. Ich möchte nie wieder 2on2off führen. So froh, dass ich es damals mit Polly gewagt habe. Heute bin ich überzeugt, dass man sie jedem Hund beibringen kann, nur eventuell keinem, der seit 7 Jahren mehrfach die Woche was anderes trainiert hat. Umtrainieren ist etwas, wovon ich einfach immer Abstand nehme. Sauber aufgebaut, das unbeschriebene Blatt beschrieben, finde ich es mega, mega gut. 2016-08_terrier_cup_dara_mit_polly-32

Ich kann dieses Jahr also wirklich nicht klagen. Die 5- Jahre- danach- Marke habe ich ebenfalls geknackt. Nachsorge Untersuchung Nummer x ist unauffällig gewesen und es gab gesundheitlich auch nichts, was ich wirklich großartig erwähnen müsste. Sinusitis ist nach wie vor etwas, für das ich prädestiniert zu sein scheine, habe ich einfach ständig. Ansonsten hier und da mal ein Wehwehchen, aber ich denke das haben wir alle. Ich bin eben auch keine 20 mehr und mein Körper hat schon die eine oder andere Prozedur hinter sich. Leider. Das einzige was mich echt nervt, sind meine Haare. Die haben ein Problem, für welches ich die Ursache noch nicht gefunden habe. Ich denke, sie sind mindestens zur Hälfte weg. Und ich weiß auch genau, wohin. Auf meine Pullis, meine Jacken, in diverse Abflüsse und vor allem in meine Haarbürste. Sie fallen nicht zwangsläufig aus, sie brechen eher ab. Darauf kann ich mir keinen Reim machen, da sind gänzlich chemisch unbehandelt sind. Dieses Problem hat aber schon vor 1,5 Jahren begonnen, also eher letztes Jahr. Dieses Jahr war es aber doch so schlimm, dass ich sie massiv gekürzt habe. Nun versuche ich sie in einem erstklassigen Salon wieder aufzubauen. Alle 4-8 Wochen Intensivpflege. Mal schauen, was das bringt. Edith, die ich am 17.12. getroffen habe, beschreibt das selbe Problem. Aber wer eh schon 7 mal mehr Haare hat, hat ja bis zu meinem Zustand auch noch etwas abzuwerfen. Vielleicht ist es auch nur die Panik, wobei die Haare während der Behandlung ja auch nicht von sich aus ausgegangen sind, sondern durch die Chemotherapie. Also, einfach mal weniger stressen. Hilft vielleicht schon ein bisschen. Und es gibt immerhin einen Grund, dankbar dafür zu sein, dass sie überhaupt da sind. Dass wir gemeinsam da sind. Mit 4 kleinen Bratwürstchen, die vorm Ofen liegen. Dieses Jahr hatte wirklich viele schöne Ereignisse und Tage. Mein Geburtstag war toll. Der letzte, warme und wirklich sonnige Tag dieses Jahr. Der 28.08. Bis auf 3 Personen sind alle gekommen, die ich eingeladen habe. Ja, es waren mehr als 4! Der Tag an dem ich mit Tala- Baby rausgegangen bin, um in unserem vermeintlich nicht mehr so schönen Garten schnell noch ein paar Fotos zu schießen, bevor das ganze babyhafte weg ist: Sonne! Danke. Und vielleicht beginnt das Jahr 2018 direkt mit dem nächsten großartigen Abenteuer. IMG_20171228_102127

So tolle Hunde

Es kommt eigentlich nicht selten vor, dass ich stolz auf meine Hunde bin und mich genötigt sehe, es ihnen permanent zu sagen. Dieses Wochenende war aber schon extrem.
Am Freitagabend waren wir zum Weihnachtsessen bei Daniels Chef eingeladen. Er hat uns zu sich nach Hause eingeladen und wir durften Tala mitnehmen. Daniel, dem immer alles zu viel ist mit meinen Hunden und „wie willst du das alles schaffen“ und „ich finde, zwei Hunde reichen“ und „brauchst du ernsthaft noch einen“, der selbe Daniel hat mich Freitagmittag schon angerufen um mir mitzuteilen, dass er sich Gedanken gemacht hat, ob wir Tala abends nicht vielleicht zu Freunden bringen, die auch Hunde haben. Darüber hat er mit seinem Chef gesprochen und er meinte, wir sollten sie einfach mitbringen. Gut, gesagt, getan. Wir also mit Tala hin und sie fühlte sich dort wie zuhause. Sprich: Sie hat mit dem Hund vom Maler, der auch dabei war, eine kleine Hetzjagd veranstaltet, so wie sie es hier mit den Terriern regelmäßig tut, bzw die Terrier eher mit ihr und deshalb haben wir sie während des Essens in eine Box getan. Und wie wir sie so in die Box tun, legt sie sich einfach hin und pennt. Sie hat nicht einen Ton gesagt. Nach dem Essen lag sie wie ein Lämmchen auf meinem Schoß und hat ebenfalls keinen Ton gesagt. Und wenn ich so an meine 3 Terrier denke, die ich irgendwo mit hin nehmen würde… Ja, da habe ich lustige Bilder im Kopf 😀
Am Samstagmorgen klingelte der Wecker um 5.03, damit Daniel aka Mr Monk sich aufregt, denn man stellt Wecker nur um 5.00, oder um 5.05, um 5.10 usw. So fängt der Tag finde ich richtig schön an 🙂 Wir waren auf dem Weg in die HAW zur Winterlaufserie, wovon ich nur 2 Wochenenden mitlaufe. Mein ursprünglicher Plan war es, mit Alanis mein erstes Turnier zu laufen. Aber diesen Plan hatte ich nicht schon lange, diesen Plan hatte ich erst Ende Oktober. Und da das Wetter danach so schlecht war und ich meine alten Holz- Pedigree- Geräte in die Garage geräumt habe, damit sie nicht vollends vergammeln, hatte ich einfach nicht mehr genug Gelegenheiten, mit Alanis zu trainieren. Dann fangen wir nächstes Jahr eben in der A0 an. Ist dann einfach so. Besser als jetzt mit einem Hund zu starten, der noch Hilfe an den Zonen braucht (und gerade ziemlich läufig ist und daher eh nochmal sensibler. Trauma? Nein danke!). Ich habe also gefragt, ob ich mit ihr als weißer Hund starten darf, allerdings nur den Jumping. Als Richterin hatten wir Martina Wess vom SV und ihre Parcoure liebe ich einfach. Die laufe ich so gerne! Mit allen Hunden. Und so hatte ich schon ein fettes Grinsen im Gesicht während der Parcoursbegehung und konnte es kaum erwarten, das erste Mal mit meinem ersten, selbstgezüchteten Hund, Lanes Erstgeborenen an den Start zu gehen- wenn auch außerhalb der Wertung. Natürlich musste es aber wieder etwas anders kommen als so perfekt, wie es den Anschein machte, dass es werden würde. Als Medium heruntergelegt wurde musste der Sprecher aufs Klo, Alanis fand dann den Boden recht interessant und war etwas abgelenkt, weswegen ich nochmal nach vorne gegangen bin um ein paar Kekse zu holen. Da eierte dann eine Frau rückwärts mit ihrem Parson auf uns zu, und obwohl ich zweimal VORSICHT gesagt habe (wenn man keine Augen im Hinterkopf hat, sollte man es einfach lassen!) hörte sie einfach mal nicht hin, warum auch, rannte fast in mich hinein, nein, ich konnte nicht ausweiche wegen den Absperrungsboxen, und ihr dummer Hund wollte Alanis natürlich fressen. Die schrie dann wie am Spieß und ich war kurzerhand nicht mehr sicher, ob ich jetzt wirklich mit ihr starten soll oder nicht zwecks Fehlverknüpfung. Ganz ehrlich, ich liebe ja Parson Russell Terrier. Und ich weiß, dass die Garstigkeit und die Schärfe, die diese Rasse mit sich bringt, eben in den Hunden zum Teil sehr tief verankert ist. Ich weiß es vor allem deshalb so genau, weil Polly sie auch hat. Ich sage immer, wenn  bei uns einer einbricht, in einem Jahr oder so, dann schreckt Tala durch Optik ab, denn sie bellt auf keinen Fall wenn es an der Tür klingelt oder jemand fremdes herin kommt, die Manchester machen Lärm und Hysterie und Polly, tja, die Polly beißt. Und das nicht zu knapp. 6kg totale Aggression, wenn es sein muss. TROTZDEM! würde Polly niemals einen anderen Hund angehen, einfach so, weil sie erzogen ist. Es kotzt mich so an. Und dann heißt die tolle Verallgemeinerung: „Scheiß Terrier.“ Sorry, wie soll ein kleiner Hund, der sich im Bau mit Füchsen und Dachsen und anderen gleichgroßen oder größeren Tieren anlegen muss, denn bitte vom Temperament sein? Zart? Vorsichtig? Zurückhaltend? Trotzdem kann man mit Erziehung viel machen und es regt mich tierisch auf, wenn ich solche Hunde sehen. Bzw solche Menschen, die ihre Hunde einfach nicht besser im Griff haben.
Alanis hat sich dann aber recht schnell gefangen. Ich arbeite super super viel mit der Stimme mit meinen Hunden und so kann ich sie mit bestimmten Stimmlagen irgendwie glücklich machen 😀 Dann fahren sie sich wieder hoch und gut ist. Außerdem sind wir mit Daniels Stinkesocken in der Hand gelaufen.

Im Slalom hatte sie ernsthaft zu viel Schwung 🙂 Das hat mich soooo gefreut. Sie hat ihn so schnell angepeilt und war nach der Korrektur sofort wieder auf Zack. Ich dachte ganz lange, der Slalom würde das Gerät werden, das sie am allerwenigsten mag. Sie hat sich im Slalomaufbau echt schwer getan. Sie ist schon ziemlich anders als Lane und Polly finde ich, angefangen damit, dass sie LEISE arbeitet und mich nicht permanent anschreit (was ich eigentlich schade finde und vermisse :/ ). Sie ist (aktuell) völlig kontrollierbar und der Lauf mit ihr hat sich einfach gut angefühlt. Natürlich habe ich ihr noch viel geholfen, aber auch hier kann ich sie mit den anderen Hunden nicht vergleichen. Polly hat mit 18 Monaten ihr erstes Turnier gewonnen, war aber mit 4 Monaten beim Arbeiten schon mit einer fast beängstigenden Ernsthaftigkeit für einen so jungen Hund dabei. Alanis hat genau das selbe Programm bekommen wie Polly. Sie ist aber eben nicht Polly und deswegen ist sie mit 20 Monaten noch KEIN offizielles Turnier gelaufen. Trotzdem bin ich vor Stolz fast geplatzt. Sie hat ihre Aufgabe so gut gemacht, in einer fremden Halle, auf fremden Geräten in fremder Kulisse (ja, ich habe immer noch das Sheltie- Trauma!). Sie hat am Ende mit mir gespielt, wo ich ewig dachte, dass dieser Hund niemals mit mir spielen würde und ich bin so so zuversichtlich und freue mich gigantisch aufs nächste Jahr! Am Anfang fand ich immer, dass sie mir nicht so liegt, weil sie so sanft ist und ja, eben fast zart beim Arbeiten, was ich überhaupt nicht mag und wofür ich letztendlich auch keine überdrehten Terrier halte. Aber mittlerweile genieße ich es so sehr, vor allem wenn ich davor mit Lane UND mit Polly am Start war. Jede zieht im Parcours in den Krieg- und ich ziehe mit! Trotzdem ein guter Nuller für meine kleine Erbse.

Lane ist wirklich ein Hund der das Potential gehabt hätte, theoretisch, ganz weit vorne mitzulaufen. Leider hat sie es in der Vergangenheit immer nur sporadisch geschafft, weil sie, ja 🙂 etwas verpeilt ist, siehe letzter Tunnel. Ich stehe da, halte die Hand hin, jeder Hund weiß, ok, mindestens 90° Wendung, Lane weiß es auch, trotzdem knallt sie noch heraus. Sie hört oft schlecht zu, trotz übertrieben intensivem Differenzierungstraining, was sie auch extrem gut macht, nur nicht wenn sie im „Rennmodus“ ist. Sie mag sich in ihrer Grundgeschwindigkeit nicht herausnehmen und hinzu kommen dann eben die Kontaktzonen. Für den ersten Platz hat es nicht gereicht, weil der Erstplatzierte durchgelaufene Zonen hatte. Aus diesem Grund mag ich mit Lane auch keine Meisterschaften mehr laufen. Es ist so frustrierend, dass man heute eigentlich nur noch eine Chance hat mit ziemlich konstanten und zuverlässigen Runnings, oder eben, wenn die Hunde, die diese Runnings haben, sich abschießen. Aber Platz 2./32 finde ich akzeptabel.
Polly hatte einen sooooo so doofen Fehler. Echt schade.

Ansonsten fand ich, dass es ein schöner Lauf war. Gute Zonen, gut den Block vor dem Tunnel angenommen, ENGER Ausgang am letzten Tunnel (hello Lane!!!), eigentlich alles zu meiner Zufriedenheit 🙂 Im Jumping war es mit Lane dann, oh man 😀 Sprachlos. Hürde 1 von vorne, Hürde 2 von hinten sogar angenehm versetzt, Lane springt sie von vorne 😀 😀 😀 GENAU DAS SELBE (!!!) am Sonntag im A- Lauf. Der selbe Start, Lane den selben Fehler. Aber ist nicht schlimm. Sie ist ja noch ein Beginner… Polly hat den Jumping gewonnen.

Am Sonntag war eher der Wurm drin. Mit Lane im A-Lauf habe ich schon erwähnt, und mit Polly wieder Pech: erste Stange. Aber: Dafür konnte ich mal wieder eine Wippe anhalten und der Stegabgang??? Ein Traum!!! So ein toller Hund. Mittlerweile kann ich sie immer öfter in ihrem „Rennmodus“ erreichen. So toll!

Im Jumping waren beide Hunde nicht mehr ganz „da“. War auch okay. Den Jumping mit Alanis als weißer Hund bin ich nicht mehr gelaufen, weil das Turnier geteilt war und nach der A3 direkt Siegerehrung und Unterlagenausgabe war und wir dann fahren durften was Daniel gut fand, weil er nicht im Dunkeln über die Autobahn mit dem Wohnwagen am besten noch bei Schnee fahren wollte 😀 Und dann 😀 😀 😀 Schnee

Ein dezentes Schneechaos mitten auf der Autobahn, was zur Folge hatte, dass wir wenden sollten. War nicht ganz so einfach mit dem Wohnwagen hinten dran. Der neue Plan war: Über Land fahren. Dafür mussten wir nur noch gefühlte 17 weitere Autobahnschleifen nehmen, was allerdings an der ersten scheiterte, weil wir mit dem Wohnwagen gar nicht hochgekommen sind. Also habe ich mich in meiner pinken Jacke vor die Auffahrt gestellt, Daniel hat den Wohnwagen abgehängt, wir haben ihn wieder bis vor die Auffahrt runterrutschen lassen, gewendet und neu angehängt. Es hat über eine Stunde gedauert bis wir an der Ampel ankamen, wo wir endlich wenden und in die andere Richtung auf der anderen Seite wo es frei war, nach Hause fahren wollten. Vor der Ampel wollten wir nicht wenden weil auf der Straße ziemlich viel Schnee war und wir hätten einen U- Turn machen müssen. Wären wir mit Anton wieder stecken geblieben hätten wir den ganzen Verkehr aufgehalten. Aber: Zur Ampel ging es auch bergauf. Und das haben wir eben nicht geschafft. Ich weiß nicht mehr wie viele grüne Ampelphasen Daniel versucht hat anzufahren. Ich dachte ehrlich gesagt es klappt nicht mehr. Dann hat es aber irgendwann doch geklappt aber natürlich ging es im Kreisverkehr, über welchen wir wenden wollten, wieder bergrunter, und demnach auf der anderen Seite bergrauf. Es war klar, dass es zwecklos ist also haben wir es erst gar nicht versucht. Ins Industriegebiet rein, Anton wenden, Anton anhängen, und in Anton verschwinden. Wir haben Glühwein getrunken, uns aufgewärmt, 3 oder 4 Runden gekniffelt, waren mit den Hunden im Schnee und Tala hat definitiv den Husky in sich entdeckt 😀 Sie fand es sooo toll. Und ich auch. Nur Daniel nicht so, aber der musste ja auch fahren. Die nächsten Trips mit dem Wohnwagen laufen wohl nur noch unter „Unsere Abenteuer mit Anton“. Um 13.30 losgefahren waren wir dann auch schon gegen 22.00 Zuhause. Aber Hauptsache Alanis darf nicht noch einen Jumping laufen, damit wir bloß früh zuhause sind 🙂 So, und bei all dem Lob über meine Hunde muss ich natürlich noch erwähnen, dass unser Chauffeur uns hervorragend und souverän nach Hause gebracht hat und ich natürlich noch einen vierten Hund habe, über den ich mich positiv äußern muss: Die kleine Tala <3 Sie ist einfach nur ein Goldstück. Sie nervt nicht, sie ist mit allen Hunden und Menschen und Situationen ok, wir waren mittlerweile im Allee Center, bei meinen Eltern, bei Werner, haben Rehe und ganz viele unterschiedliche Hunde kennengelernt. Den Wohnwagen, die nächste Hundesporthalle, im HSZ war sie auch schon mit, sie fährt gerne Auto. Sie nörgelt nicht, sie ist einfach toll. Sie macht alles mit der größten Selbstverständlichkeit einfach mit. Ich kann sie in der Halle einfach ohne Leine rumtollen lassen, sie geht nicht zu anderen Hunden, sie orientiert sich, sie kommt auf Zuruf. Manchmal ist es wirklich unheimlich. Wir genießen es soooo sehr mit ihr! 004A1737

B-Wurf in action

Er kann kommen: Der zweite Wurf in meiner Zuchtstätte. Dumm nur, dass ich Oberzüchter wieder keinen meiner Hunde entbehren möchte 😀 Alanis ist gerade läufig und wenns nach ihr geht, ist sie startklar. Schade, schade, dass sie noch keine Zuchtzulassung hat (nein, auch keinen Termin) 🙂 Polly hat ein taubes Ohr und Tala ist selbst noch ein Baby und:
„Die Zucht von nicht in der FCI- Nomenklatur aufgeführten oder nicht als „nationale Rasse“ anerkannten Rassen ist grundsätzlich verboten.
Die Zucht von Hunden ohne definierte Rassezugehörigkeit, die als spezielle Arbeitshunde gezüchtet werden (z.B. zum Hüten, Jagen, Wachen) ist dem KfT anzuzeigen. Dies gilt auch für Neuzüchtungen (z.B. Elo, Tamaskan, Biewer- Yorkshire etc.).“
So steht es unter dem ersten Punkt der Zuchtordnung vom Klub für Terrier. Nein, ich wurde nicht darauf hingewiesen, ich kenne die Zuchtordnung und wusste davon bereits BEVOR ich Tala gekauft habe, weil ich die Zuchtordnung gelesen habe. Ja, ich wollte sie immer noch trotzdem 😀 Ich kann die Frage nicht ganz nachvollziehen. Abgesehen davon, dass man nicht mit allem züchten muss, was man so hat (dann muss man nämlich auch wieder mehr entbehren) habe ich ja noch andere Hunde. Lane zum Beispiel. Als aller einzigen Hund aktuell, mit dem ich züchten darf lt. Zuchtordnung. Mal sehen 🙂 Vielleicht ringe ich mich durch. Meine Motivation ist halt so gering, weil ich weiß, dass ich definitiv keinen Welpen behalten würde und es nicht besonders viele Menschen gibt, denen ich gerne einen Hund abgeben möchte 😀 Egal. Die Zuchterlaubnis steht und ich darf nun 8 Hunde halten, eine unbeschränkte Anzahl an Würfen in Folge großziehen und sogar 2 Würfe gleichzeitig haben. Dass ich danach Single bin und hier vermutlich ausziehen muss, ist allerdings nicht vermerkt… IMG_20171206_142704

Ich bin happy, dass es nun weitergehen kann. Das Theoretische reicht mir gerade. Ich hoffe, Lane wird einfach nie wieder läufig. Ansonsten möchte ich, bevor ich gleich wieder los muss, noch eine in letzter Zeit sehr häufig gestellte Frage beantworten (nachdem ausgiebig geklärt ist, wofür ich diesen Hund brauche): Was macht der Welpe?
Der Welpe macht, um es auf den Punkt zu bringen und ganz kurz zu beantworten: Extrem viel Freude und extrem wenig Arbeit. Also, allen Anfängern die auf der Suche nach einem langweiligen, simplen, in der Erziehung völlig einfachen Hund sind, kann ich einen Tamaskan nur empfehlen.

Beispiel A: Tala lernt „Sitz“. Ich mache 3 Einheiten. Tala kann Sitz auf Kommando.
Beispiel B: Tala läuft durch den Garten. Ich gehe regelmäßig mit ihr zum Lösen raus, nach 2 Tagen kommt Tala auf Zuruf.
Beispiel C: Tala pinkelt in die Wohnung. Ich sage NEIN!. Tala legt die Ohren an und verdeutlicht, dass sie weiß, dass das nicht ok ist.
Beispiel D: Tala meldet sich endlich, wenn sie raus muss. Ich gehe raus, sie löst sich. Sie kriegt einen Keks, und „löst sich“ weitere 5 Male um weiter 5 Kekse abzustauben.
Beispiel E: Tala nagt am Schafsfell. Ich sage NEIN!. Tala nagt nicht mehr am Schafsfell.
Beispiel F: Tala steht in der Küche und ich möchte das nicht. Ich setze Tala auf die Couch und sie bleibt einfach da sitzen.

So ungefähr, oder nein, eigentlich ziemlich exakt so gestaltet sich unser aktuelles Zusammenleben. Sie hat ein einziges Mal einen Haufen in der Wohnung gemacht, wenn ich regelmäßig mit ihr in den Garten gehe, macht sie definitiv nicht in die Wohnung. Sie frisst alles, was man ihr anbietet (Banane, Gurke, ANANAS!!!), sie hatte noch nie Durchfall, sie zieht nicht an der Leine, ja sie bellt nicht mal, wenn es an der Tür klingelt und die anderen 3 einfach schreien, als würde man sie aufspießen. Sie unterbricht ihre Handlungen in der Regel zuverlässig, wenn man NEIN! sagt, sie ist okay mit anderen Menschen, mit anderen Hunden, in anderen Umgebungen… Eigentlich brauche ich wieder einen neuen Terrier 😀 Ich möchte nicht sagen, dass sie anspruchslos ist; wir arbeiten jeden Tag mit dem Clicker. Vielleicht ist sie einfach für ihr Aktivitätspensum sehr gut ausgelastet. Sie ist rundum zufrieden und wir sind es auch. Unser Leben ist durch sie nicht eingeschränkter als sonst. Klar, ich kann die Hunde aktuell nicht mehr so lange alleine lassen wie ohne Welpe, aber ansonsten macht sie wirklich kaum mehr Arbeit. Das ist extrem angenehm, weil ich Angst hatte, dass Daniel genervt ist von einem weiteren Hund, der hier einfach wütet. Aber er geht nachts sogar freiwillig mit ihr raus, wenn sie sich meldet 🙂 Und so ist alles perfekt. Eigentlich kann der nächste Wurf Welpen fallen 😀

4 x Liebe

Heute morgen war es genau 7:28, als ich beschlossen habe, dass ich mit meinen wunderschönen Hunden unbedingt SOFORT ins Studio muss und fotografieren möchte. Heute sollte endlich der Tag sein, an dem ich ein neues Gruppenfoto mache (vielleicht haben Alanis‘ „gute Ohren“ auch ein wenig dazu beigetragen). Der Tag, an dem ich ein Bild festhalte, das ich morgen genau so nicht mehr machen kann. Jeder Tag ist anders. Jeder Tag bringt was neues mit und jeden Tag wird aus meinem Wölfchen etwas mehr Wolf. Ich konnte es ehrlich gesagt kaum erwarten, dass Daniel seinen Kaffee endlich ausgetrunken hat und arbeiten ist 😀 Wie gemein! Ich habe so unbeschreiblich viel Freude an meinem Vierer- Team im Moment und so blüht die Liebe zur Fotografie, die ursprünglich vor 11 Jahren durch den Einzug meines zweiten Hundes entfacht wurde, komplett wieder auf. Ich genieße es so, auch bei schlechtem Wetter einfach eine Etage und eine Haushälfte weiter zu gehen, meine Lampen dort stehen zu haben, fertig ausgestattet zu sein mit Leckerchen, Näpfen, Clickern, Bällen und Schweinen, die lustige Grunzgeräusche machen. Es ist so schön, dass meine Fotografie endlich ein Zuhause gefunden hat. So wie wir. Daniel und ich. Und die Hunde. Inklusive Tala. Es ist schön, nicht fotografieren zu müssen, sondern es einfach zu können.004A0692_