Ich weiß, es ist schon längst an der Zeit, etwas neues zu berichten, aber im Moment gibt es ausnahmsweise nichts. Und selbst heute habe ich das Gefühl, mir etwas aus den Fingern saugen zu müssen, damit ich endlich wieder etwas schreibe.
Vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht ist es eine Phase, vielleicht fehlt mir ein Vitamin. Momentan fällt es mir absolut schwer, mich von Gedanken zu lösen, die mich aus den letzten 5 Jahren wieder einholen, vor allem vor ziemlich genau 5 Jahren. Es fällt mir schwer, mich damit zu arrangieren, dass es schon 5 Jahre sind. Und dann kommt alles wieder hoch. Ich weiß heute mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit, dass man über gewisse Dinge einfach nicht hinweg kommt. Oder ich nicht. Vielleicht schaffe ich es auch nicht.
Ich vermisse so viele Dinge. Und Menschen. Manchmal kann ich es immer noch nicht fassen, dass Conni nicht mehr da ist und nie wieder da sein wird. Ich hätte sie so oft so gut an meiner Seite gebrauchen können. Ihren Rat, oder einfach nur ihre Ironie und ihren Sarkasmus. Ich vermisse das Gefühl, glücklich zu sein, wegen der Tatsache, an die frische Luft gehen zu dürfen. Ich vermisse es, einfach nichts zu vermissen und das Gefühl zu haben, dass alles richtig ist, so wie es ist. Ironisch, dass ich dieses Gefühl ausgerechnet dann in meinem Leben hatte, als ich mit einem Kabel an einen Ständer angebunden war, und meinen Tag damit verbracht habe, Barbara Salesch zu schauen und die Autos zu zählen. Und zu sortieren. Nach denen, die auf den Parkplatz drauf fahren und denen, die ihn verlassen. Es nervt mich, dass mich so viel nervt. Dass meine Nachbarn mich nerven, dass Daniel und ich getrennt wohnen und ich jeden Abend meine Sachen packen muss und überlegen muss, in welchem Kühlschrank das Pferdefett von den Manchestern steht und wo ich welches Fleisch in welchem Zustand habe. Im Moment fühlt es sich einfach so an, als würde ich festhängen und das ist frustrierend…
Seit ein paar wenigen Tagen steht mein Steg nun wieder, da der Boden nicht mehr steinhart ist und ich mein Training mit den Hunden gerne wieder in Angriff nehmen möchte. Polly hat nun das dritte Mal dieses Jahr (DIESES Jahr!!!) Kralle, und jedes Mal verletzt sie sich im HSZ, was ja schon etwas merkwürdig ist. Das eine Mal hinten rechts, ganz außen, musste ich direkt 2 Turniere absagen, Tierarzt etc mit Verband und kurzer Betäubung um die sehr weit oben abgebrochene Kralle zu kürzen summa sumarum ~80€, und wieder ein verletzter Hund. Danach vorne rechts Wolfskralle, wo ich noch dachte, naja, die wird ja nicht sooo häufig belastet, ist Gott sei Dank beim Training abgefallen dann und letzte Woche Donnerstag dann vorne links, die dritte von links. Nicht gebrochen, nicht angebrochen, vermutlich umgeknickt, da sie komplett sitzt, es aber von oben geblutet hat. Ich bin nun fleißig dabei, jeden Montag einmal mit der Schleifmaschine bis 0,5 mm vor das Leben mit meinem kleinen Maschinchen zu schleifen, um die Krallen insgesamt etwas kürzer zu züchten. Echt mühsam. Demnach habe ich mit Polly im Moment auch nicht ganz soooo viel Lust, weil ich Angst habe, es ist wieder was. Polly hat eine wirklich extrem gute Grundlage, und im Gegensatz zu Lane, die sich gerne mal abschießt, weil sie einfach diese Natur hat, hat Polly noch eine extra Portion mehr Wahnsinn, ist dabei aber wesentlich kontrollierter und kontrollierbarer. Trotzdem… Also liegt mein Fokus aktuell auf dem Alanis- Zwerg, der gerade in der ersten Läufigkeit steckt. All das Positive, was ich über die Ohren gesagt habe, naja, vergessen wir es einfach.

Immerhin wage ich mich aktuell an etwas mehr Tempo, und es klappt soweit ganz gut. Diese Woche werde ich nicht mehr so viel Zeit haben, aber bis Ende nächster – übernächste Woche würde ich mich ganz gerne mal an den ganzen Steg trauen. Heute hat es mich so in den Fingern gejuckt, aber ich bin stark geblieben! Ich weiß noch nicht genau, wie mein Sportjahr aussehen wird. Aktuell vermisse ich Elan (oh, ich vermisse etwas!), Motivation könnte auch mehr vorhanden sein, und ja, die WM-Qualis kann ich immerhin mit Polly laufen, aber: Immer noch nicht gemeldet… Ich weiß gerade nicht, ob es mir den Aufwand wert ist, wieder so weit zu fahren, so viel zu investieren an Zeit und Training, mit einem Hund, der 2,5 Jahre ist, und einfach DEN HORIZONT nicht hat. Polly ist im Training aktuell extrem konstant und zieht auch die „alten Hasen“ ab. Das meiste klappt auf Anhieb. Die Zonen sind nach wie vor gigantisch, die Wendungen eng, die Geschwindigkeit gut, aber kommt es zb zu einer sehr direkten Slalom- Tunnel- Differenzierung, wählt sie nach Gefühl und nicht nach Kommando und das ist auch ok. Deswegen weiß ich nicht, was ich so genau machen soll… Mit Lane werde ich definitiv Steg korrigieren, wird auch Zeit, immerhin wird sie 7 im September, und mit Alanis habe ich erstmal ganz lange gar nicht vor zu starten. Sie darf sowieso erst ab Ende Oktober, Sprich Anfang November und dann wieder in die Hallen zu fahren, die alle so kalt sind und so weit weg… Momentan nicht so gut vorstellbar, aber wenn es dann erstmal so weit ist, vermutlich werde ich es wieder nicht abwarten können. Ich lasse es also einfach auf mich zu kommen. Was ich in letzter Zeit merke, ist, dass der Sport für mich an Wichtigkeit verloren hat. Mir gefällt nicht, wie die Leute mit ihren Hunden umgehen, dass selbst fehlerfreie Läufe zum Teil „scheiße“ sind, weil da und da ein Bogen oder ein zu weiter Ausflug war etc. Das alles kostet so viel Energie, ich weiß aktuell nicht, ob ich das noch so intensiv möchte. Auch wenn meine Hunde sicher mitlaufen können, dennoch. Zum Ende des Jahres planen wir dann, ja, ich sage es nun das erste Mal offiziell, die Polly zu belegen. Sie war im Dezember läufig, so erwarte ich die nächste Läufigkeit zur Mitte des Jahres und die übernächste zum Ende. Einen Rüden habe ich bereits ausgesucht, allerdings ist es bis dahin auch noch ein kleiner, weiter Weg. Gestern waren wir beim Arzt für die Blutabnahme für das DNA- Profil, welches wir für die Zuchtzulassung brauchen, und diese machen wir dann, wenn nichts dazwischen kommt am 25.03. Danach folgt noch eine Augenuntersuchung, die ohne Befund sein muss, und ich persönlich werde Polly noch auf Patella untersuchen lassen und einen Audiometrie- Test durchführen. Dafür gibt es keinen anderen Grund als den, die Untersuchungen einfach zu haben, weil es beim PRT leider manchmal zu tauben Welpen kommt und Patella bei den Jackies doch relativ verbreitet ist- oder sagen wir mal war. Polly hat weder Anzeichen, dass sie nicht korrekt hört, noch hat sie Probleme mit den Kniescheiben. Dennoch finde ich diese Untersuchungen wichtig, und schade, dass sie nicht als Pflichtveranstaltung für alle Zuchthunde gelten. Da bin ich mir mit der Besitzerin des Rüden übrigens einig, und dieser besitzt auch all die oben genannten Untersuchungen, und ist natürlich ohne Auffälligkeiten. Vielleicht sehe ich ihn nächstes Wochenende. Wenn der Wurf definitiv feststeht, Polly alle Untersuchungen geschafft und ihre Zuchtzulassung bekommen hat und der Rüde mir tatsächlich so gut gefällt, live, wie bisher, werde ich genaue Infos dazu bekannt geben. Demnach sind mir sämtliche Qualis mit Polly aber auch nicht so wichtig dieses Jahr. Die Deutsche Meisterschaft wäre schön, die Classics natürlich auch, aber die WM Qualis ’18 ist sie dann, wenn alles so aufgeht, wiederum raus. Ach mal sehen. Das Jahr könnte wirklich interessant werden. Wenn sich aber ein paar Dinge nicht ändern, wird es sich glaube ich ziemlich ziehen…